Mittlerweile in Neapel tätig, aber beim FC Bayern noch immer in aller Munde: Carlo Ancelotti ist auch am missglückten Umbruch in München gescheitert.
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Mittlerweile in Neapel tätig, aber beim FC Bayern noch immer in aller Munde: Carlo Ancelotti ist auch am missglückten Umbruch in München gescheitert.

Parallelen zum vergangenen Herbst

Bayerns Sieglosserie: Ex-CL-Trainer erinnert an Aussage von Ancelotti

  • Marcus Giebel
    vonMarcus Giebel
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Die Serie von vier Spielen ohne Dreier offenbart ein großes Problem des FC Bayern. Dieses hatte auch Carlo Ancelotti schon vor einem Jahr anpacken wollen - war aber krachend gescheitert.

Update vom 24. Oktober 2018: "Bei Bayern haben mich nur fünf Spieler unterstützt." Vor dem Spiel Neapel gegen PSG lästert Carlo Ancelotti über seinen Ex-Verein FC Bayern München.

München - Vieles im Herbst 2018 erinnert beim FC Bayern an den Herbst 2017. Der Offensivmotor stottert gewaltig, die Defensive präsentiert sich anfälliger als zu anderen Jahreszeiten, der Trainer wird öffentlich angezählt, die Bosse scheinen ratlos zu sein. Der einzige Unterschied: Aktuell ist Niko Kovac der Coach, vor gut einem Jahr hatte noch Carlo Ancelotti das sportliche Sagen. Ehe der Italiener Ende September nach der zweiten Saisonniederlage - dem 0:3 in Paris - seinen Hut nehmen musste.

Viele Parallelen also. Und Rene Weiler erkennt noch eine weitere in Sachen Trainerarbeit. In der Sport1-Sendung „Doppelpass“ erinnert sich der Schweizer an ein Gespräch mit Ancelotti vor dem Champions-League-Duell seines damaligen Klubs RSC Anderlecht in München: „Da sagte er mir, dass er die Jungen etwas forcieren möchte. Das hat den Älteren nicht gefallen. Dann wurde Ancelotti entlassen.“ Die Macht der Spieler wurde dem „Mister“ letztlich bekanntlich zum Verhängnis. Erst verlor er die Kabine, dann die Spiele und letztlich seinen Job.

Erst gut gestartet doch dann stottert der Motor:

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Kovac setzt auf Kimmich, Süle und Co.

Auch Kovac setzt vermehrt auf die Jüngeren wie den bislang immer eingesetzten Joshua Kimmich, Niklas Süle oder Renato Sanches. Kingsley Coman und Corentin Tolisso wurden von langwierigen Blessuren ausgebremst, Zugang Leon Goretzka bekommt abseits seiner verletzungsbedingten Auszeiten seine Einsätze. Wie Ancelotti vor einem Jahr sieht sich auch der kroatische Coach wegen dieses Weges Vorwürfen ausgesetzt, er rotiere zu ausgiebig.

Neben dem übergroßen Einfluss der alteingesessenen Bayern-Profis benannte Weiler eben auch das sich anschließende Problem: Der immer wieder aufgeschobene Umbruch wird so zur Mission Impossible. Deshalb warnt der ehemalige Nürnberger und aktuelle Luzerner Trainer vor einer womöglich längeren Durststrecke an der Säbener Straße: „Jetzt ist wieder eine Phase, in der man die Jungen installieren möchte. Aber das braucht auch Zeit.“

Traf 2017 mit dem RSC Anderlecht in der Champions League auf den FC Bayern: Rene Weiler hat beim Gespräch mit Carlo Ancelotti ganz genau hingehört.

Weiler kritisiert: „Es wird immer auf den Trainer gezeigt“

Er sieht die Roten in „einer schwierigen Phase“. Zugleich gibt Weiler aber auch zu bedenken, dass die unbefriedigende Situation nicht Kovac allein angelastet werden könne: „Im Endeffekt geht es um die Verantwortlichkeiten. Es wird immer auf den Trainer gezeigt. Es sind aber ganz viele Herren, die dahinter stehen.“ Präsident Uli Hoeneß, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic dürfen sich angesprochen fühlen.

Jedenfalls sollten sich die Bayern laut Weiler an die Aussagen von Ancelotti erinnern: „Vielleicht hat er gar nicht Unrecht gehabt, als er gesagt hat, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo man die Jugend installieren müsste.“ Ihm ist aber auch bewusst: „Das ist komplexer, als man das von außen betrachtet sieht.“ Es wird also auch im zweiten Anlauf Geduld gefragt sein - eigentlich ein Fremdwort im schnelllebigen Profigeschäft.

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mg

Auch Arsene Wenger meldet sich zu Wort:

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