Bastian Schweinsteiger (l.) und Felix Neureuther bei der Bambi-Verleihung.
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Bastian Schweinsteiger (l.) und Felix Neureuther bei der Bambi-Verleihung.

Vor dem Abschiedsspiel

Interview: Felix Neureuther, was zeichnet Bastian Schweinsteiger aus?

Als Kinder waren Felix Neureuther (34) und Bastian Schweinsteiger (34) auf der Skipiste Konkurrenten, heute sind sie gute Freunde. Das Interview vor dem Abschiedsspiel.

Herr Neureuther, warum hat sich Bastian Schweinsteiger entschieden, Fußballer zu werden und nicht Skifahrer?

Neureuther: Weil er als Fußballer nicht so früh aufstehen muss. Deswegen hat ihm Fußball vielleicht etwas mehr Spaß gemacht. Aber ernsthaft: Der Hauptgrund ist natürlich, dass er schon damals ein überragender Fußballer war. Der war einfach so viel besser als alle anderen in seinem Alter.

Hätte er als Skifahrer auch eine erfolgreiche Karriere gemacht?

Neureuther: Er hätte es auch da weit bringen können, aber im Fußball war er noch talentierter. Da hatte er schon als Junge etwas absolut Geniales. Beim Skifahren war er am Anfang auch einer der Besten, aber dann haben die anderen immer weiter aufgeholt. Beim Fußball hat er immer schnell den nächsten großen Schritt gemacht, deshalb kam er dann auch so jung schon bei den Bayern in den Profikader.

Ihre Wege haben sich 1998 getrennt, als Bastian Schweinsteiger zum FC Bayern wechselte und mit dem Skifahren aufhörte. Ist der Kontakt danach eigentlich nie abgerissen?

Neureuther: Doch, als Basti zum FC Bayern ging, haben wir uns aus den Augen verloren. Damals gab es ja noch keine Handys. Plötzlich habe ich ihn im Fernsehen bei den Profis der Bayern gesehen und ihn mit seinen sämtlichen Frisur-Variationen aus der Ferne verfolgt. Kurz darauf hatte ich meine ersten Einsätze im Weltcup. Und da kam eine Zeitung auf unsere gemeinsame Vergangenheit und hat uns interviewt. Als wir uns damals an der Säbener Straße zum ersten Mal nach sieben, acht Jahren wieder getroffen haben, war es, als hätten wir uns erst ein paar Tage zuvor gesehen.

Was schätzen Sie an dem Menschen Bastian Schweinsteiger?

Neureuther: Seine positive Art. Egal, wie hart die Niederlage oder schwierig eine Situation ist, er schaut immer positiv nach vorne. Er hat ja einiges mitgemacht in seiner Karriere: das verlorene EM-Finale 2008, das verlorene Finale dahoam 2012, als er einen Elfmeter verschossen hat und die vielen Verletzungen. Aber er ist immer fröhlich und freundlich. Da kann man selbst noch so schlecht drauf sein, Basti steckt einen mit seiner positiven Art einfach an.

Wie können Sie Ihren Kumpel am besten ärgern?

Neureuther: Indem ich behaupte, dass ich das letzte Skirennen gewonnen habe und nicht er. Er hat zwar tatsächlich in seinem letzten Jahr ein Rennen gegen mich gewonnen, aber es war nicht das letzte, in dem wir beide gegeneinander gefahren sind, wie er immer sagt. Das Problem ist, er bringt das so überzeugend rüber, dass ich es schon fast selbst glaube.

Wo sehen Sie Schweinsteiger nach der aktiven Karriere? Als Trainer, Manager oder nicht im Fußball?

Neureuther: Er hat so einen großen Fußballsachverstand, so ein gutes Auge und so ein gutes Spielverständnis wie nicht viele, dass er eigentlich einmal als Trainer arbeiten müsste. Aber ich weiß nicht, ob er das machen will. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass er sich ganz vom Fußball lossagt, aber es könnte schon sein, dass er nach seiner Karriere erst einmal ein bisschen Abstand haben will.

Interview: Elisabeth Schlammerl

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