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„Ich bin ein Fan der Spielidee des Trainers“: Linda Dallmann wechselte von Essen zum FC Bayern. 

Neue Mittelfeldspielerin beim FCB 

„Das fehlt mir noch zu einer Topspielerin“: Bayern-Neuzugang Dallmann im Interview

Nationalspielerin Linda Dallmann wechselte in diesem Sommer von der SGS Essen nach München.

Bei den Bayern-Frauen trägt die 24-Jährige die Nummer 10. Im Interview spricht Dallmann über ihre Spielweise und das WM-Aus mit dem DFB-Team.

Menschen, die aus dem Ruhrgebiet nach München ziehen, berichten manchmal von einem Kulturschock. Wie war es bei Ihnen?

Von Kulturschock kann da nicht die Rede sein. Das liegt in meinem Fall natürlich daran, dass ich in eine Fußballmannschaft gewechselt bin, die aus Spielerinnen aus vielen verschiedenen Ländern, Kulturen und Sprachen besteht. Das macht vieles leichter.

Es hilft vermutlich auch, dass Sie viele Spielerinnen schon aus der Nationalmannschaft kennen ...

Ja, es war ein sehr leichter Einstieg für mich. Fast alle Spielerinnen wohnen bei mir in der Nähe. Wir fahren zusammen zum Training und unternehmen etwas zusammen in unserer Freizeit. Das macht es natürlich nochmal einfacher für jemanden, der neu ist.

Konnten Sie sich München schon ein wenig anschauen?

Ja, ich hatte noch ein paar freie Tage, bevor es mit dem Training losging. Und auch zwischendurch passt es immer wieder mal. Die Mädels zeigen mir dann die schönsten Stellen.

Sie sind eine beidfüßige Mittelfeldspielerin. Auf welcher Position sehen Sie sich in der Bayern-Mannschaft?

Ich bin eigentlich mit jeder Position zufrieden. Ich spiele gerne auf vielen Positionen und bin flexibel einsetzbar. Ich kann auf der Außenbahn spielen, aber am liebsten spiele ich im Zentrum auf der Zehn. Aber ich nehme die Position an, wo der Trainer mich sieht.

Bei Ihrer Vorstellung haben Sie gesagt, dass Sie in München zu einer Top-Spielerin werden wollen. Was fehlt denn noch?

Ich glaube, dass man das Niveau, auf dem wir jetzt trainieren und spielen, eine Zeit lang braucht, um sich zur Top-Spielerin zu entwickeln. Das ist vom Niveau her hier etwas ganz anderes, die Spielgeschwindigkeit und Schnelligkeit im Training. Das brauche ich noch, um zur Top-Spielerin zu werden.

Wie würden Sie Ihre Spielweise beschreiben?

Ich setze gerne die anderen in Szene. Ich bin jemand, der das Auge für die Mitspielerinnen hat. Ich gebe lieber eine Vorlage, als selbst das Tor zu schießen. Ich kann für Überraschungsmomente sorgen.

Ist Torgefährlichkeit etwas, wo Sie sich noch verbessern können?

Ich freue mich, wenn jemand anders das Tor macht und ich die Vorlage geben konnte. Aber ich sage natürlich auch nicht „nein“ zu einem Tor. Ich mache beides gerne. Aber wir haben viele Spielerinnen in unseren Reihen, die noch mehr für das Toreschießen gemacht sind.

Wie sehen Sie mit ein paar Wochen Abstand das Aus im WM-Viertelfinale?

Die ersten Tage danach habe ich mich sehr damit beschäftigt. Aber dadurch, dass ich jetzt ein neues Kapitel hier aufschlagen konnte, liegt mein Fokus jetzt auf dem FC Bayern, um die WM abzuhaken. Ich denke, das ist der richtige Weg.

Sie haben an der Ruhr-Universität Bochum studiert. Können Sie das Studium hier fortsetzen?

Ja, ich studiere Sportwissenschaft. Ich bin weiter eingeschrieben. Ich werde versuchen, die eine oder andere Klausur in Bochum zu schreiben und hier zu lernen.

Sie kommen in ein Team, das einen großen Umbruch hinter sich hat, mit vielen neuen Spielerinnen und mit Jens Scheuer als neuem Trainer. Wie stark schätzen Sie den FC Bayern derzeit ein?

Ich bin ein Fan der Spielidee des Trainers. Als Spielertyp fühle ich mich da sehr gut aufgehoben. Ich denke, auch die anderen Spielerinnen passen sehr gut in das System. Von daher traue ich dem Team sehr viel zu, wir haben einen sehr starken Kader. Ich bin sehr zuversichtlich.

Interview: Christian Stüwe

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