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Pep Guardiola will im Juli mit guten Deutsch-Kenntnissen in München antreten.

Er übt schon

Pep macht Deutsch zur Pflichtsprache

München - Umfragen zeigen: Die Verpflichtung von Pep Guardiola durch den FC Bayern kommt an. Wenn die Fans Bedenken äußern, dann in dem einen Punkt: Reichen die Sprachkenntnisse des künftigen Trainers aus?

„I can imagine working for FC Bayern.“ Auf Englisch erfolgte vor eineinhalb Jahren im Rahmen des Audi-Cup 2011, dem Münchner Sommerturnier, eine erste Annäherung von Josep Guardiola an den FC Bayern. Er könne sich vorstellen, für diesen Klub einmal zu arbeiten, sagte der damalige Trainer des FC Barcelona in einem VIP-Raum der Allianz Arena zum Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß.

Auf Englisch könnte Guardiola ab dem 1. Juli 2013 das Training in München leiten und sich mit den Spielern austauschen. Nach dem Sabbatjahr an der New Yorker Columbia University ist er in der Weltsprache topfit – und den allermeisten Spielern des FC Bayern ist Englisch zumindest von der Schule her geläufig. Jedoch, die bisherige Einstellung von Pep Guardiola zu seiner Arbeit lässt das Ausweichen auf Englisch unwahrscheinlich erscheinen.

In Barcelona hat er strenge Regeln aufgestellt, wie der Radioreporter Ricard Torquemada in seinem Buch „Fomula Barca“ erläutert. Im Trainingszentrum durfte nur Katalanisch oder Spanisch gesprochen werden. Der Franzose Eric Abidal beschwerte sich einmal sogar beim Präsidenten Laporta, dass er und sein Landsmann Thierry Henry beim Essen sich nicht in ihrer Muttersprache unterhalten durften. Erst mit Verzögerung verstand er, dass diese Vorgabe zu Guardiolas Plan gehörte, den Teamgedanken zu fördern und Grüppchenbildung zu unterbinden. Sogar in die Sitzordnung beim Essen griff der Trainer ein, er legte einen steten Wechsel fest, jeder sollte mit jedem kommunizieren.

Die Systeme, die Guardiola spielen lässt, verlangen nach einer ausführlichen Erläuterung, und der Coach will, dass die Spieler verstehen, was sie zu machen haben. Darum ist Kommunikation für ihn so wichtig. „Der Trainer erklärt uns den Fußball so, dass wir ihn auch verstehen. Er gibt nicht nur Anweisungen, sondern erklärt auch, warum er das tut. So bekommt alles einen Sinn und macht jeden von uns zu einem besseren Spieler“, beschreibt Barca-Abwehrchef Gerard Pique das kommunikative Wirken Guardiolas.

So tickt Neu-Bayer Pep Guardiola

So tickt Neu-Bayer Pep Guardiola

Übrigens hatte auch Louis van Gaal, einer von Guardiolas Vorgängern (nicht nur in Barcelona, sondern auch in München) darauf bestanden, dass die Kommunikation in der Landessprache stattzufinden habe. Vor der Mannschaft sprach auch van Gaal mit seinen holländischen Assistenten Deutsch, er selbst hatte sich auf seine erste Pressekonferenz intensiv vorbereitet, und manches schief wirkende Bild („Der FC Bayern ist für mich ein warmer Mantel“, „Ich bin ein Feierbiest“) fand Eingang in den Sprachgebrauch wie über zehn Jahre vor seiner Zeit Giovanni Trapattonis „Flasche leer“ und „Habe fertig“.

Vielleicht wird es schon im Juli 2013 die ersten kultigen Guardiola-Sätze auf Deutsch zu hören geben.

Von Günter Klein

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