Wechsel hakt an der Ablöse

Hamann denkt an Sensations-Transfer - Alter Bekannter erneut beim FC Bayern im Gespräch?

  • Christoph Klaucke
    VonChristoph Klaucke
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Der FC Bayern ist weiter auf der Suche nach Verstärkungen. Ex-FCB-Profi Didi Hamann bringt nun ein früheres Transferziel der Münchner zurück ins Spiel.

München - Der FC Bayern* hat sich zum Ziel gesetzt, die besten deutschen Spieler unter Vertrag zu nehmen. Diese Transfertaktik führte den Klub zu großen Erfolgen. In der jüngeren Vergangenheit wurden vermehrt ausländische Profis verpflichtet, vornehmlich Franzosen. Das soll sich in absehbarer Zukunft wieder ändern, was der Mega-Transfer von Leroy Sané letzten Sommer oder nicht zuletzt die Vertragsverlängerung von Anführer Joshua Kimmich demonstrieren.

Ein weiterer Kandidat wäre Nationalstürmer Timo Werner*. Die Bayern waren bereits in den letzten Jahren am gebürtigen Stuttgarter interessiert, bevor dieser vergangenen Sommer für 53 Millionen Euro Ablöse zum FC Chelsea* ging und Champions-League-Sieger wurde. Ex-Bayern-Spieler Dietmar Hamann* hält einen Wechsel Werners nach München trotzdem für möglich - es wäre der Sensations-Transfer des Sommers.

FC Bayern: Timo Werner droht bei Chelsea die Bank - Didi Hamann schlägt Wechsel vor

Für Timo Werner brechen in London schwere Zeiten an. Durch den 115-Millionen-Transfer Romelu Lukaku haben sich seine Einsatzchancen dramatisch verschlechtert. Der Belgier ist als zentraler Stürmer im 4-3-3-System vom deutschen Trainer Thomas Tuchel gesetzt und traf am Sonntag bei Chelseas 2:0 gegen Arsenal direkt im ersten Spiel zur Führung. Werner wurde erst in der 90. Minute für Landsmann Kai Havertz eingewechselt. Die Konkurrenz in Chelseas Offensive ist erdrückend. Auch bei den Fans hat der 25-Jährige keinen leichten Stand.

„Er wird sicher begrenzt Spielzeit bekommen bei Chelsea“, sagte Hamann am Sonntagabend in seiner neuen TV-Sendung „Didi Hamann spricht - Klartext“. Als potenziellen Abnehmer bringt er den FC Bayern ins Spiel. „Daher könnte ich mir gut vorstellen, dass er schon diesen Sommer ein Thema für sie ist“, so der Ex-Premier-League-Profi über Werner.

Die Bayern suchen noch nach einem Offensivspieler, bevorzugt einen Flügelspieler. Der flexible Werner ist nicht aufs Zentrum festgelegt, auch über Außen ist der pfeilschnelle Angreifer eine Alternative. Zumal die Flügelspieler im neuen System unter Bayern-Trainer Julian Nagelsmann* verstärkt in die Mitte ziehen sollen. „Ich könnte mir vorstellen, dass er schon diese Saison ein Thema ist, weil er ja auch außen spielen kann, obwohl ja seine beste Position durch die Mitte ist“, meint Hamann.

  • Timo Werner
  • 25 Jahre
  • Stürmer
  • Marktwert: 65 Millionen Euro
  • Verein: FC Chelsea
  • Vertrag gültig bis: 30. Juni 2025

FC Bayern: Werner vor Sensations-Transfer? Nagelsmann spielt entscheidende Rolle im Wechsel-Poker

Nicht zu unterschätzen bei diesem Szenario ist Werners Verbindung zu Nagelsmann. Beide haben in der Saison 2019/20 erfolgreich bei RB Leipzig zusammengearbeitet. Werner machte alle 34 Bundesligaspiele und erzielte 28 Tore. „Nagelsmann kennt ihn, er hat das Beste aus ihm raus gebracht in Leipzig“, erklärt Hamann. Hinzu kommt, dass Werner seit kurzem denselben Berater wie Nagelsmann hat. Sollten Werner oder Chelsea einen Wechsel forcieren, dürften es Nagelsmann und die Bayern wohl als Erste erfahren.

Vieles spricht also dafür, dass Werner und die Bayern doch noch zueinander finden. Die große Hürde stellt aber die Ablöse dar. Über 50 Millionen Euro, die Chelsea im Vorjahr für Werner bezahlt hat, erscheinen für die Bayern nach aktueller Lage utopisch. Die Londoner müssten den Münchnern schon ein wenig entgegenkommen. Sportvorstand Hasan Salihamidzic hatte unlängst erklärt, kreative Lösungen finden zu wollen. Ein solches Modell wäre wohl ein Leihgeschäft mit anschließender Kaufoption, wie es bereits in der Vergangenheit praktiziert worden war.

Hamann sieht für Brazzo & Co. zudem einen weiteren Vorteil im Transfer-Poker. „Je näher es an den 31. August heran geht, umso günstiger wird es womöglich für die Bayern“, glaubt der Sky-Experte. Eine ähnliche Taktik fahren die Bayern offenbar auch bei einem ehemaligen Mitspieler Werners. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd

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