Ex-Bayern kritisieren Ideenlosigkeit

Kahn und Ze Roberto: „Ancelotti-Verpflichtung war ein Fehler“

  • Denis Huber
    VonDenis Huber
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München - Von den Glanzleistungen der letzten Jahre ist der FC Bayern derzeit ziemlich weit entfernt. Fehlen Trainer Carlo Ancelotti die Ideen? Das meint zumindest Oliver Kahn. Und Ze Roberto hält die Verpflichtung des Italieners schlicht für einen Fehler.

Am Ende musste es ein Standard richten. Dank des Kopfballtreffers von Mats Hummels nach einem Eckball von Joshua Kimmich siegte der FC Bayern am Samstag mit 2:1 gegen Bayer Leverkusen und fuhr nach drei sieglosen Partien wieder einen Dreier ein.

Schön anzusehen war es allerdings nicht, was die 75.000 Zuschauer am Samstagabend in der Allianz Arena geboten bekamen. Das sahen auch die Beteiligten so. „Es gibt Momente in der Saison, da ist es wichtiger zu gewinnen, als gut zu spielen“, räumte Trainer Carlo Ancelotti nach dem Schlusspfiff selbst ein.

„Bayern hat bei der Verpflichtung Carlo Ancelottis einen Fehler gemacht“

Der FC Bayern Ende November 2016 ist ziemlich weit entfernt von den Glanzleistungen, die die Mannschaft unter Pep Guardiola in den vergangenen drei Jahren in schöner Regelmäßigkeit aufs Fußballparkett zauberte. Handelt es sich nur um eine Momentaufnahme? Oder ist Ancelotti gar eine Fehlbesetzung? 

Wenn es nach den beiden ehemaligen Bayern-Größen Oliver Kahn und Ze Roberto geht, eher letzteres. Der Brasilianer, mit 42 Jahren immer noch als Profi aktiv, hat in seiner Heimat mit SE Palmeiras gerade die nationale Meisterschaft eingetütet und findet bei Sport1 deutliche Worte: "Bayern hat bei der Verpflichtung Carlo Ancelottis einen Fehler gemacht. Aber es ist schwierig, einen Trainer auf dem Niveau Pep Guardiolas zu finden oder jemanden, der wenigstens in der Philosophie ähnlich ist.“

Torwart-Titan Kahn äußert ebenfalls Kritik, formuliert aber etwas vorsichtiger. „Es fällt auf, dass das Spiel unter Carlo Ancelotti deutlich ideenloser ist als unter Pep Guardiola. Sie spielen immer nur im 4-3-3-System und davon weicht Ancelotti auch nicht ab. Es ist die Frage, ob das im heutigen Fußball noch sinnvoll ist, immer nur ein System zu spielen. Für die Mannschaft ist das eine totale Umstellung zu Pep Guardiola. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, einen Trainer zu holen, der die Idee von Guardiola weiter verfolgt“, sagte Kahn am Sonntagabend bei Sky90.

Lahm und Rummenigge von Ancelotti überzeugt

Bei den in der Verantwortung stehenden hört sich das allerdings anders an. „Das braucht Zeit, wir haben einen neuen Trainer mit einer neuen Idee. Das muss jeder verinnerlichen, die Automatismen müssen trainiert und einstudiert werden“, ergriff Kapitän Philipp Lahm Partei für seinen Trainer.

Und bereits am Freitag, auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern, rief der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge vor allen anwesenden Mitgliedern dem italienischen Coach zu:  "Lieber Carlo, wir gewinnen hier gemeinsam, und wir verlieren hier gemeinsam. Aber eines, das ist das Wichtigste: Du hast unser vollstes Vertrauen.“

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