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Christian Nerlinger.

Leverkusen Favorit? Da muss ich schmunzeln

München - FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger spricht im Interview über Ribéry, Kroos & den Titelkampf.

Herr Nerlinger, Franck Ribéry musste gegen Ingolstadt nach 61 Minuten raus. Haben Sie Sorge, dass sein Fitness-Rückstand zu groß ist?

Christian Nerlinger: Nein, überhaupt nicht. Franck hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Nach so einer langen Verletzung ist eine gewisse Aufbauphase normal, er liegt völlig im Plan. Ich bin sehr optimistisch, dass Franck bald wieder der Alte ist.

Es heißt unter Sportlern: So lange wie man verletzt war braucht man auch, um auf das alte Level zu kommen. Dann wäre Ribéry erst gegen Saisonende wieder in Top-Form…

Nerlinger: Ach, das ist so eine Faustregel. Ich denke, davon wird sich unsere medizinische Abteilung nicht beeindrucken lassen.

Es heißt, dass nächste Woche die Vertragsverhandlungen mit Ribéry beginnen.

Nerlinger: Das ist falsch. Wir haben das irgendwann geplant, aber so schnell sollen noch keine Gespräche stattfinden. Wir haben keinen festen Zeitpunkt im Kopf, aber sicherlich nicht innerhalb der nächsten zwei Wochen.

Wie zufrieden sind Sie mit der Gesamtsituation?

Nerlinger: Bremen war ein Klasse-Spiel von unserer Mannschaft – bis auf die Chancenverwertung. Aber eigentlich hatte ich nie Angst, dass wir nicht noch einmal zurückschlagen können. Die Mannschaft hat sich gut präsentiert. Aber bei allem Lob muss man auch sagen: Unsere Mannschaft ist noch immer Zweiter. Wir dürfen uns keinen Ausrutscher erlauben, wir wollen ganz nach oben.

Wann wird Leverkusen von der Spitze verdrängt?

Nerlinger: Ich habe eine Aussage von Peter Neururer gehört. Er meinte, dass Leverkusen nach dem Auftritt in Hoffenheim für ihn nun Favorit auf den Titel sei. Darüber musste ich schon schmunzeln. Favorit ist und bleibt der FC Bayern, wir wollen den Titel. Aber man muss auch sagen: Leverkusen macht einen sehr stabilen Eindruck.

Auch dank Toni Kroos. Halten Sie es wie Karl-Heinz Rummenigge, der betont, dass Kroos zu 100 Prozent zum FC Bayern zurückkehrt?

Nerlinger: Ich möchte da nicht von Prozenten sprechen. Tonis Entwicklung ist enorm. Aber Personalfragen stehen bei uns im Moment noch nicht an. Ich möchte erst noch das persönliche Gespräch mit Toni suchen, auch seine Meinung hören.

Letzte Frage: Der DFB-Leistungstest in Sindelfingen wurde verkürzt, die Spieler kehrten bereits am Dienstag zurück. Ist jetzt auch Louis van Gaal wieder besänftigt?

Nerlinger: Es war alles okay, Louis war auch immer ruhig. Aber es ist mir schon klar, dass sich Leverkusen beispielsweise bei so etwas leichter tut. Die spielen nicht mehr im Pokal und auch nicht in der Champions League. Die haben bis zum Saisonende nur noch normale Wochen, können durchtrainieren. Wir dagegen haben aber ab übernächster Woche einen Wahnsinns-Rhythmus. Da wäre es Louis van Gaal einfach wichtig gewesen, konzentriert durchzuarbeiten. Aber die Gespräche mit dem DFB und Oliver Bierhoff waren sehr gut. Louis van Gaal hat keine grundsätzlichen Probleme mit dem DFB, es droht sicher kein Dauerkonflikt.

Interview: Tobias Altschäffl

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