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Ein rundherum gelungener Nachmittag: Niko Kovac spendierte Robbery gegen Hannover ein paar Einsatzminuten.

„Toll, wie das Publikum reagiert hat“

Für Verhalten beim Hannover-Spiel: Kovac macht Bayern-Fans großes Kompliment

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Der FC Bayern befindet sich kurz vor Saisonende noch immer im Titelzweikampf mit Borussia Dortmund. Dennoch menschelt es im Spiel gegen Hannover mehr als in anderen Partien.

München - Das 3:1 über Hannover 96 war für den FC Bayern im Grunde ein Pflichtsieg, der die Mannschaft von Trainer Niko Kovac dem Meistertitel einen weiteren Schritt näher bringt. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei hatte die Partie viele besondere Geschichten zu bieten. Zwei davon gingen allen, die es mit den Roten halten, wohl besonders nahe.

Denn in der Schlussphase wehte ein Hauch von Abschied durch die Allianz Arena. Es fühlte sich schon wie ein großes Dankeschön vom Trainer an, als er die Routiniers Franck Ribéry und Arjen Robben zum womöglich letzten Mal auf den Rasen schickte, der für das Flügelduo im vergangenen Jahrzehnt zu einer zweiten Heimat geworden ist.

Die Bilder zum Sieg des FC Bayern gegen Hannover 96

Ribery kam, sah und traf - dann folgte Robben

Der Franzose, 13 Minuten vorher für Serge Gnabry gekommen, beseitigte in der 84. Minute mit seinem Treffer zum Endstand auch die letzten Zweifel am 23. Bundesligadreier der Saison. Zwei Zeigerumdrehungen später erhob sich das Publikum erneut, als Robben für Kingsley Coman die Bühne betrat. Für den Linksfuß war es das 700. Pflichtspiel seiner Profilaufbahn. Und das erste nach einer weiteren ellenlangen Leidenszeit. Zwischen Auftritt Nummer 699 und dem Jubiläum lagen mehr als fünf Monate - weil nacheinander Oberschenkel und Wade streikten.

Umso besonderer war die Rückkehr im FCB-Wohnzimmer, an die Robben selbst zeitweise nicht mehr geglaubt hatte. „Ich bin sehr dankbar. Das ist das einzige Wort, was bei mir hochkommt: Dankbarkeit“, freute sich der 35-Jährige über sein Comeback: „Hierfür habe ich alles gemacht. Ich habe trainiert und gekämpft, um wieder auf den Rasen zurückzukommen.“

Optimale Gelegenheit für Abschied auf dem Rasen

Das Spiel gegen das hoffnungslos unterlegene Schlusslicht aus Niedersachsen war die beste Gelegenheit für diesen besonderen Herzschmerz-Moment. Denn wer weiß, ob in zwei Wochen im Heimspiel gegen die nimmermüden Frankfurter trotz aktuell vier Zählern Vorsprung auf den BVB nicht noch ein Sieg benötigt wird?

Also packte Kovac die sich bietende Chance beim Schopf und ließ Robbery noch einmal gemeinsam von der Leine. „Die beiden kommen rein, haben hier eine Dekade geprägt, das haben sie sich verdient“, betonte der Coach und lobte die Fans: „Toll, wie das Publikum reagiert hat.“

Bayern-Erfolgsserie untrennbar mit Robbery verbunden

Die Supporter wissen eben, was das Duo von der Außenbahn trotz zahlreicher Verletzungen über ein Jahrzehnt lang geleistet hat. Die jüngste Erfolgsserie - immerhin steht die siebte Meisterschaft am Stück bevor - mit dem Champions-League-Triumph in London als Kirsche auf der Sahne wird immer untrennbar mit den Namen Robben und Ribéry verbunden werden.

Weltstars vor dem Abschied: Arjen Robben (l.) und Franck Ribery haben in München eine Ära geprägt.

Während der 2009 für 25 Millionen Euro von Real Madrid verpflichtete Niederländer seinen Abschied bereits verkündet hat, schien Ribéry zuletzt noch auf einen neuen Vertrag bei seinem Herzensverein zu hoffen. Doch auch beim Franzosen, für den die Roten 2007 stolze 30 Millionen Euro an Olympique Marseille überwiesen, stehen die Zeichen auf Trennung

Das hat der 36-Jährige mittlerweile erkannt und sagte am Sonntagmorgen: „Der Abschied wird nicht leicht werden, aber wir dürfen nie vergessen, was wir zusammen erreicht haben. Wir haben so viel zusammen gewonnen - über 20 Titel.“ Den gebührenden Abschied auf dem Rasen haben sie sich wahrlich verdient.

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mg

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