Bosse des FC Bayern: Sportdirektor Hasan Salihamidzic (li.) und Oliver Kahn.
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Bosse des FC Bayern: Sportdirektor Hasan Salihamidzic (li.) und Oliver Kahn.

„Es gibt zwei Perspektiven“

Nach Transfer-Versprechen von Hansi Flick: Sind sich die Bosse beim FC Bayern nicht einig?

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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Hansi Flick kündigt beim FC Bayern überzeugt Transfers an - entgegen Vorstand Oliver Kahn. Hasan Salihamidzic redet freilich auch noch mit. Sprechen die Münchner dieselbe Sprache? Eine Einordnung.

  • FC Bayern München*: Trainer Hansi Flick äußert sich zur Transfer-Fragen beim Rekordmeister.
  • Flick, Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Vorstand Oliver Kahn widersprechen sich teilweise.
  • Auch die Weltmeister Thomas Müller und Manuel Neuer schalten sich in die Transfer-Debatte* beim designierten Bundesliga*-Meister ein.

München - Hansi Flick hat die Transfer-Diskussionen rund um den deutschen Rekordmeister samt der branchenüblichen Gerüchte befeuert. Wohl eher unabsichtlich, aber umso nachhaltiger.

„Ich kann dazu nur sagen: Es wird Transfers geben. Wir werden Zugänge bekommen, wie wir auch Abgänge haben werden“, erklärte der Trainer des FC Bayern München* nach dem 2:1 in der Bundesliga gegen Gladbach* bei Sky: „Auch wenn wir auf Gehalt verzichten. Das ist ganz normal.“

Transferpolitik des FC Bayern: Thomas Müller und Manuel Neuer mischen sich ein

Zuvor hatten sich Identifikationsfigur Thomas Müller und Kapitän Manuel Neuer* zu den Themen Neuzugängen und Gehaltsverzicht wegen der Corona-Krise geäußert. Öffentlich. Und durchaus kritisch.

„Es ist paradox, wenn es immer um Neuzugänge geht und gleichzeitig Gehalt eingespart wird“, meinte Ex-Nationalspieler Müller unter der Woche in der ARDHasan Salihamidzic grätschte, um im Fußball-Jargon zu bleiben, dazwischen.

FC Bayern München: Hasan Salihamidzic rügt Thomas Müller

„Der Thomas hat sich natürlich nach dem Pokalspiel, als er nicht so zufrieden mit der Leistung der Mannschaft war, vielleicht mit seiner Aussage ein bisschen verdribbelt“, sagte der Sportdirektor unmittelbar vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach bei Sky. „Da haben wir am nächsten Tag direkt drüber gesprochen, wir haben uns hingesetzt. Ich habe ihm gesagt, dass das nicht korrekt war.“

Neuer versuchte hinterher, zu relativieren. „Hasan vertritt den Verein und ist verantwortlich, den Kader für die nächste Saison zu planen. Deshalb gibt es da zwei Perspektiven“, sagte der 34-jährige Torwart bei Sky

Und einen Tag später meldete sich Bayern-Liebling Müller* via Social Media - er beschwichtigte.

Kader des FC Bayern München: Flick, Kahn und Salihamidzic widersprechen sich

Und doch drängt sich seit Wochen der Eindruck auf, dass die Verantwortlichen aus München in puncto Transfermarkt und Kader-Planung beim FC Bayern* wegen der veränderten wirtschaftlichen (und sozialpolitischen) Gemengelage nicht immer dieselbe Sprache sprechen.

Trainer des FC Bayern: Hansi Flick.

Flick will Verstärkungen. Das machte der 55-jährige Badener schon in der Winterpause unmissverständlich klar. Markant: Damals war er noch Cheftrainer auf Zeit. 

Jetzt sandte er also die nächste Botschaft in Richtung Chefetage an der Säbener Straße 51. Dabei hatte der designierte Rummenigge-Nachfolger und Vorstand Oliver Kahn * unlängst sogar einen Transfer-Verzicht wegen der Corona-Auswirkungen nicht ausgeschlossen.

FC Bayern München: Einigung in Transfer-Politik als Herausforderung

„Das könnte eine Option sein“,  sagte Kahn bei Sky90. Viele Vereine würden sich „viele Gedanken machen. Wie geht das Ganze nach Corona weiter? Und was bedeutet das finanziell?“. 

Pikant: Zuvor hatte Salihamidzic im Gespräch mit der Welt am Sonntag noch angekündigt: „Wir wollen uns mit einem Toptalent aus Europa verstärken und auch einen internationalen Star nach München bringen.“

Die Spieler-Aussagen dazu gemischt, klingt das alles etwas widersprüchlich und nicht abgesprochen beim alten und wohl auch neuen Deutschen Meister der Bundesliga* (es fehlen nur noch zwei Punkte aus drei Spielen). 

So wird eine Einigung in der Transferpolitik im Vorfeld der siebten Titelverteidigung in Folge offenbar zur schwierigsten Aufgabe für die Bayern.

pm

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