Polen musste in Albanien ran

Bayern-Star Lewandowski mittendrin: Chaos-Spiel in der WM-Quali

  • Alexander Kaindl
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Die WM-Quali geht in die entscheidende Phase. Für Robert Lewandowski und seine Polen steht einiges auf dem Spiel - gegen Albanien kam es aber zu erschütternden Szenen.

Tirana - Aus Sicht des FC Bayern München* ist in dieser Länderspielpause alles gut verlaufen: Die Stars kehren nach aktuellem Stand allesamt gesund an die Säbener Straße zurück. Nur bei Manuel Neuer hatte es zwischenzeitlich gezwickt, der Torhüter verpasste das DFB-Spiel am Freitag gegen Rumänien. Beim 4:0 über Nordmazedonien stand er am Montag dann aber schon wieder zwischen den Pfosten.

Ein anderer Spieler, der in diesen Phasen bislang immer bei seinem Klub geblieben war, durfte sich dieses Mal ebenfalls über eine Einladung freuen: Bouna Sarr. Der Transfer-Flop feierte im Alter von 29 Jahren nun seine Länderspiel-Premiere für den Senegal. Robert Lewandowskis erste Reise zur Nationalmannschaft ist hingegen schon eine ganze Weile her - am 10. September 2008 lief er das erste Mal für Polens A-Team auf, es folgten 125 Spiele. Das bislang letzte wird er so schnell nicht vergessen. Warum? Was war passiert?

Robert Lewandowski: Bayern-Star musste mit Polen gegen Albanien ran

Polen kämpft aktuell in der Gruppe I um das Ticket für die WM 2022 in Katar. England ist der größte Rivale um den ersten Platz, die Three Lions führen die Tabelle weiterhin an - trotz des Punktverlustes beim 1:1 gegen Ungarn. Vor diesem Hintergrund war der polnische Sieg über Albanien umso wichtiger: Die Mannschaft um Bayern-Knipser Lewandowski* setzte sich mit 1:0 durch und schob sich somit am Kontrahenten vorbei.

WM-Quali: Aktueller Stand in der Gruppe I

LandSpielePunkte
1. England820
2. Polen817
3. Albanien815
4. Ungarn811

Die jeweiligen Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die Endrunde, die Zweiten müssen in die Playoffs. Somit war vor diesem Spieltag am Dienstagabend klar: Für alle Mannschaften geht es um sehr viel. Dementsprechend war die Stimmung beim Polen-Spiel in der albanischen Hauptstadt Tirana von Anfang an aufgeheizt. Lange stand es 0:0, Lewandowski wollte der erlösende Treffer für seine Polen* nicht gelingen. In der 77. Minute jubelte er nach dem goldenen 1:0 des kurz zuvor eingewechselten Karol Swiderski trotzdem.

Den albanischen Anhängern gefiel das natürlich überhaupt nicht, sie warfen sofort Gegenstände in Richtung der polnischen Spieler, die den Treffer feierten. Flaschen und Feuerzeuge flogen auf den Platz - unschöne Szenen! Lewandowski war mittendrin in der Jubel-Traube, forderte die Anhänger sogar mit Handbewegungen dazu auf, mit dem Werfen aufzuhören. Glücklicherweise wurden weder er noch seine Kollegen verletzt - den einen oder anderen Flaschen-Treffer mussten sie trotzdem einstecken.

Robert Lewandowski (l.) und seine Teamkollegen wurden in Albanien mit Flaschen beworfen.

Albanien gegen Polen: Fans werfen Flaschen auf den Rasen - Bayern-Star Lewandowski mittendrin

Zuletzt gab es in Frankreich einen ähnlichen Vorfall, das Spiel zwischen Nizza und Marseille wurde letztlich sogar abgebrochen. Und auch in Tirana wurde nach dem Skandal-Moment erstmal nicht weitergespielt. Die Polen und ihr Coach Paulo Sousa beschwerten sich wegen der Wurf-Attacken der albanischen Fans lautstark bei Schiedsrichter Clement Turpin. Laut Nachrichtenagentur AP rief ein polnischer Offizieller die Spieler schließlich dazu auf, den Platz zu verlassen.

Beide Teams verschwanden dann in den Kabinen, Turpin unterbrach die Partie. Nach rund 20 Minuten Pause konnte das Match fortgesetzt werden. Der Stadionsprecher wies die Zuschauer laut AP darauf hin, dass das Spiel bei weiteren Vorfällen abgebrochen und gegen Albanien gewertet werden könnte. So konnten die verbleibenden Minuten doch noch absolviert werden - ohne größere Zwischenfälle.

FC Bayern München: Robert Lewandowski soll gegen Leverkusen wieder treffen

Lewandowski sagte dem Sender TVP nach dem Spiel: „Es wurde ein bisschen gefährlich. Aber wir wussten, dass der Schiedsrichter die Begegnung vermutlich nicht abbricht und sie wieder aufgenommen wird.“

Bayern*-Trainer Julian Nagelsmann erwartet seinen Schützling nun bald wieder in München. Am kommenden Sonntag soll Lewandowski dann auch wieder treffen - das Topspiel gegen Leverkusen steht auf dem Programm. (akl/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Newspix / Imago

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