Einst war er bei Adidas erfolgreich

Offiziell: Hainer neuer Vereinschef des FC Bayern - Treibt er den Umbruch voran?

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Der Topfavorit auf die Nachfolge von Bayern-München-Präsident Uli Hoeneß ist von den Vereinsmitgliedern bei der JHV des FCB bestätigt worden. Hier stellen wir Herbert Hainer vor.

  • Bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern am 15. November 2019 wird Uli Hoeneß als FCB-Präsident verabschiedet.
  • Herbert Hainer wird das Amt von Hoeneß übernehmen.
  • Wer ist Hainer? Wir stellen den früheren Vorstandsvorsitzenden von Adidas vor. 

Update vom 15. November 2019: München - Die Entscheidung ist offiziell! Herbert Hainer ist neuer Präsident des FC Bayern München. Der langjährige Vorstandschef (65) des Sportkonzerns Adidas wurde am Freitag auf der Jahreshauptversammlung des deutschen Rekordmeisters von den 6091 Mitgliedern in der Münchner Olympiahalle mit überwältigender Mehrheit bei 79 Gegenstimmen und 36 Enthaltungen für drei Jahre zum Nachfolger von Uli Hoeneß gewählt. Sein zwei Jahre älterer Vorgänger war nicht mehr zur Wiederwahl angetreten.

Herbert Hainer soll Hoeneß, der sich mit einer emotionalen Rede verabschiedete, auch an der Spitze des Aufsichtsrates beerben, dessen Stellvertreter er dort bislang war. Hoeneß bleibt dem Gremium als einfaches Mitglied erhalten.

Herbert Hainer neuer Präsident des FC Bayern: Treibt er den Umbruch voran?

Ursprungsmeldung: Geht es nach Bayern-Präsident Uli Hoeneß, dann befindet sich der FC Bayern auch nach seiner Präsidentschaft in guten Händen. Herbert Hainer soll am 15. November 2019, bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern, als Wunschkandidat von Hoeneß die Nachfolge antreten. Bei tz.de* erfahren Sie, wo Sie die JHV live im Stream verfolgen können. Außerdem bieten wir einen Live-Ticker an.

Hainer ist im Klub nicht unbekannt. Er ist derzeit bereits als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender tätig. Davor arbeitete er viele Jahre als Vorstandsvorsitzender bei Adidas. Das Unternehmen aus Herzogenaurach ist Anteilseigner bei den Bayern.

Hainer ist am 3. Juli 1954 im niederbayerischen Dingolfing zur Welt gekommen. Das war ein Tag vor dem Wunder von Bern. Es scheint, als sei ihm damit die Begeisterung für den Fußball in die Wiege gelegt worden. Denn er hatte früher einmal den Wunsch, Profifußballer zu werden. Das war aber nur seinem Bruder Walter vergönnt, der einige Einsätze für die Münchner Löwen hatte. Mit dem FC Ottering hat es Herbert Hainer aber immerhin einmal in die erste Runde des DFB-Pokals geschafft, wie tz.de* berichtet.

Herbert Hainer: Seine Karriere bei Adidas war ein Erfolg

Für Hainer ist Sport Passion. Das sagte er in einem Video seines ehemaligen Arbeitgebers. Es war also nicht verwunderlich, dass er ausgerechnet bei einem Sportartikelhersteller eine große Karriere machen würde. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule in Landshut war Hainer zunächst bei Procter & Gamble tätig. 1987 stieg er schließlich bei Adidas ein und arbeitete sich hoch. Zunächst war er Verkaufsleiter für Taschen, Schläger und Bälle. Als er 2016 aus dem Unternehmen ausschied, nannte er seine Tätigkeit den besten Job der Welt.

Herbert Hainer ist der Nachfolger von Uli Hoeneß beim FC Bayern.

Nicht zuletzt durch die Arbeit Hainers als Vorstandsvorsitzender hat sich Adidas zu einem Global Player in seiner Branche gemausert. Zwischen der Ernennung zum CEO im Jahr 2001 und dem Ausscheiden aus dem Unternehmen im Jahr 2016 hat er den Wert von Adidas verfünffacht. Das gab die Adidas-Gruppe in einer Pressemitteilung anlässlich Hainers Vertragsverlängerung im Jahr 2014 bekannt. Der Vertrag wurde damals bis 2017 verlängert, doch er wurde vorher aufgelöst.

Dabei hat er laut einem Bericht des Manager Magazins allerdings ein Ziel verfehlt, das er sich einst gesteckt hatte: Er wollte den Konkurrenten Nike einholen. Das Unternehmen aus den USA ist der Weltmarktführer der Sportartikelhersteller.

Herbert Hainer: Auch als Funktionär beliebt

Hainer kann sich funktionellen Aufgaben vollends hingeben, seitdem er aus dem Berufsleben ausgeschieden ist. Seine Kompetenz ist nicht nur den Bayern bekannt. Er wurde sogar als Kandidat auf das Amt des DFB-Präsidenten gehandelt. Außerdem ist der Vorsitzende des Nationalmannschaftsbeirats. Dieses Gremium hat sich im April 2019 zum ersten Mal getroffen. Ihm gehören unter anderem die ehemaligen DFB-Spieler Celia Sasic und Per Mertesacker sowie der Ex-Coach Berti Vogts an.

Herbert Hainer: So ist er privat

Als Adidas-Manager war er erfolgreich. Doch ein extremes Manager-Leben führte er nicht. In einem Video von Adidas sagte er einmal, dass er zwischen 6.30 und 7 Uhr aufstehe. Sein Tag beginne dann mit einer Tasse Kaffee. Auf die Frage, wer seine größte Inspiration ist, sagte er: „Meine Frau, weil sie mir eine Meinung gibt, die nicht beeinflusst ist. Sie sagt mir, was sie wirklich denkt.“ Hainer ist Vater einer Tochter, eine weitere Tochter ist bereits 2006 verstorben.

Als er aus dem Vorstand von Adidas ausgeschieden ist, war noch lange nichts davon zu hören, dass er einmal als Bayern-Präsident gehandelt würde. Er sagte: „Ich bin begeisterter Weintrinker und es ist ein Wunsch von mir, mir einen Weinberg zuzulegen.“ Dieser solle nicht etwa in Südfrankreich oder der Toskana sein, sondern in Unterfranken. Die Nähe ermögliche ihm, immer wieder vorbeizuschauen, wenn er Lust dazu habe.

Herbert Hainer: Das verbindet ihn mit Uli Hoeneß

Uli Hoeneß, der kürzlich eine bewegende Geschichte über Ex-Profi Sebastian Deisler erzählte, hat Herbert Hainer natürlich nicht einfach so als Nachfolger ins Gespräch gebracht. Hoeneß hatte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mal gesagt: „Wir beide haben so viel gemeinsam durchgestanden, dass klar ist: Unsere Freundschaft hält, uns treibt nichts mehr auseinander." Bei den Spielen der Bayern in der Allianz Arena sitzen sie nicht selten nebeneinander auf der Tribüne. Kennengelernt hatte sie sich in der Saison 1997/98.

Die Bayern stehen vor einem Umbruch. Auch Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der Bayern AG, soll in absehbarer Zeit aus seinem Amt ausscheiden. Oliver Kahn ist als Nachfolger im Gespräch. Rummenigge und Trainer Niko Kovac haben sich ebenfalls bereits geäußert.

Aus dem Netz gibt es bereits zahlreiche Reaktionen zum möglichen Rückzug von Uli Hoeneß beim FC Bayern.

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Rubriklistenbild: © dpa / Sven Hoppe

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