Jürgen Klopp (l.) und Ralph Hasenhüttl in einem Spiel kurz vor Beginn der Corona-Pandemie.
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Jürgen Klopp (l.) und Ralph Hasenhüttl in einem Spiel kurz vor Beginn der Corona-Pandemie.

Aktuell noch in England aktiv

Er wurde als Flick-Nachfolger beim FC Bayern gehandelt - Jetzt denkt er plötzlich an ein Karriereende

  • Florian Schimak
    vonFlorian Schimak
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Der FC Bayern München hat seinen neuen Trainer gefunden. Julian Nagelsmann macht‘s - dabei hätte man sich wohl auch Ralph Hasenhüttl gut beim FCB vorstellen können.

Update vom 30. April, 06.54 Uhr: Julian Nagelsmann wird zur kommenden Saison Trainer des FC Bayern München. Damit hat sich der Favorit auf die Flick-Nachfolge letztlich durchgesetzt - wenn auch zu einem hohen Preis. Der Rekordmeister überweist eine Weltrekord-Ablöse nach Leipzig, um die 20 Millionen Euro sind im Gespräch.

Neben Nagelsmann gab es einige weitere prominente Namen, die man sich an der Seitenlinie des FCB gut hätte vorstellen können. Unter anderem auch Ralph Hasenhüttl (siehe Erstmeldung vom 14. April). Schließlich kennt der Österreicher die Bayern aus seiner aktiven Zeit als Spieler noch gut, in der Bundesliga arbeitete er danach erfolgreich als Trainer für Ingolstadt und Leipzig. Der 53-Jährige, aktuell beim FC Southampton in der Premier League aktiv, ließ nun aber überraschend durchblicken, dass seine Karriere möglicherweise bald zuende ist: „Ich sehe nicht viele Szenarien, in denen ich diesen Dreijahresvertrag, den ich hier noch habe, für irgendetwas anderes her gebe“, sagte er in einem Interview bei Sky.

Nach Vertragsende sei er 57 Jahre alt. „Ich werde mir selber auch irgendwann selber die Frage stellen, und das meine ich mit vollem Ernst, ob ich danach überhaupt noch was machen möchte“, so der gebürtige Grazer. „Man verzichtet auf sehr viel, und es kostet auch wahnsinnig viel Energie. Ich weiß noch nicht, was danach passiert. Aber es kann auch gut sein, dass ich es dann vielleicht sein lasse.“ Hasenhüttl ist seit Dezember 2018 bei den Saints und ist dort noch bis Sommer 2024 unter Vertrag.

Hansi Flick: Wer könnte sein Nachfolger als Bayern-Trainer werden? Spektakuläre Kandidaten-Liste

Update vom 17. April, 17.45 Uhr: Jetzt ist es offiziell! Hansi Flick hat dem FC Bayern mitgeteilt, dass er seinen Vertrag im Sommer gerne auslösen möchte. Bislang gibt es dazu noch keine offizielle Stellungnahme vom Verein, doch dass Flick in der kommenden Spielzeit auch noch auf der FCB-Bank sitzen wird, ist nun so gut wie ausgeschlossen.

Erstmeldung vom 14. April: München - Deutscher Meister, Champions-League-Sieger, DFB-Pokalsieger, Gewinner der FIFA Klub-WM. Hansi Flick kann in seiner noch nicht einmal zweijährigen Amtszeit beim FC Bayern* auf eine prallgefüllte Titel-Vitrine blicken. Warum sollte ein so erfolgreicher Coach also nicht langfristig im Amt bleiben?

Jetzt ist der Fußball an sich ja ein schnelllebiges Geschäft. Doch nur aufgrund des unglücklichen Pokal-Ausscheidens gegen Holstein Kiel und dem bitteren Aus in der Königsklasse im Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain wird Flick vermutlich nicht zu dem Punkt gekommen sein, an dem er sich jetzt befindet.

In einem bemerkenswerten und fast fünfminütigen Monolog hatte der FCB-Coach am Dienstagabend bei Sky seine mentale Gemengelage zum Ausdruck* gebracht. „Generell macht man sich ja immer Gedanken“, erklärte der 56-Jährige nach dem Ausscheiden in Paris: „Meine Familie - egal, was ich machen würde - sie würde mich immer unterstützen und hinter mir stehen. Ob ich jetzt dann beim DFB bin vielleicht, einen anderen Rhythmus hätte - das ist für sie vollkommen egal“.

FC Bayern: Flick-Nachfolger? Dieser Trainer könnten auf den Triple-Coach folgen

Es war das erste Mal, dass Flick das Wort „DFB“ in diesem Zusammenhang in den Mund nahm. Eine Tendenz dürfte aber auch bei den Bayern-Bossen klar erkennbar sein. Wenn Joachim Löw nach der EM 2021 den Posten als Bundestrainer räumt, kann sich Flick sehr gut vorstellen, in dessen Fußstapfen zu treten. Außerdem habe der Triple-Coach laut kicker auch mehrere Anfragen europäischer Top-Vereine.

Es wäre also keine große Überraschung, wenn Flick nach den ganzen Diskrepanzen und dem öffentlich gewordenen Zwist mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic seinen Vertrag an der Säbener Straße nach dieser Saison auflöst und ab Herbst dann in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt tätig sein wird. Doch wer wird dann Trainer beim FC Bayern?

Eine Liste der möglichen Kandidaten für die Nachfolge von Hansi Flick als FCB-Coach.

Julian Nagelsmann (RB Leipzig)

Gefühlt seit fünf Jahren wird der erst 33-Jährige schon als künftiger Bayern-Coach gehandelt. Auch schon vor und nach Niko Kovac* fiel der Name Nagelsmann an der Säbener Straße* Es wäre schon verwunderlich, sollte das größte Trainer-Talent nicht irgendwann wirklich auf der Bank des FC Bayern sitzen. Allerdings nicht in nächster Zeit.

„Es gab und es gibt keine Gespräche“, so der Trainer von RB Leipzig* am Mittwoch auf die Frage, ob die Aussagen von Lothar Matthäus stimmen würden, dass die Bayern mit ihm bereits gesprochen hätten: „Das gilt natürlich auch für meine Berater. Sie sind nicht autark unterwegs, sondern machen Dinge, die ich vorgebe. Demnach gab es auch da keine Gespräche.“ Nagelsmann ist noch bis 2023 vertraglich an RB gebunden.

Fachlich ist Nagelsmann über jeden Zweifel erhaben. Fraglich ist allerdings, ob das Haifischbecken FCB nicht doch noch etwas zu früh für ihn kommt. Zumal der gebürtige Landsberger auch noch in zehn Jahren Trainer an der Säbener Straße werden könnte. Wahrscheinlichkeit: 20 Prozent

Ralph Hasenhüttl (FC Southampton)

Der Coach des Tabellen-14. aus der Premier League ist beim FC Bayern auch kein Unbekannter. Von 2002 bis 2004 schnürte der Österreicher seine Schuhe für die FCB-Amateure, ehe er die Trainer-Laufbahn einschlug. Bevor es ihn zum FC Southampton führte, coachte Hasenhüttl unter anderem die SpVgg Unterhaching und ebenfalls RB Leipzig.

In Sachen Spielphilosophie würde er gut zum FC Bayern passen, allerdings ist sein persönlicher Briefkopf noch nicht ausreichend dekoriert genug. Zudem hat der 53-Jährige bei Southampton noch einen langfristigen Vertrag (bis 2024). Wahrscheinlichkeit: 15 Prozent

Xabi Alonso (Real Sociedad San Sebastian B)

Die Ex-FCB-Legende war schon ein ganz heißer Kandidat bei Borussia Mönchengladbach, doch die entscheiden sich dann für Adi Hütter von Eintracht Frankfurt. Aktuell trainiert Alonso die zweite Mannschaft von Real Sociedad San Sebastian, wo er kürzlich auch erst seinen auslaufenden Vertrag um ein Jahr bis 2022 verlängert hat.

Jetzt wissen wir nicht erst seit Hansi Flick, dass Verträge nicht unbedingt etwas zu bedeuten haben. Allerdings ist fraglich, ob Alonso sich gleich den FC Bayern zutraut - und ob die FCB-Bosse dem 40-jährigen Basken überhaupt den FCB direkt zutrauen. Eher nicht. Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent

Oliver Glasner (VfL Wolfsburg)

Der Trainer des VfL Wolfsburg war wohl einer der ersten, der von Flicks Plänen erfuhr, saßen beide doch am Freitagabend nach Angabe von Glasner vor dem Spiel bei einem Glas Bier zusammen. Hat der FCB-Coach da dem Österreicher den Posten schmackhaft gemacht?

Glasner leistet hervorragende Arbeit bei den Wölfe und formte in den vergangene Jahren aus einem Abstiegskandidaten ein Spitzenteam. Doch internationale Reputation bringt Glasner leider nicht mit, was beim FC Bayern allerdings fast schon erforderlich ist. Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent

Joachim Löw (Bundestrainer)

Gibt‘s etwa einen spektakulären Tausch zwischen dem DFB und dem FCB? Flick wird neuer Bundestrainer und Löw übernimmt den FC Bayern! Eigentlich schwer vorstellbar, zumindest zweiteres. Denn Löw hat bereits angekündigt, dass er sich erst nach der EM Gedanken über seine Zukunft machen werde. Die Münchner bräuchten dann aber schon eher vor dem Sommer einen möglichen Nachfolger für Flick.

Außerdem: Löw beim FC Bayern? Der Medienrummel und das hektische Umfeld sind für den Noch-Bundestrainer vermutlich nichts, was er sich für sein Engagement in seinem Vorruhestand so vorstellt. Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent

Jose Mourinho (Tottenham Hotspur)

Das wäre zumindest ein mediales Fest: „The Special One“ beim Special Club! Jose Mourinho an der Säbener Straße und der FC Hollywood in den 90ern wäre Ringelpietz mit Anfassen gewesen. Aktuell trainiert der Portugiese die Spurs, steht dort nach zuletzt schlechten Leistungen aber etwas in der Kritik.

Mourinho wäre auf jeden Fall ein großer Name, aber ob er sich den Alphatieren Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic „unterwerfen“ würde? Man sieht ja am aktuellen Beispiel von Flick, mit wie viel Mitgestaltungsrecht der Trainer beim FC Bayern ausgestattet ist. Das kennt Mourinho so von der Insel nicht, dort ist der Coach auch gleich der Sportdirektor. Wobei bei Mou vermutlich auch Brazzo sein Ego etwas zurücknehmen würde... Wahrscheinlichkeit: 15 Prozent

Thomas Tuchel (FC Chelsea)

Auch der Ex-BVB-Coach wurde schon öfters beim FC Bayern gehandelt. Thomas Tuchel* übernahm kürzlich die Blues und steht mit ihnen im Halbfinale der Champions League. Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent

Jürgen Klopp (FC Liverpool)

Vermutlich jeder FCB-Fan würde sich über Kloppo als Bayern-Coach freuen. Irgendwann ist dies vielleicht auch möglich. Aber nicht in diesem Sommer. Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent.

Jesse Marsch (RB Salzburg)

Der US-Boy wäre eine interessante Hipster-Lösung. Schnell holen, bevor es alle cool finden. Der aktuelle Coach von RB Salzburg lässt den gewünschten Power-Fußball spielen und kommt mit seiner lässigen Art bei den Spielern sehr gut an. Aber passt sowas zum FC Bayern?

Pluspunkt: Marsch würde sich nicht mit den FCB-Granden über Kadergestaltung und Veto-Recht bei Transfers streiten. Und sein Vertrag in Salzburg läuft 2022 aus. Wahrscheinlichkeit: 15 Prozent

Miro Klose (Co-Trainer FC Bayern)

Der WM-Rekordtorjäger unternimmt gerade seine ersten Schritte in seiner Trainer-Karriere. Im Nachwuchsbereich beim FC Bayern war Klose schon erfolgreich, weshalb ihn sich Flick auch in sein Trainerteam holte. Da liegt auch das große Problem.

Sollte Flick zum DFB gehen, dürfte Klose ihm Folgen. 2014 gewannen sie gemeinsam den WM-Titel in Brasilien und verstehen sich auch außerhalb des Platzes sehr gut. Gut möglich, dass Klose irgendwann mal Chefcoach beim FC Bayern wird, allerdings noch nicht jetzt. Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent

Massimiliano Allegri (vereinslos)

Mit ausländischen Trainern hat man beim FC Bayern in den vergangenen Jahren so seine Erfahrungen gemacht. Carlo Ancelotti und seine Dolce-Vita-Trainingsmethoden kamen bei den verbissenen FCB-Stars nicht sonderlich gut an. Allegri ist zwar ein anderer Typ, aber seine Deutschkenntnisse sind vermutlich auch eher überschaubar. Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent

Arsene Wenger (vereinslos)

Die Gentleman-Lösung? Der 71-Jährige wäre quasi die französische Antwort auf Jupp Heynckes. Der Ex-Arsenal-Coach spricht fließend deutsch, die FCB-Kicker würden ihn aufgrund seines internationalen Renommees respektieren, doch ob Wenger in seinem Alter nochmal Bock auf Bayern hätte? Schwer vorstellbar. Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent

Lothar Matthäus (Sky-Experte)

Sollte eigentlich nicht mal Greenkeeper an der Säbener Straße werden, wird nun sogar als Bundestrainer gehandelt. Macht seine Sache als Sky-Experte inzwischen richtig ordentlich. Aber Lothar Matthäus auf der Trainerbank beim FC Bayern? Stellen Sie diese Frage mal Uli Hoeneß. Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent (smk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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