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Harsches Urteil von Sagnol: "Sehe bei Bayern ein großes Problem“

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Von: Denis Huber

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Willy Sagnol arbeitete bis März 2016 als Trainer von Girondins Bordeaux.
Willy Sagnol arbeitete bis März 2016 als Trainer von Girondins Bordeaux. © afp

München - Das Aus des FC Bayern in der Champions League lässt auch die Ex-Spieler des Rekordmeisters nicht kalt. Willy Sagnol sieht gleich zwei große Probleme bei seinem ehemaligen Klub.

Die Saison neigt sich dem Ende entgegen, für den FC Bayern ist die aktuelle Spielzeit eigentlich bereits seit über einer Woche gelaufen. Aus dem Triple-Traum ist der Single-Titel geworden: Statt des erhofften Dreifach-Triumphs in Champions League, DFB-Pokal und Meisterschaft durfte der Rekordmeister „nur“ einen Erfolg feiern: Bereits am vergangenen Wochenende nach dem 6:0-Erfolg in Wolfsburg kürten sich die Roten zum fünften Mal in Folge zur besten deutschen Mannschaft.

Doch anstatt den Erfolg zu genießen, nach dem sich die 17 anderen Bundesligisten die Finger lecken würden, sitzt an der Säbener Straße, bei Spielern und Verantwortlichen sowie den Fans noch der Stachel tief über das vorzeitige Aus im Viertelfinale der Königsklasse gegen Real Madrid.

Sagnol kritisiert: Die Münchner Mannschaft ist zu alt

Und auch die ehemaligen Akteure des FC Bayern scheint das Scheitern in der Champions League nachhaltig zu beschäftigen. Zum Beispiel Willy Sagnol. Der Franzose, der von 2000 bis 2009 das Trikot des Rekordmeisters trug, glaubt den Grund beziehungsweise die Gründe zu kennen, warum der große Wurf in Europas wichtigstem Klubwettbewerb zuletzt ausblieb.

"Ich sehe heute bei Bayern ein großes Problem“, erklärt der ehemalige Rechtsverteidiger im kicker: „Welche Kultur hat dieser Verein, welche Identität? Guardiola setzte drei Jahre die jungen Spieler immer wieder ein, Ancelotti setzt nur auf die erfahrenen Profis. Da fehlt die Kontinuität. Diese fehlende Philosophie ist ein Grund dafür, dass die Bundesliga international nicht mehr diese Hauptrolle spielt."

Sagnol, der nach dem Ende seiner aktiven Karriere als Trainer arbeitet, im März 2016 allerdings bei Girondins Bordeaux entlassen wurde, nennt noch einen weiteren Grund, warum der FC Bayern im Viertelfinale gegen Real Madrid letztlich verdient ausschied: „Die Münchner Mannschaft ist zu alt, im heutigen Fußball ist mehr Intensität gefordert, die Spieler müssen mehr laufen, noch mehr im Spurt. Dieses Tempo können die Bayern nicht mehr gehen, darin bestand ihr Problem. Du kannst die Champions League nicht gewinnen, wenn du vier Spieler hast, die 33 Jahre und älter sind." Bei den Bayern trifft das auf Philipp Lahm, Xabi Alonso, Arjen Robben und Franck Ribéry zu.

Der gleichen Meinung wie Sagnol ist auch noch ein anderer ehemaliger Profi des FC Bayern: Jürgen Kohler. Der Weltmeister von 1990 sagte ebenfalls im kicker: „Bei Bayern haben zu viele Spieler ein gewisses Alter erreicht."

Klar ist: Beim Rekordmeister steht ein Umbruch an, Lahm und Alonso beenden ihre Karriere, mit Niklas Süle und Sebastian Rudy (beide TSG 1899 Hoffenheim) stehen bereits zwei Neuzugänge fest.

Mit welchen Spielern wird sich der FC Bayern noch weiter verstärken? Wir haben bereits alle Transfergerüchte zum FC Bayern München im Überblick zusammengefasst.

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