Der Mann für die Trendwende? Arjen Robben wird gegen Köln von Beginn an spielen.
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Der Mann für die Trendwende? Arjen Robben wird gegen Köln von Beginn an spielen.

So viele Mass will Ancelotti trinken

FC Bayern nach Madrid-Pleite: Münchner Brummschädel

  • Marc Beyer
    vonMarc Beyer
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München - Drei Tage nach der ersten Saisonniederlage trifft der FC Bayern auf den 1. FC Köln. Das 0:1 von Madrid wirkt nach. In der Liga will man die Stimmung möglichst schnell drehen.

Der Kölner Trainer Peter Stöger hat nicht nur einen ausgeprägten Sinn für Humor, sondern auch eine knallpinke Lederhose. Das wäre südlich von Köln nicht der Rede wert, wenn nicht aktuell auf der Wiesn die weltgrößte Lederhosenparade stattfinden würde. Weil in dieser Zeit jedes Thema in München irgendeinen Wiesnbezug hat, gab es also auch beim 1. FC Köln, der am Samstag Gast der Bayern ist, Klärungsbedarf. Ergebnis: Die Hose bleibt im Schrank.

Traditionell geht der Rekordmeister während des Oktoberfestes mit einer Mischung aus Gelassenheit und unverhohlener Vorfreude in die Heimspiele. Aus gutem Grund: die letzten 13 Partien in sämtlichen Wettbewerben endeten in dieser Phase mit Münchner Siegen. Diesmal jedoch ist das Gefühl ein bisschen flauer, und das hängt nur zum Teil mit dem nächsten Gegner zusammen. Zu einem größeren Teil verantwortlich ist der vergangene.

Das 0:1 in Madrid, die erste Niederlage unter Carlo Ancelotti, wirkt schmerzhaft nach. Es ist gar nicht mal die nackte Tatsache, dass auch die Bayern schlagbar sind, die ihnen zu schaffen macht. „Wir sind nicht das einzige Team, das im Calderon Schwierigkeiten hatte“, gibt Ancelotti zu bedenken. Atletico ist in Europa eine Premium-Adresse, da kann man mal verlieren.

„Er ist sehr gefährlich“

Der Brummschädel, mit dem die Bayern aus Spanien zurückkehrten, ist eher eine Folge des allgemeinen Auftretens. Die Tore am Mittwoch und im Halbfinale vor fünf Monaten ähneln sich frappierend, beide fielen nach schnellen Vorstößen, als die Bayern selbst mit vereinten Mitteln nicht die Offensivkräfte Saul (April) bzw. Griezmann und Carrasco stoppen konnten. Zu Wochenbeginn, auf dem Weg nach Madrid, war die alte Partie ein abschreckendes Beispiel. Auf dem Rückweg mussten die Münchner die Neuauflage verdauen.

Das Abwehrverhalten, speziell das Umschalten nach Ballverlusten im Spielaufbau steht auf der Agenda weit oben. „Manchmal helfen einem Niederlagen, um besser zu werden“, sagt Ancelotti. Wie die Bayern die schmerzhafte Erfahrung im Estadio Vicente Calderon verarbeiten, soll sich schon am Wochenende gegen Köln zeigen. Gegen eine Mannschaft, die viel Lob erfährt für ihr diszipliniertes Defensivverhalten und in der Vorwärtsbewegung mit Männern wie dem quirligen Ex-Löwen Yuya Osako sowie Anthony Modeste zuletzt zahlreiche Akzente gesetzt hat.

In der Summe machen die starken Vorstellungen der letzten Wochen den FC noch nicht zu einer Miniatur-Ausgabe Atleticos, dessen ultrastabile Abwehr die Münchner so schwer hat leiden lassen. Aber dass dieser Gegner auch einem FC Bayern weh tun kann, das ahnt der Trainer sehr wohl. Anthony Modeste zum Beispiel, den Franzosen im Formhoch, kennt Ancelotti noch aus seiner Zeit als Coach bei Paris Saint Germain. „Er ist sehr gefährlich.“

Robben wird von Beginn an spielen

Erschwerend kommt hinzu, dass die Bayern viel Energie gelassen haben. Einige ihrer Leistungsträger sind ohnehin nicht mehr die Jüngsten, weswegen Ancelotti in gewohnter Offenheit ankündigt: „Ich muss ein paar Spieler wechseln.“ Über Xabi Alonso etwa sagte schon Pep Guardiola, ohne regelmäßige Pausen werde er „sterben“. Auch Philipp Lahm wäre ein Kandidat, und Franck Ribery ließ am Freitag das Training ausfallen. Die exakten Beschwerden des Linksaußen konnte Ancelotti nicht benennen, er beließ es bei einem vagen Hinweis auf allgemeine Müdigkeit. Dennoch werde Ribery gegen Köln „bereit“ sein. Ob auf dem Rasen oder auf der Bank, blieb offen.

Konkreter ist die Wochenend-Perspektive für den zweiten Altmeister auf dem Flügel. Arjen Robben wird von Beginn an spielen, zum ersten Mal seit dem 5. März. Robbens Comeback als Einwechselspieler verlief mit einem Tor gegen Berlin verheißungsvoll. Spieler wie er können, wenn alles optimal läuft, in kürzester Zeit Akzente setzen. Das ist auch für das Köln-Spiel die große Münchner Hoffnung. Mit einem Sieg und einem positiven Trend in die Länderspielpause.

Wenn es drei Punkte gibt, kündigt Carlo Ancelotti an, werde er beim gemeinsamen Wiesnbesuch am Sonntag drei Mass trinken. „Vielleicht auch vier.“

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