Uli Hoeneß - der König von St. Pauli

- Hamburg - St.-Pauli-Präsident Corny Littmann hat einen neuen Freund: Bayern-Manager Uli Hoeneß. Das Benefizspiel am Samstag gegen den Rekordmeister (0:1(Tor: Testspieler Paul Guerro) bescherte dem Not leidenden Zweitliga-Absteiger eine Einnahme von 200 000 Euro und ließ die Münchner nebst ihrem großzügigen Manager einen Sprung vom Ende der St.-Pauli-Sympathieskala an die Spitze machen. Als Hoeneß dann auch noch das Höchstgebot für ein von beiden Teams unterschriebenes T-Shirt um das Doppelte auf 2000 Euro trieb, kündigte Theaterchef Littmann an: "Das ist der Beginn einer großen Freundschaft."

Die Fans im mit 20 500 Zuschauern ausverkauften Millerntorstadion sahen das offenbar ähnlich. "Uli, Uli"-Rufe hallten durch das marode Stadion, auf Transparenten war zu lesen: "Danke, Uli Hoeneß." Schon vor Spielbeginn musste er auf die Ehrenrunde. Noch äußerst schmerzhaft sind dem Manager andere Zeiten in Erinnerung: Einst wurde er mit Münzen beworfen, mit Bier begossen, in der Stadionzeitung als "käsiger Manager" verspottet. T-Shirts mit dem höhnischen Aufdruck "Weltpokalsieger-Besieger" nach St. Paulis 2:1 gegen die Münchner im Februar 2002 waren ein Verkaufsschlager.<BR><BR>Von dem Hass, der sonst nur noch den Lokalrivalen HSV trifft, war am Samstag nichts mehr zu spüren. "Die Atmosphäre jetzt ist schon gewöhnungsbedürftig", staunte Hoeneß über den Kniefall des Publikums und zwängte sich in eines der 70 000 verkauften "Retter"-Leibchen. "Ich finde es super, dass die Leute auch dankbar sein können." Dass sich der Meister bereit erklärte, dem Kult-Club vom Kiez beim Kampf gegen den Lizenzentzug und dem Sturz in die Oberliga zu helfen, sei eine Fünf-Minuten-Entscheidung gewesen, ließ Hoeneß wissen. "Ein Verein wie der FC Bayern ist da, wenn andere Traditionsvereine in Schwierigkeiten geraten."<BR><BR>Die Bayern haben Geld, und gerne würden sie es für Stürmer Roy Makaay ausgeben. Der Holländer möchte kommen ("Ich kann die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, für Bayern zu spielen, das ist nach Real Madrid der größte Verein in Europa"). La Corunas Präsident Lendoiro hat den Münchnern, so Uli Hoeneß, "aber nur wenig Hoffnung gemacht". Die Bayern haben ihr Ablöse-Angebot an Deportivo von 15 auf 18 Millionen Euro erhöht - weitere Nachbesserung ausgeschlossen. Bis kommende Woche will Bayern eine Entscheidung.

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