"Gesunde Streitkultur ist ganz wichtig"

München - Bayern München steht am Sonntag im Spitzenspiel gegen Schalke 04 unter totalem Siegzwang. Jupp Heynckes setzt auf Teamgeist - und gewinnt dem Kabinen-Zoff Positives ab.

Jupp Heynckes am Donnerstag an der Säbener Straße - am Freitag kam er im Anzug zur Pressekonferenz

Jupp Heynckes erschien nicht wie gewohnt in Trainingsklamotten zur Pressekonferenz. Am Freitag trug der Trainer des FC Bayern einen schwarzen Anzug. Und so wirkte der 66-Jährige längst nicht so gelassen wie sonst. Und kaum hatte er auf dem Podium Platz genommen, legte er auch schon los. „Wir haben jetzt eine Situation, wo Redebedarf ist. Ich möchte ein paar Gedanken loswerden“, sagte Heynckes. „Wir spielen nicht mehr so homogen, so selbstverständlich, so zielorientiert Fußball wie vor der Winterpause. Deswegen müssen wir uns die Kritik gefallen lassen, in erster Linie der Verantwortliche. Das bin ich.“

Von Tschik Cajkovski bis Jupp Heynckes - Die Trainer des FC Bayern

foto

Heynckes stellt sich vor die Mannschaft, doch spätestens nach der 0:1-Pleite in Basel ist klar, dass die Probleme auch auf dem Platz liegen. Und um die zu lösen, gibt es für Heynckes nur ein Mittel. „Wir müssen schnellstmöglich wieder zu einer Einheit werden“, appellierte der Trainer an seine Truppe. „Das 0:1 in Basel war ein Spiel, wo der Letzte aufgerüttelt ist, dass wir jetzt nur noch in eine Richtung gehen können – alle gemeinsam. Es geht nur als Team.“ Heynckes fordert, den „Teamgeist über alle persönlichen Interessen zu stellen“.

Während seines 25-minütigen Diskurses nahm Heynckes keine Namen einzelner Spieler in den Mund. Für ihn steht jetzt die Mannschaft, das große Ganze im Vordergrund. Keine Spur von Kritik am Kabinenzoff zwischen Müller und Badstuber oder an Ribérys verweigerten Handschlag nach dessen Auswechslung. All das tat der Trainer mit folgender Begründung ab: „Eine gesunde Streitkultur ist ganz wichtig für die Mannschaft. Wenn zwei Spieler verärgert sind, dann ist das ein positives Zeichen. Ein Zeichen, dass die Mannschaft lebt. Die Streitkultur ist doch besonders hier in Bayern ausgeprägt.“

Heynckes will in so einer „prekären Situation“ nicht einzelne Spieler niedermachen, sondern das alte „Mia san mia“ wiederherstellen. Dass die Antwort aber auf dem Platz erfolgen muss, weiß er auch. „Ich fordere die Kommunikation untereinander. Die Mannschaft muss auf dem Spielfeld viel mehr miteinander reden“, so Heynckes. „Wir müssen so agieren, dass wir als Team herausragen und über den Teamgeist zum Erfolg finden.“

Sollten seine Spieler das verinnerlichen, dann ist er „optimistisch, dass wir das in der Champions League noch drehen können“. Das Gleiche gilt für die Liga, wo die Bayern am Sonntag (15,30, Sky & Liga total!) Schalke empfangen. Auf Rang drei hat Bayern schon vier Punkte Rückstand auf den BVB und mit Schalke kommt nun der direkte Verfolger in die Arena. Es bleibt keine Zeit mehr, Heynckes weiß: „Wir müssen am Sonntag reagieren, ganz klar. Ich denke, die Mannschaft weiß das.“

lop

Die besten Sprüche von Uli Hoeneß

Die besten Sprüche von Uli Hoeneß

Die besten Sprüche von Uli Hoeneß

Rubriklistenbild: © Getty

Auch interessant

Kommentare