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Wie in alten Zeiten: Franck Ribery (l.) wird umjubelt.

Ribery glänzt im Sevilla

Der Barbier von Bayern in Sevilla

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Franck Ribery dribbelt beim Sieg des FC Bayern beim FC Sevilla gegen den Konjunktiv an. Arjen Robben findet eine altersgerechte Rolle.

Sevilla - Es fällt schwer, nicht an Rossinis Oper „Der Barbier von Sevilla“ zu denken, wenn man sich beispielsweise in den verwinkelten Gassen der andalusischen Schmuckstadt verliert. Mit Blick auf den FC Bayern bietet sich da besonders Figaros Anfangs-Arie „Largo al factotum della città“ an. „Ich bin das Faktotum der schönen Welt“ heißt es da reichlich selbstverliebt - und ja, die Zeilen könnte man auch Franck Ribery und Arjen Robben zuschreiben, die seit jeher ein gesundes Selbstvertrauen prägt. Andererseits: Stimmt dieses Bild noch?

Als sich die Profis des FC Bayern am Dienstagabend gegen den FC Sevilla in die Pause verabschiedeten, kam keiner an Robben vorbei. Der Niederländer klatschte jeden seiner Kollegen ab, tätschelte Köpfe, rief aufmunternde Worte - dabei hatte er sich dafür von der Ersatzbank erheben müssen. Der Niederländer war nicht für die Anfangself berücksichtigt worden. Zu früheren Zeiten wäre ein kickendes Faktotum der schönen Welt da stinksauer sitzen geblieben. In Sevilla glänzte der 34-Jährige in einer altersgerechten Rolle. Und als er zur Schlussphase reinkam, sprintete er, als würde ihn die Zurückstufung nicht scheren.

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Heynckes geht bei Robben kein Risiko ein

Prompt gab es Lob von Jupp Heynckes. Er müsse das Ganze sehen, sagte der Trainer, Robben sei drei Wochen verletzt gewesen und habe am Samstag 90 Minuten gespielt. Drei Tage später schon wieder die nächste Partie - „das war mir viel zu riskant“, so Heynckes. „Er wird noch unheimlich wichtig werden. Deshalb habe ich ihm gesagt, dass er nicht von Anfang an spielt. Am Samstag bekommt er wieder mehr Spielpraxis und dann nächsten Mittwoch selbstverständlich zuhause.“

Vor ein paar Wochen hatte Robben in der gleichen Situation nach dem Hinspiel gegen Besiktas Istanbul gemosert, doch Heynckes gibt mal wieder Musterbeispiele bei der Menschenführung ab, und in Ribery hält er ja auch den zweiten sensiblen Senioren im Kader in Schwung. Der Franzose war der Protagonist des Abends, der Barbier von Bayern in Sevilla quasi.

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Müller lobt Ribery als „Anfangsspieler“

Beide Tore gingen auf Aktionen von ihm zurück, und so schüttelte Thomas Müller den Kopf, als er gefragt wurde, ob es eigentlich vorstellbar sei, wenn Ribery und Robben nächstes Jahr nicht mehr da wären, da ihre Verträge ja auslaufen? „Der Konjunktiv ist da immer gefährlich“, sagte der Nationalspieler, „man hat heute mal wieder gesehen, wie sich Franck reinhaut und alles für uns gibt. Er ist einer unserer Anfangsspieler, will immer den Ball und hat immer kreative Ideen.“ Ribery und Robben seien „beide top-professionell - man merkt in jeder Phase: Sie wollen Erfolg.“

Der Sieg sei wichtig gewesen, meinte Ribery nur, zu seiner eigenen Leistung schwieg er. Manchmal reicht es ja völlig, wenn andere loben. „Er ist auch mit 35 noch einer, der den Unterschied ausmachen kann und einfach ein klasse Kicker“, meinte Sven Ulreich. Der Torwart war seiner Zeit einige Tage voraus; 35 wird der Franzose erst am 7. April. Das Alter hält ihn jedoch nicht davon ab, mit Macht gegen den Konjunktiv anzudribbeln. In Sevilla ließ man sich dazu zu verleiten, ihn als zeitloses Faktotum der schönen Welt zu sehen.

„Vom Riesen niedergeschmettert“: Das sagt die Presse nach dem Bayern-Sieg

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