"Es gibt keinen Besseren als Hitzfeld"

Beckenbauer: - Franz Beckenbauer ist mit den Transfers des FC Bayern hochzufrieden. Zum kompletten Glück fehlen ihm nur noch die Vollzugsmeldungen bei Franck Ribery und Miroslav Klose. Den großen Umbruch werde man meistern, weil in Ottmar Hitzfeld ein erfahrener Mann das Sagen hat.

München - Bei dem radikalen Schnitt, den der FC Bayern gerade vornimmt, kann man mal die Übersicht verlieren. Als Franz Beckenbauer am Samstag mit den neuen Namen jonglierte und an einer Art Wunsch-Elf bastelte, kam er plötzlich aus dem Tritt: "Rechts vielleicht der Argentinier... wie heißt er? Dos Santos..." Ein Zuhörer griff ein: er meine wohl Jose Ernesto Sosa, denn Julio dos Santos sei erstens Paraguayer und zweitens kein wirklicher Neuzugang. Der Kaiser nahm das dankbar an ("richtig - dos Santos, das ist ja der Andere") und kam zum Fazit: "Der Vorstand hat das geschickt gemacht. Mit den Transfers kann man zufrieden sein."

Julio dos Santos wird sich umschauen, wenn er nach einem halben Jahr beim VfL Wolfsburg zum Start der Vorbereitung an der Säbener Straße erscheint. Viele fremde Gesichter erwarten ihn, und womöglich wird er sich fragen, ob man überhaupt noch Verwendung für ihn habe. Schon im alten Kader hatte er keine Chance. Immer deutlicher zeichnet sich zudem ab, dass der junge Mann auch das Narbengesicht von Franck Ribery erblicken wird. Zwar hat nun auch Real Madrid bei dem Franzosen angefragt, doch offenbar zu spät. Der 24-Jährige hat sich bereits mit den Münchnern verständigt, wie im Fall Luca Toni heißt es, ihm habe das hartnäckige und konstante Werben der Herren Hoeneß und Co. gefallen. Am Donnerstag wird Ribery zum Medizincheck erwartet, für diesen Tag ist auch das lange angekündigte Öffnen des Neuverpflichtungen-Pakets angedacht. Bis Donnerstag soll klar sein, wie viele Fußballprofis dann ausgepackt werden, Beckenbauer rechnet damit, dass darunter dann neben Ribery auch noch Klose und Zé Roberto sein werden. "Ich hoffe sehr, dass Klose zu uns kommt", sagte der Klubchef, "dass Luca Toni kommt, ist schön. Mit Klose, Podolski und Schlaudraff, der sich weiter entwickeln wird, hätten wir vorne gute Möglichkeiten." Der Name Roy Makaay fiel dabei nicht.

Beckenbauer ist zuversichtlich, dass der große Umbruch eine Kleinigkeit wird. Er vertraut auf die Führungsqualitäten des Trainers. "Für so einen Neuanfang brauchst du einen erfahrenen Mann - und da gibt es keinen Besseren als Ottmar Hitzfeld." Die Ziele seien klar: Der Gewinn der Meisterschaft und des UEFA-Cups. Der Wettbewerb von Europas zweiter Klasse läuft beim Kaiser unter einem neuen Titel: "Cup der Verlierer habe ich mal gesagt, aber das war etwas übertrieben. Es ist der Cup der Enttäuschten. Und wir sind enttäuscht, weil wir nicht in der Champions League sind."

1996 haben die Bayern den UEFA-Cup zum bisher einzigen Mal geholt, Beckenbauer war damals Trainer. "Es ist schon reizvoll, diesen Pokal noch einmal zu gewinnen - aber gegen die Champions League verblasst er." Darum lautet die wichtigste Vorgabe für die neue Saison: "Sich unbedingt wieder für die Champions League qualifizieren." Ob durch Tore von Sosa oder dos Santos, spielt keine Rolle.

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