Bayern-Trainer Hansi Flick hat eine klare Meinung zur Corona-Politik.
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Bayern-Trainer Hansi Flick hat eine klare Meinung zur Corona-Politik.

Nach Corona-Attacke

Flicks Corona-Attacke: FCB-Trainer bekam „böse“ Nachrichten - Jetzt macht er Lauterbach neuen Vorschlag

  • Alexander Kaindl
    vonAlexander Kaindl
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  • Andreas Knobloch
    Andreas Knobloch
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Vor dem Spiel des FC Bayern München gegen Arminia Bielefeld hat Hansi Flick einen flammenden Appell an die deutsche Politik gehalten. Nun äußerte er sich erneut.

Update vom 16. Februar, 6.50 Uhr: Hansi Flick und sein Corona-Appell waren das große Thema vor dem Bundesliga-Spiel gegen Bielefeld. Vor allem die Aussagen zu SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sorgten im Anschluss für Diskussionen. Nach der Partie (3:3) bezog Flick erneut Stellung.

Auf tz-Nachfrage meinte der Bayern-Trainer auf der Pressekonferenz am Montagabend: „Klar ist es so, dass ich nicht erwartet habe, dass es solche Wellen schlägt. Ich habe auf eine Frage vielleicht sehr emotional geantwortet. Aber ich habe nicht nur als Trainer des FC Bayern München geantwortet, sondern auch als Familienvater. Ich habe zwei Enkelkinder. Ich war 23 Jahre Unternehmer, habe ein Sportgeschäft gehabt.“

Hansi Flick: Bayern-Trainer äußert sich erneut zu Corona - und macht Karl Lauterbach einen Vorschlag

Deshalb könne er die Belastung der Gesellschaft gut nachvollziehen. Zu seiner Kernaussage der Sonntags-PK steht Flick aber weiterhin: Es sei wichtig, dass man Dinge gemeinsam angehe. Nach seiner Spitze gegen Lauterbach erklärte der Triple-Trainer außerdem: „Vielleicht ist es auch mal ganz gut, wenn ich mich persönlich mit Herrn Lauterbach abspreche. Unter vier Augen, am Telefon - nicht in einer Talkshow - um die Standpunkte mal zu erläutern. Ich bin keiner, der einen Menschen, den er nicht kennt, so in ein Licht stellen möchte.“

Flick habe schon erkannt, dass seine PK-Aussagen dieses Mal etwas „emotionaler als sonst“ waren. Aber: „So wie ich geantwortet habe - vielleicht kann man die eine oder andere Sache anders formulieren - da stehe ich dazu. Und nochmal: Ich weiß schon ganz genau, dass der Fußball sehr privilegiert ist. Aber ich glaube schon, dass wir uns seit fast zwölf Monaten sehr, sehr gewissenhaft an die Vorgaben halten. Wir können unseren Job ausüben, viele andere können das nicht. Ich habe einen Blick dafür, weil ich selbständig war und viele Leute kenne.“

Hansi Flick und Karl Lauterbach: Persönliches Gespräch in naher Zukunft?

Nach der Pressekonferenz am Sonntag sei das Echo natürlich groß gewesen, auch Flick selbst habe die eine oder andere Nachricht bekommen, „die etwas böser war“. „Ohne Frage, damit muss ich leben. Damit komme ich gut zurecht, weil ich zu meiner Meinung im Großen und Ganzen stehe“, machte der FCB-Trainer noch einmal deutlich.

Ob es nun bald zu einem Gespräch mit Lauterbach kommt? Gut möglich.

Hansi Flick: Bayern-Trainer spricht über Corona-Politik - und wird heftig kritisiert

Update vom 15. Februar, 9.20 Uhr: Hansi Flicks Attacke gegen Karl Lauterbach schlägt hohe Wellen. Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken ließen nicht lange auf sich warten. Auf Twitter hieß es unter anderem: „Ein Fußball-Trainer, dessen Tätigkeit und Privilegien unter Verhöhnung der restlichen Gesellschaft geschützt werden, fordert ‚Möchtegern-Experten‘ zum Schweigen auf. Das ist tatsächlich ein neuer Niveau-Tiefpunkt.“

Eine bekannte Bloggerin meinte ebenfalls bei Twitter: „Nur mal so zu Erinnerung: Flick ist Bankkaufmann. Lauterbach hat Medizin studiert und in Harvard Epidemiologie. Ob Flick das überhaupt weiß, dass Lauterbach Politiker und Experte in einem ist? Wie auch immer: Die gepamperten Fußballer sollten sich alle mal zurückhalten.

Ein User schrieb in einem Posting: „Die Aussagen von Flick zeigen einmal mehr, wie wenig der Fußball verstanden hat.“

Ein anderer Nutzer, laut seinem Twitter-Profil Jurist und Strafrechtler, meinte: „Extrem unsouveräner Umgang von Hans Flick mit der sachlichen Kritik Karl Lauterbach: Kein inhaltliches Argument, nur gegen die Person - und das nach der vom Anfang bis Ende katastrophal missglückten Reise des FCB ins korrupte u. misogyne (frauenfeindlich, d. Red.) Katar. Selbstkritik: 0.“

FC Bayern München: Trainer Hansi Flick attackiert Karl Lauterbach

Erstmeldung vom 14. Februar, 14.10 Uhr: München - Am Montag ist nach langer Zeit mal wieder Arminia Bielefeld in der Allianz Arena zu Gast. Nach dem sechsten Titel unter Hansi Flick steht der FCB vor einer auf dem Papier einfachen Aufgabe. Doch Bielefeld hat einiges gutzumachen, nachdem sie gegen Köln und Eintracht Frankfurt verloren haben. Schaffen Sie die Sensation in München? Doch darum ging es während der Pressekonferenz nicht hauptsächlich. Ein minutenlanger Appell von Hansi Flick war das Hauptthema.

Flick hält flammenden Appell an die Politik und geht Lauterbach an

Der Trainer des FC Bayern München liest die Aussagen der Politiker und der Experten zu Corona auch, gab er während der Pressekonferenz zu und holte dann zum Rundumschlag aus. Hintergrund war die Kritik an den FC Bayern München und seine Reise nach Katar, sowie die Sonderbehandlung der Spieler im Fall Thomas Müller. Hansi Flick platzte der Kragen und sagte, was er von der allgemeinen Situation in Deutschland hält. „Der Herr Lauterbach hat immer einen Kommentar abzugeben“, sagt Flick und nennt ihn beispielhaft für „sogenannte Experten“.

„Ich finde sowieso, in der Diskussion mit Corona: So langsam kann man die sogenannten Experten gar nicht mehr hören. Auch Herr Lauterbach, er hat immer zu allem was zu sagen. Die Politik und die Experten sollen sich zusammensetzen und wirklich mal eine Strategie entwickeln, dass man irgendwann mal Licht im Tunnel zu sieht“, so Flick erzürnt. Der FCB-Trainer holt weiter aus: „Das ist aktuell zu wenig für die Bevölkerung und die Bürger, die nicht in der Situation sind wie wir Fußballer oder Sportler allgemein. Sie sollen gucken, dass man etwas Positives verkünden kann“.

„Ich habe das Gefühl, dass jeder aus der Situation seinen Profit schlagen will: Wie kann er bei der Wahl den Punkt oder die Prozentpunkte mehr machen? Das ist weit an dem Thema vorbei, welche Aufgabe sie aktuell in der Politik haben, nämlich gemeinsam daran zu arbeiten, dass irgendwann wieder Normalität eintritt“, ordnet Flick die aktuelle Situation ein. Wahlkampf statt Lösungen ist den Worten des Trainers zu urteilen im Moment wichtiger.

Flick äußert sich zur Kanzlerin Merkel - und nimmt sie in Schutz

Auch zur Kanzlerin Angela Merkel hat der Trainer eine Meinung. Die nimmt er aber eher in Schutz. „Wer sich nie für zu wichtig nimmt, ist für mich die Bundeskanzlerin. Die hat natürlich einen Job, sie ist immer vorne dran und wird immer bewertet, mit allem was sie macht. Sie ist auch nur ein Mensch, wie wir alle, alle machen Fehler“, sagt Flick über Merkels Aufgaben und geht dann wieder die Experten und die Politiker an: „Sie darf auch Fehler machen, nur wie das immer bewertet wird von den sogenannten Experten oder Politiker-Kollegen, das ist schon ganz krass. Da sollte man ein Miteinander finden, um möglichst den Menschen in Deutschland oder der ganzen Welt Zuversicht für die Zukunft zu geben. Das ist aktuell nicht der Fall.“

Im Deutschlandfunk hatte jüngst auch SPD-Politikerin Dagmar Freitag den Fußball kritisiert. Karl Lauterbach wurde Gesprächsthema im Fußball-Kosmos, als er die Reisen quer durch Europa, im Speziellen wegen der Champions League und der Euro League kritisierte. Aufgrund der britischen Mutation haben einige Länder Einreiseverbote ausgewiesen. So müssen die deutschen Teams wie Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig in Budapest ihre Spiele gegen die englischen Vereine Manchester City und FC Liverpool austragen.

Karl Lauterbach reagiert auf die Flick-Kritik

Karl Lauterbach äußerte sich zu den Worten von Hansi Flick.

Lauterbach verteidigte sich, als er die Äußerungen las: „„Sogenannte Experten“ äußern sich, weil Journalisten sie um Einschätzung bitten. Wenn Hansi Flick anderer Meinung ist, soll er einfach seine Argumente bringen. Dafür muss er nicht Experte sein. Auch andere Argumente zählen. Aber als Amateur Sportler sage ich: nicht unfair sein!“. (ank)

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