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Torlos für Polen: Lewandowski (r.)

FC Bayern muss liefern

Die Bayern-Krise: Endspiel-Wochen im Herbst

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Den FC Bayern erwarten sieben Spiele in 18 Tagen - und zum Abschluss steht der Reifetest gegen Dortmund an

München – Als am Dienstag der Schlusspfiff im Stade de France ertönte, gaben manche deutsche Spieler ein tristes Bild ab, das mit Blick auf die Umstände der 1:2-Niederlage gegen Frankreich etwas irritierte. Niklas Süle stützte die Hände auf die Knie und blickte lang zu Boden, Joshua Kimmich musste tröstend der Kopf gestreichelt werden. Die Atmosphäre war, als hätte die DFB-Auswahl gerade ein wichtiges Finale verloren. Es spricht zum einen für den Ehrgeiz, der selbst in der Nations League greift. Zum anderen sagt es aber auch etwas aus über das Nervenkostüm, vor allem das der Münchner.

Niko Kovac hatte gehofft, seine von vier sieglosen Spielen verstörten Profis würden sich im Kreise ihrer Nationalteams gesundsiegen. Daraus wurde nichts; die Deutschen verloren beide Partien, Thiago wurde mit Spanien beim 2:3 gegen England teilweise vorgeführt, Robert Lewandowski trifft auch für Polen nicht mehr (seine Durststrecke ist im Nationaldress sogar noch länger, weit über 500 Minuten) und stieg ab. Lediglich James feierte mit Kolumbien zwei Siege, er steuerte sogar ein Traumtor bei. Ausgerechnet der, der unter Kovac zuletzt wegen anhaltender Nichtnominierung zu murren begonnen hatte.

Es stehen Endspielwochen an für die Münchner: Sieben Partien in 18 Tagen, und am Ende wartet das Duell mit Borussia Dortmund als ultimativer Abschlusstest. Kovac darf sich der Rückendeckung der Vereinsführung sicher sein, sollten die kommenden Wochen aber keine Trendwende bedeuten, wird es viel Gegenwind für ihn geben. Die Gegner haben bis auf den BVB allerdings kaum das Format, Probleme zu bereiten; es geht zwei Mal in der Champions League gegen AEK Athen, dazu in der Liga gegen Mainz und Freiburg sowie im Pokal gegen den SV Rödinghausen e.V. – bei diesen Namen sollte man zumindest oberflächlich und von den Resultaten her wieder in die Spur finden.

Ob es auch nachhaltige Verbesserungen gibt, wird sich wohl erst später zeigen. Angeblich sind die Stars unzufrieden, vor allem, was die Taktik für die Offensive angeht. Kovac hat auch in der Abwehr viel Arbeit – die letzten vier Spiele kassierte man immer mindestens ein Tor. Die fehlende Balance konnte er in den letzten Tagen kaum beheben; wegen der Länderspielpause fehlte das Gros der Spieler. Positive Nachrichten gab es aus dem Lazarett: Jerome Boateng und Leon Goretzka konnten wieder voll trainieren, nachdem sie bei der Nationalelf wegen Verletzungen aussetzen mussten. Auch Rafinha meldet sich wieder zum Dienst, gerade rechtzeitig, da David Alaba ausfällt.

Nach außen demonstrierte Arjen Robben gestern in einem Interview mit der „kicker“ Gelassenheit. „Wir im Verein müssen ruhig bleiben – wenn wir uns zu viele Gedanken und Stress machen, geht es in die falsche Richtung“, sagte der Niederländer, „wir müssen die Gegner wieder dominieren. Wenn man die letzten Spiele größer macht, als sie sind, redet man sich selber in eine Krise.“ Er sei der Überzeugung, „dass es um Kleinigkeiten geht. Wir brauchen einen Sieg, dann sieht es wieder anders aus.“

Morgen geht es zum VfL Wolfsburg, und der Manager der Niedersachsen erwartet die Bayern mit Vorfreude. Er glaube, sagte Marcel Schäfer, „dass es ein guter Zeitpunkt ist, Bayern nach einer Länderspielpause als Gast zu haben“. Die vielen Nationalspieler seien in der weiten Welt unterwegs gewesen, hatten daher kaum Regenrationszeit. Und dieses Mal kamen sie auch noch mit hängenden Köpfen nach Hause – aus Paris und quasi aller Welt.

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