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Nach dem souveränen Hinspielsieg ist der FC Bayern am Bosporus von allzu großen sorgen befreit.

Komfortabler Vorsprung

FCB auf Genussfahrt: „Wenn wir das nicht verteidigen, müssen wir aufhören“

Der sportliche Reiz des Achtelfinal-Rückspiels in der Champions League bei Besiktas Istanbul ist für Bayern München überschaubar. 

Istanbul - Der Abstecher nach Istanbul wird zur Genussreise, doch trotz der fehlenden Spannung will Bayern München das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Besiktas nicht zur Spaßveranstaltung verkommen lassen. "Wir wollen genießen, was wir uns im Hinspiel erarbeitet haben", sagte Kapitän Thomas Müller, betonte aber auch: "Genießen darf man nicht mit Sightseeing verwechseln. Wir werden das tausendprozentig seriös angehen."

Trotz des 5:0 im Hinspiel scheint am Mittwoch (18.00 Uhr/Sky und ZDF) Ernsthaftigkeit auch geboten: Die Bayern müssen in die berüchtigte "Hölle am Bosporus", ins lauteste Stadion Europas. Trainer Jupp Heynckes erwartet "heißblütige Fans", Klubchef Karl-Heinz Rummenigge einen "gewaltigen akustischen Orkan", zugleich berichtete er: Nach dem bislang einzigen Auftritt der Münchner in Istanbul 1997 habe man ja "noch tagelang Ohrensausen gehabt, wie nach einem Rolling-Stones-Konzert".

„Dann müssen wir aufhören“

Hölle hin oder her - dass sie deswegen ein 5:0 verspielen könnten, glauben die Münchner nun wirklich nicht. "Da kann nichts passieren! Da habe ich keine Sorge. Wenn wir ein 5:0 nicht verteidigen, müssen wir aufhören", sagte Präsident Uli Hoeneß am Dienstag vor dem Abflug nach Istanbul. "Wir wollen von Anfang an zeigen, dass hier keine Hoffnung aufkeimt, dass gar keiner an Wunder glauben kann", sagte Müller.

Dank einer Sondergenehmigung werden die Bayern gleich nach dem Spiel zurückfliegen und um 1.40 Uhr in der Nacht zum Donnerstag wieder daheim landen. Selbst bei Besiktas wissen sie, dass sich der FC Bayern die Kurzreise auch fast hätte schenken können. "Unser Traum vom Viertelfinale wurde brutal zerstört", sagte Trainer Senol Günes, der deutsche Rekordmeister habe "dafür gesorgt, dass wir uns jetzt verstärkt der Liga widmen". Auch den Münchnern wäre nicht zu verdenken, wenn sie sich schon mal damit befassen, dass sie am Sonntag bei RB Leipzig vorzeitig den 28. Meistertitel klarmachen können.

Salihamidzic gibt die Richtung vor

Aber "das ist nicht im Vordergrund", betonte Sportdirektor Hasan Salihamidzic, "erst mal kommt der Mittwoch". Und der soll mit einer "Topeinstellung" angegangen werden. Denn: Heynckes könnte als erster Trainer den elften Sieg in der Königsklasse nacheinander feiern; es geht auch um Punkte für die UEFA-Rangliste und Geld; und es gilt, ein Zeichen zu setzen: "Wir wollen uns gut präsentieren, auch im Hinblick auf das Viertelfinale", betonte Salihamidzic.

Ihren Gegner erfahren die Münchner bei der Auslosung am Freitag. "Wenn wir dabei sind, und danach sieht es aus, hoffe ich, dass es ein schönes Los gibt, das uns die Chance gibt, ins Halbfinale einzuziehen", sagte Rummenigge. Er warnte zugleich: Die Champions League zu gewinnen, werde "schwierig, auch in diesem Jahr". Der FC Bayern tue "gut daran, nicht schon vom Champions-League-Sieg zu träumen, wir müssen da ganz ruhig bleiben".

Nicht mit an Bord war am Dienstag unter anderem Arjen Robben: eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Wenn es unbedingt hätte sein müssen, hätte er spielen können", sagte Heynckes. Den Niederländer zwickt ein Nerv. Auch der Franzose Corentin Tolisso (Schienbeinprellung) blieb in München, ebenso die Langzeitverletzten Kingsley Coman (Syndesmose) und Manuel Neuer (Mittelfuß). Besiktas fehlen Pepe (Zehenbruch) und Domagoj Vida (Rotsperre).

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