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Trainingslager des FC Bayern

Kimmich: "Ich werde nie zufrieden sein"

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Doha - Joshua Kimmich spricht im Merkur-Interview über seinen Start beim FC Bayern, Guardiolas Vatergefühle und die Option Rechtsverteidiger Doha.

Joshua Kimmich kommt als Letzter vom Trainingsplatz, er hat sich nach der Vormittagseinheit noch gründlich dehnen lassen. Der Mittelfeldmann geht sehr professionell mit seinem Körper um, schon mit seinen jungen 20 Jahren. Er hat noch große Ziele. Dabei lief es schon jetzt sehr gut; zehn Bundesliga-Einsätze hat der Neuzugang trotz prominenter Konkurrenz vorzuweisen. 

Waren Sie schon einmal in Doha? 

Ja, letzte Saison mit Leipzig und in der Jugend mit dem VfB Stuttgart auch schon zwei Mal. Aber mit dem FC Bayern ist alles natürlich eine Stufe höher, insofern ist es wieder eine ganz neue Erfahrung für mich, obwohl ich die Trainingsanlage bereits kenne. Aber es geht schon mit dem Hotel los, das ist bereits neu für mich – und die Rahmenbedingungen sind natürlich nicht mit meinen Stationen von früher vergleichbar. 

Wie fällt Ihr Fazit 2015 aus? Sie können vermutlich zufrieden sein... 

Es war aufregend natürlich, es ist viel passiert nach meinem Wechsel aus Leipzig. Ich bin auf meine Einsätze gekommen – es waren vielleicht sogar mehr, als mir einige vorher zugetraut hatten. Aber zufrieden darf man nie sein, das werde ich auch nie sein, das ist mein Naturell – ich werde weiter alles geben, um mich hier Schritt für Schritt zu entwickeln. Zufriedenheit ist in meinen Augen auch immer Stillstand für einen Sportler. 

Waren es auch mehr Einsatzzeiten, als Sie sich selber zugetraut hatten? 

Puh, eine schwierige Frage. Klar, wenn du zum FC Bayern kommst, stapelt man erst einmal tief. Ich hatte mir keine konkrete Zahl vorgenommen, auch wenn ich natürlich große Hoffnungen hatte. Und mit Selbstbewusstsein musst du schon auch hier antreten, sonst hast du verloren. Ich bin froh, wie es gelaufen ist. 

Pep Guardiola sagt, Sie seien wie ein Sohn für Sie. Wie fühlt sich das an, wenn so ein großer Trainer so etwas sagt? 

(lächelt) Naja, klar hört sich so etwas schön an. Aber ich bilde mir darauf nichts ein – Papa sage ich jetzt jedenfalls nicht zu ihm (lacht). Für mich ist es großartig, dass so ein Welttrainer mir regelmäßig das Vertrauen schenkt. Er gibt mir ein gutes Gefühl, das schadet natürlich nichts. 

Was hat Ihre Mutter gesagt, als sie das Zitat gehört hatte? 

(lacht) Sie hat gesagt, sie wüsste nichts davon. Aber sie hat das natürlich mit Spaß aufgenommen. 

Was sind Ihre Ziele für das Jahr 2016? 

Eine gute Vorbereitung zu spielen, hart zu trainieren und dann gut in die Rückrunde zu starten. Das klingt banal, aber als Sportler musst du so denken. Schritt für Schritt. Wir haben gleich zum Auftakt viele schwere Spiele vor der Brust, vor allem auswärts, da müssen wir sofort voll da sein. Darum geht es. 

Haben Sie sich nun eine gewisse Anzahl an Einsätzen vorgenommen? 

Nein, habe ich nicht. Ich hoffe, dass es ähnlich viele oder sogar noch mehr als in der Hinrunde werden. Ich mache mich aber da nicht verrückt mit Zahlenspielen. 

Vor Ihrem Wechsel zum FC Bayern sagten Sie, Sie freuten sich vor allem auf Bastian Schweinsteiger. Von wem schauen Sie sich jetzt das meiste ab, nachdem er gegangen ist? 

Das werde ich oft gefragt. Ich kann mir hier von jedem Einzelnen viel abschauen. Besonders schaue ich auf Xabi Alonso, auf seine Ruhe am Ball, seine Übersicht, seine Ideen, seine langen Bälle – von ihm lerne ich jeden Tag. Aber auch von Thiago, David Alaba, ich könnte da jetzt wirklich alle aufzählen. Jeder hier ist besonders, sonst wäre er nicht beim FC Bayern. 

In der Juniorennationalmannschaft haben Sie schon als rechter Verteidiger agiert, auch hier in München wurden Sie in dieser Problemzone getestet. Ist das eine Option für die Zukunft? 

Generell kann ich mich mit jeder Position anfreunden, solange ich beim FC Bayern auflaufen darf. Klar komme ich eher aus dem zentralen Mittelfeld, aber so, wie das Spiel hier interpretiert wird, ist das sowieso etwas anders als beim DFB. Pep Guardiola postiert die Außenverteidiger weiter vorne, sie sind fast schon Mittelfeldspieler. Mir kommt das entgegen, ich habe das gegen Darmstadt zum Beispiel mal gespielt, und das hat mir Spaß gemacht. 

Wo haben Sie denn den Winterurlaub verbracht? 

Ich war mit meiner Freundin und meiner Familie in der Nähe von Dubai – von dem Hotelbrand dort haben wir aber nichts mitbekommen. 

Sie sagten im vergangenen Sommer, Sie kämen nicht als Fan zum FC Bayern – das haben Sie bewiesen ... 

(lacht) Das hoffe ich doch – und jetzt hier in Doha bin ich auch nicht als Tourist. Ich brenne auf die Rückrunde mit Bayern.

Alle Informationen vom Tag 2 des Trainingslager des FC Bayern lesen Sie in unserem Live-Ticker.

Interview von Andreas Werner

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