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Mittlerweile tut sich Arjen Robben (l.) schwer damit, dass ihm Thomas Müller auf der rechten Seite vorgezogen wird.

Oranje-Star muss auf der Bank sitzen

Das Gesetz gilt auch für Arjen Robben

München - Keine guten Zeiten für Arjen Robben: Der Rechtsaußen des FC Bayern wird im Spiel beim VfB Stuttgart erneut nur Reservist sein.

München – Jerome Boateng zum Beispiel hat seinen Trainer gleich doppelt überzeugt. Der Innenverteidiger hat es ja nicht ganz leicht beim FC Bayern, seit er sich eine Grätsche zu viel erlaubt hat und für das Champions League-Achtelfinale gesperrt wurde. In der Bundesliga hat ihn das seinen Stammplatz gekostet, und auch sein Ruf hat empfindlich gelitten. Doch nun hat Jupp Heynckes ein paar sehr nette Worte für ihn gefunden. „Überragend“ trainiere der Manndecker, „das macht mir unheimlich viel Freude und Spaß“. Und als Heynckes die ganzen Härtefälle im Kader aufzählte, von Mario Gomez bis Arjen Robben, da nannte er den Namen Boateng gleich zweimal.

Es ist dem Trainer wichtig, den Kader bei Laune zu halten. Gerade jetzt, wo er nicht auf Rotation als stimmungsaufhellende Maßnahme zurückgreifen kann. Die Rückrunde hat stotternd begonnen mit dem glanzlosen Sieg gegen Greuther Fürth, nun muss sich die Mannschaft erst mal wieder finden. „Im Moment ändert man ganz wenig“, sagt Heynckes deshalb. Für Boateng bedeutet das, dass er sich gedulden muss, weil sein Vertreter Daniel van Buyten im Hinblick auf das Duell mit dem FC Arsenal Spielpraxis braucht.

Andere Härtefälle sind prominenter und deswegen heikler zu moderieren, zumal die Sachlage nicht so eindeutig ist wie bei Boateng und van Buyten. Auch beim Pressetermin am Freitag haben Fragen explizit zu Arjen Robben nicht fehlen dürfen. Der Niederländer scharrt vernehmlich mit den Stollenschuhen und wird sich aller Voraussicht nach nicht mehr lange mit dem Platz auf der Bank begnügen. Doch von seinem Vorgesetzten kann er kein Entgegenkommen erwarten. „Es ist ja nicht nur Arjen“, erinnert Heynckes. Am Sonntag im zweiten Rückrundenspiel beim VfB Stuttgart werden sie alle nebeneinander auf der Bank sitzen: Robben, Boateng, Shaqiri, Luiz Gustavo. Dazu Reservekeeper Tom Starke, der trotz einer Handgelenksverletzung im Kader steht.

Bei neun Punkten Vorsprung auf Platz zwei sind die spannenden Fragen in den nächsten Wochen zwangsläufig nicht auf die Tabelle beschränkt. Eine der brisantesten ist, wie gut der bekennende Einzelgänger Robben sein Ego zum Wohle des Kollektivs zügeln kann. Anschauungsunterricht gibt der Trainer mit Verweis auf Mario Gomez. Auch der Nationalstürmer ist ein Großkaliber, „wenn man bedenkt, wie er letzte Saison gespielt hat“. Diese Saison muss er sich, auch verletzungsbedingt, trotzdem hinter Mario Mandzukic einreihen. Zuletzt machte Gomez’ Sprunggelenk Probleme, während sein Kontrahent fit war und gegen Fürth beide Tore erzielte: „Da ergibt sich dann eine Dynamik.“ Dieser Dynamik wird sich Heynckes nicht widersetzen: „Das ist das Gesetz in einer Fußball-Mannschaft.“ Und vor dem Gesetz sind alle gleich, auch Arjen Robben.

Die Krankenakte Robben

Die Krankenakte Robben

Es ist wieder etwas ruhiger geworden beim FC Bayern, eine Woche nachdem die Weltöffentlichkeit gebannt auf die Säbener Straße geblickt hatte. Verglichen mit dem Thema Guardiola ist alles, was die Bayern gerade beschäftigt, nur ein Windhauch im Medienwald. Auch die Versuche, Heynckes eine klare Aussage über seine Zukunft zu entlocken, haben nicht viel Aufregerpotenzial. Der Trainer will sich erklären, wenn ihm danach ist, was aber nicht zwingend bedeutet, dass er seine Karriere an einem anderen Ort fortsetzt. Oder dass er im Sommer endgültig in Rente geht. Eigentlich besagt diese Ankündigung allein überhaupt nichts.

Das Thema wird Heynckes aber noch eine Weile begleiten, länger als der Name Guardiola. Unvorbereitet wird er jedenfalls nicht sein. „Wenn ich meine Karriere beende, weiß ich, dass es noch andere Dinge als Fußball gibt.“

Von Marc Beyer

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