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Breite Brust: Robert Lewandowski war in Eindhoven stärkster Bayer – seine Tore sind die Münchner Lebensversicherung. 

Bayern im Champions League-Achtelfinale

Finale am Nikolaus-Tag

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Die Entscheidung, ob der FC Bayern als Gruppenerster in der Champions League überwintert, fällt wohl im letzten Spiel gegen Atletico Madrid. Mal sehen, wer am 6. Dezember zum Krampus wird

Eindhoven – Das Hotel „Pullman“ gilt als eine der besten Adressen von Eindhoven, von außen betrachtet aber ist es ein eher uncharmanter Betonblock. Schauten die Stars des FC Bayern aus dem Fenster, hatten sie zwei Optionen: Die Luxus-Einkaufspassage „de Heuvel“ – oder den imposanten Kirchenbau „De Kapel“. Nach ihrem 2:1-Sieg war das durchaus passend. Durften sich die Münchner schon etwas gönnen? Oder sollten sie doch lieber den Beistand von oben suchen?

Sie stehen im Achtelfinale der Champions League, das war die unumstößliche Nachricht in Eindhoven. Doch das Fernduell um Gruppenplatz 1 geht weiter, und weil Atletico Madrid gegen Rostow in der 95. Minute noch der Sieg gelang, sind die Bayern weiter im Hintertreffen, weil sie das erste Duell mit den Spaniern verloren haben. Ihre Reise nach Russland läuft unter der Rubrik Pflichtaufgabe, erledigen Münchner wie Madrilenen am vorletzten Spieltag ihre Hausaufgaben, kommt es am Nikolaustag in der Allianz Arena zum ersten Finale der noch jungen Saison. Vermutlich müssen die Bayern dann mit zwei Toren Abstand gewinnen. „Das ist eine Herausforderung“, sagte Mats Hummels, „Atletico ist nicht bekannt dafür, hoch zu verlieren.“ Ganz im Gegenteil.

So oder so wird das Kräftemessen mit dem Champions League-Finalisten der Vorsaison ein wichtiger Gradmesser für die internationale Tauglichkeit der Münchner. Gegen Eindhoven taten sie sich wieder einmal schwer, gaben sie selber zu, auch wenn sie am Ende auf 22:4 Torschüsse verwiesen. Da könne man von einem überzeugenden Auswärtsspiel sprechen, fand Hummels. Jein. Am treffendsten formulierte wohl Thomas Müller sein Fazit: „Es war ein gutes Spiel, aber wegen des Rückstands wird es als enges in die Bücher eingehen.“

Eine besondere Notiz verdiente sich dabei einmal mehr Robert Lewandowski, dessen zwei Tore sein Tagwerk noch unzureichend abbildeten; er hätte angesichts von drei weiteren Latten- und Pfostentreffern noch öfter jubeln können. Auffallend ist aber auch, wie abhängig die Bayern aktuell von ihrem Ausnahmestürmer sind. „Dass er Tore macht, steht in seiner Arbeitsplatzbeschreibung“, meinte Müller, doch ganz so einfach ist es freilich nicht. Auch andere sollten sich berufen fühlen, und Müller räumte selbst ein: „Ich muss den Ball auch mal wieder reinschießen.“

Carlo Ancelotti hatte gegen Eindhoven ein wenig an der Taktik geschraubt, erstmals brachte sich der Italiener mit richtig neuen Kreationen ein; nur gab es noch Anlaufprobleme. Müller begann als verkappter Linksaußen und rückte später vollends hinter Lewandowski in die Zentrale. Da ist noch Luft nach oben, es kann aber eine Option sein. „Ich versuche, für Lewandowski Räume zu schaffen und im 16er Anspielstation zu sein“, skizzierte Müller seine Aufgabe in Eindhoven.

Bis auf weiteres ist nur auf Lewandowski Verlass, der seine zwischenzeitliche Ladehemmung überwunden hat. Es habe ihm gutgetan, dass er mal pausieren durfte, erklärte er seinen Aufwärtstrend, nach der EM sei ein Tief nur logisch gewesen. „Ich konnte jetzt wieder mehr trainieren und habe wieder Kraft.“

Wie wichtig das Duell um Gruppenplatz 1 sei, wurde jeder Bayern-Profi gefragt. Am ehrlichsten antwortete Lewandowski: „Du bekommst theoretisch einen leichteren Gegner im Achtelfinale – aber nur theoretisch.“ Die Entscheidung fällt wohl am Nikolaustag. Mal sehen, wer da zum Krampus wird und dem anderen die Freude verdirbt.

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