Die Frauen des FC Bayern waren nach dem Pokal-Aus schwer enttäuscht.
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Die Frauen des FC Bayern waren nach dem Pokal-Aus schwer enttäuscht.

Aus im DFB-Pokal gegen VfL Wolfsburg

Niederlage nach 26 Siegen: Erste Titelchance des FC Bayern geplatzt

  • vonRedaktion Münchner Merkur
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Mit dem Ende der beeindruckenden Siegesserie müssen die Frauen des FC Bayern die erste Chance auf einen Titel abhaken. Wolfsburg steht im Finale des DFB-Pokals.

Wolfsburg/München – Nach zuvor 26 Siegen ist die beeindruckende Serie der Frauen des FC Bayern zur Unzeit gerissen. Ausgerechnet in einem der wichtigsten Spiele der Saison, dem Halbfinale im DFB-Pokal beim VfL Wolfsburg, konnte die Mannschaft am Sonntag nicht an die zuletzt mit so großer Konstanz gezeigten Leistungen anschließen. 

Nach der 0:2-Niederlage ist die erste Titelchance in einer bislang überragenden Saison dahin. „Ich kann mir leider nicht erklären, warum wir nicht gut ins Spiel reingekommen sind“, rätselte Kapitänin Lina Magull nach Abpfiff: „Wolfsburg war von Beginn an griffiger auf dem Platz, und wir haben uns ein bisschen zu sehr einlullen lassen. Wir haben einfach nicht das gezeigt, was wir in den letzten Wochen gezeigt haben: Ruhe bewahren, von hinten rausspielen.“

DFB-Pokal der Frauen: FC Bayern verschläft gegen VfL Wolfsburg die erste Hälfte

Vor allem in der Anfangsphase setzte Wolfsburg die Bayern stark unter Druck, dem Führungstor durch Alexandra Popp ging bereits ein Lattentreffer durch Rebecka Blomqvist voraus. Es dauerte knapp 25 Minuten, bis die Münchnerinnen besser ins Spiel fanden, aber in der Nachspielzeit der ersten Hälfte legte VfL-Stürmerin Ewa Pajor das zweite Tor nach. „Die erste Halbzeit haben wir verschlafen“, räumte Bayern-Trainer Jens Scheuer ein: „Wir wollten eigentlich das Spiel bestimmen, aber haben uns da von der Robustheit von Wolfsburg ein bisschen einschüchtern lassen.“

Erstmals überhaupt in dieser Saison gerieten die Bayern-Frauen in Rückstand, erstmals mussten sie zwei Gegentreffer hinnehmen. In der zweiten Halbzeit versuchte die Mannschaft viel und gab nicht auf, aber die Zielstrebigkeit, die Dynamik und Kreativität in der Offensive, die zu mehr als 100 Pflichtspiel-Toren geführt hatte, wurde diesmal vermisst. Die Bayern erlaubten sich auch einige ungewohnte Ballverluste, einer davon führte zum Platzverweis von Simone Boye Sörensen wegen einer Notbremse kurz vor Abpfiff. „Heute hat einfach die letzte Zugkraft gefehlt“, erklärte Abwehrchefin Marina Hegering: „Von vorne bis hinten fehlten einfach die letzten drei, vier Prozent Entschlossenheit und Zielstrebigkeit. Der unbedingte Wille war bei Wolfsburg größer. Da kann es viele Gründe dafür geben. Trotzdem müssen wir uns an die eigene Nase fassen.“

FC Bayern hat in der Bundesliga fünf Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg

Vielleicht ist die große Belastung der letzten Tage und Wochen einer dieser Gründe. Das Spiel in Wolfsburg war innerhalb von sieben Tagen das dritte Auswärtsspiel, noch am Donnerstagabend hatten die Bayern-Frauen beim FC Rosengard in Schweden den Einzug ins Halbfinale der Champions League gesichert, Klara Bühl und Linda Dallmann gingen in Wolfsburg angeschlagen ins Spiel. Der VfL hatte nach seinem Champions-League-Aus gegen den kommenden Bayern-Gegner Chelsea einen Tag mehr zur Regeneration und ging mit der Motivation ins Spiel, dass der DFB-Pokal der letzte Titel ist, den die Wölfinnen in dieser Saison aus eigener Kraft gewinnen können. Denn in der Bundesliga hat der FC Bayern fünf Punkte Vorsprung.

Nach der Länderspielpause steht für die Münchnerinnen nun das schwere Heimspiel gegen Hoffenheim an, bis dahin wollen und müssen die Bayern-Frauen das bittere Pokal-Aus abgehakt haben. „Wir schauen trotzdem positiv nach vorne und wollen in der Liga und der Champions League an unsere Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen“, stellte Torhüterin Laura Benkarth klar.

(CHRISTIAN STÜWE)

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