Mit dem 2:0 gegen Wolfsburg überholte Lewandowski Claudio Pizarro.
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Mit dem 2:0 gegen Wolfsburg überholte Lewandowski Claudio Pizarro.

FCB-Star an der Spitze

Bester ausländischer Bundesliga-Torschütze: Lewandowski überholt Pizarro

  • Manuel Bonke
    vonManuel Bonke
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FC-Bayern-Star Robert Lewandowski erzielt deutlich weniger Tore als in der letzten Saison. Trotzdem hat er Claudio Pizarro als besten ausländischen Torschützen überholt.

Update vom 9. März 2019Durch seine Tore zum 2:0 und 6:0 gegen den VfL Wolfsburg hat sich Robert Lewandowski zum erfolgreichsten ausländischen Torschützen der Fußball-Bundesliga gekürt. Der Stürmer des FC Bayern München traf am Samstag zum 196. und 197. Mal in der deutschen Eliteliga.

Vor einer Woche hatte der Pole mit Claudio Pizarro (195 Tore) vom SV Werder Bremen gleichgezogen. Der Peruaner hatte kürzlich beim 1:1 der Bremer bei Hertha BSC seine Treffermarke nach oben geschraubt.

Für die Bayern markierte Lewandowski nun 123 Tore und ist in der internen Clubwertung des Rekordmeisters hinter Gerd Müller (365) und Karl-Heinz Rummenigge (162) Dritter. Seine weiteren 74 Bundesligatore erzielte Lewandowski für Borussia Dortmund.

dpa

Ursprungsmeldung: Taktik-Analyst: „Lewy ist besser als im Vorjahr“ - Darum glänzt er trotzdem nur selten

München - Robert Lewandowski verpasste den Trainingsauftakt am Dienstag nach zwei freien Tagen wegen eines Magen-Darm-Infekts. Die aktuelle Offensiv-Flaute schlägt ihm ohnehin schon auf den Magen. Nicht umsonst kritisierte der Goalgetter nach dem 1:0-Sieg gegen Hertha BSC am vergangenen Wochenende die mangelnde Durchschlagskraft im Bayern-Angriff: „Es ist wichtig, zu null zu spielen, aber wir waren zu wenig kreativ. Offensiv war es ein bisschen zu wenig von uns.“ 

Lewandowski hat sich verbessert - schießt aber deutlich weniger Tore

Ein Blick auf die Statistik zeigt: Vergangene Saison hatte der Stürmer zum gleichen Zeitpunkt deutlich mehr Tore (20 Treffer) auf dem Konto als jetzt (13). Markus Brunnschneider, Spielanalyst am Internationalen Fußball Institut (IFI), findet das weniger überraschend, weil der Pole diese Saison weniger Risiko geht. „Auffällig ist, dass sich Lewandowski in vielen Bereichen im Vergleich zur Vorsaison sogar verbessert hat, wenn man seine Torleistung ausklammert. So überspielt er beispielsweise deutlich mehr Gegner mit seinen Pässen pro Spiel, gibt mehr Torschussvorlagen und hat weniger Ballverluste. 

Daraus lässt sich ableiten, dass Lewandowski weniger Risiko in der Ballan- und mitnahme geht, wodurch er sich aber auch seltener in eine gute Schussposition bringen kann“, erklärt der Taktik-Experte der tz. Heißt: Statt als Individualist mit Tor-Ego sticht der 30-Jährige unter Trainer Niko Kovac als Teamplayer hervor. 

FC Bayern profitiert trotzdem: Lewandowski spielt mehr für das Team

Brunnschneider begründet das so: „Lewandowski hat seinen Spielstil angepasst: Er setzt verstärkt seine Mitspieler mit finalen Pässen in Szene, woraus eine deutlich höhere Assistquote als vergangene Saison resultiert. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Lewandowski deutlich mehr für die Mannschaft spielt, sodass seine individuelle Leistungsbewertung auch als Wahrnehmungsfehler diskutiert werden darf.“

Brunnschneider hat für eine interne Analyse am IFI zahlreiche Daten und Statistiken über den Torjäger ausgewertet und nimmt Lewy daher in Schutz: „Mit Blick auf alle Daten machte Lewandowski in dieser Saison bisher mehr überdurchschnittlich gute Spiele als in der vergangenen Saison. Er hat also eine höhere Kontinuität in seiner Leistung. 

Lewandowski: Weniger Topspiele in der aktuellen Saison

Allerdings lieferte er bisher weniger Topspiele ab. Hinzu kommt, dass sich die Gegner verstärkt darauf fokussieren, Lewandowski zu neutralisieren, wodurch sich aber auch gleichzeitig mehr Räume für seine Mitspieler öffnen.“ Bisher nutzt die Bayern-Offensive diese Räume aber zu selten. 

Einer, der stets für sein gutes Raumgefühl bekannt ist und den durch Lewy frei geräumten Platz dementsprechend nutzen könnte, ist Thomas Müller. Doch der Parade-Bayer spielt in den Überlegungen von Kovac derzeit keine Rolle. Lewandowski würde sich wünschen, dass Raumdeuter Müller bald wieder für Chaos am gegnerischen Strafraum sorgt: „Thomas macht immer die Laufwege nach vorne, ist viel in Bewegung. Ich hoffe, dass er bald wieder die Chance bekommt und zeigen kann, dass er ein guter Spieler ist.“ 

Manuel Bonke

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