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Julian Green vertraut Guardiola und will sich durchsetzen.

Wie einst Mazinho

FC Bayern: Kirchoff, Green und Hojbjerg wollen zurück

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München - Die ausgeliehenen Kirchhoff, Green und Hojbjerg planen, zum Trainingsstart wieder in München zu sein – Kommt Gündogan im Tausch?

Es ist an und für sich keine ungewöhnliche Situation, wenn verliehene Spieler zum Trainingsstart der neuen Saison bei ihrem Stammklub wieder zum Dienst erscheinen. Aber im Juli 1994 schauten die Bosse des FC Bayern doch recht verdutzt drein, als plötzlich ein gewisser Waldemar Aureliano de Oliveira Filho auf der Matte stand. Den hatten sie drei Jahre zuvor unter dem Künstlernamen „Mazinho“ verpflichtet, doch weil er die Erwartungen nicht erfüllt hatte, hatten sie ihn im Januar zu Porto Alegre geschickt. In München war seine Zeit damit abgelaufen, dennoch meldete er sich im Sommer zurück – er hatte ja noch einen Vertrag. Wider Willen behielt man ihn. Er kam noch auf drei Einsätze.

Jan Kirchhoff hat wohl keine Zukunft mehr in München.

Drei Einsätze, das wäre für Jan Kirchhoff heuer eine Riesen-Bilanz. Der 24-Jährige ist neben Pierre-Emil Hojbjerg (Augsburg) und Julian Green (Hamburger SV) einer von drei Leihspielern, die Pep Guardiola wohl zum Trainingsstart begrüßen wird – ob er es schon weiß oder nicht, ob er es will oder nicht. „Ich gehe im Moment davon aus, dass ich am 1. Juli in München sein werde“, sagte Kirchhoff unserer Zeitung. Das Leihgeschäft mit Schalke endet nach eineinhalb Jahren, einen Kauf für rund sechs Millionen Euro haben die Gelsenkirchener ausgeschlossen. Und da der Mann in München noch ein Jahr gebunden ist, führt sein Weg zurück zum FC Bayern.

Privat freut sich Kirchhoff, der München nach wie vor als seine Lieblingsstadt bezeichnet. „Radeln in der Innenstadt, radeln an der Isar“, das liebt er. Sportlich aber wird es ihn wohl nicht lange in der Stadt halten. Guardiola hat bereits anklingen lassen, keine Verwendung für den defensiven Mittelfeldspieler zu haben. Und ob Kirchhoff (wie Mazinho) drei Saison-Einsätze reichen, ist fraglich. Gibt es ein Angebot aus der Bundesliga, wird er sofort weg sein – anders als etwa Green.

Der US-Nationalspieler, der sich derzeit noch mit dem Hamburger SV auf die Relegation vorbereitet, wird auch im Juli zurückkehren. Green ist heilfroh, das Kapitel Hamburg nach einem Jahr hinter sich lassen zu können. Vom Ex-Ex-Trainer Mirko Slomka als Wunsch-Leihspieler verpflichtet, wurde seine Zeit im Norden im Laufe der Saison zu einem großen Missverständnis. Eine Rippenprellung bremste den Offensivspieler, als er gerade begann, Fuß zu fassen. Unter Joe Zinnbauer und dessen Nachfolger Bruno Labbadia spielte der 19-Jährige keine Rolle, fiel dem internen Druck im Abstiegskampf zum Opfer, wurde sogar einmal in die zweite Mannschaft abgeschoben. Fünf Liga-Einsätze sind die triste Bilanz der Saison, in der der gebürtige Miesbacher eigentlich Spielpraxis sammeln wollte. Auf so eine Statistik wäre er womöglich auch in München gekommen.

Auch wenn Karl-Heinz Rummenigge gegenüber US-Medien sagte, „dass er wohl nicht direkt hier bei den Bayern bleiben wird“ und ihm „ein Jahr irgendwo bei einem anderen Klub“ ans Herz legte, will Green es zunächst probieren. Er vertraut Guardiola, schätzt den Bayern-Trainer als Menschen, der seine Meinung ihm gegenüber stets ehrlich kundgetan hat. Und der Linksfuß weiß, dass er am liebsten zu Hause in Miesbach und bei den Bayern bleiben will. Dieser Traum lebt weiter – mindestens bis zum Vertragsende im Jahr 2017.

Auch Hojbjerg würde es gerne versuchen. Er hoffe, im Sommer wieder in München zu sein, richtete der Däne unserer Zeitung aus. Die Zeichen stehen allerdings auch bei ihm eher auf eine schnelle Weitergabe. Zwar kann sich der FCA, für den er in der Rückrunde in 16 Spielen zwei Tore schoss und drei weitere vorbereitete, eine Verpflichtung nicht leisten. Englische Klubs und Dortmund haben aber Interesse angemeldet.

Der BVB soll laut „Sport Bild“ ein Tauschgeschäft angeregt haben: Hojbjerg für acht Millionen Euro nach Dortmund, der vereinssuchende Ilkay Gündogan für 20 Millionen nach München. Gespräche soll es schon gegeben haben – anders als bei Mazinho damals und den drei verliehenen Spielern heute.

 Hanna Schmalenbach und Andreas Werner

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