Wooyeong Jeong, Fußball / FC Bayern München
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Er ist wohl der bisher größte Erfolg der noch jungen internationalen Kooperationen. Wooyeong Jeong (li.) wechselte 2018 aus Korea nach München.

Weltweite Kooperatioen

Internationales Scouting: FC Bayern landet die ersten Volltreffer

  • VonEric Nestler
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Seit 2014 bemüht sich der FC Bayern sein internationales Netzwerk im Jugendbereich auszuweiten. 2018 trugen die Anstrengungen erste Früchte.

Am Sonntag, den 24. März 2019 wurde in Singapur die Zusammenarbeit zwischen dem FC Bayern München und dem Singapore Spourts Council (SportSG) vereinbart. Das teilte der FC Bayern am darauffolgenden Montag per Pressemitteilung mit. Somit kommt der „FC Bayern Youth Cup“ auch nach Singapur. Des Weiteren streben die beiden Parteien weitere Traineraustausch- und Ausbildungsprogramme an. 

Die „FC Bayern Football Schools“ - internationale Nachwuchszentren

Schon seit geraumer Zeit ist der FC Bayern im asiatischen Raum aktiv. Neben Testspielen und Trainingslagern der Profimannschaft des deutschen Rekordmeisters hat der FC Bayern auch das Talentscouting und die Jugendarbeit  in Asien verstärkt im Auge. Mit der durch die Partnerschaft neu gegründete Fußballschule in Singapur betreibt der FC Bayern mittlerweile sieben Nachwuchszentren. Ein Campus ist in den USA, der Rest befindet sich in Asien. Außerdem kooperiert der FC Bayern mit dem japanischen und dem koreanischen Fußballverband.

2014 wurde in den USA die erste „FC Bayern Football School“ eröffnet. Kurz darauf folgten weitere Schulen in Thailand und Japan. Im Oktober 2016 wurde dann der erste Campus in China eröffnet. Im März und September 2017 wurden zwei weitere „International Football Schools“ in China angekündigt. Am Standort in Shenzhen sollen bereits ab diesem Jahr mehr als 1.300 Schüler und Schülerinnen wohnen, lernen und trainieren. In Taiyuan, dem zweiten Standort, wird 2020 mit dem Bau eines weiteren Leistungszentrums begonnen.

Der „FC Bayern Youth Cup“ - das Auswahlturnier

Durch die neue Kooperation wird der deutsche Rekordmeister den „FC Bayern Youth Cup“ ausbauen. In diesem Jahr wird auch in Singapur gespielt. Bei der Turnierserie bekommen internationale Talenten die Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen - und das unabhängig von Herkunft oder der sozialen Stellung.

Seit 2012 führt der FC Bayern lokale Auswahlturniere durch, die von eintägigen Events bis hin zu mehrmonatigen Qualifikationsturnieren reichen können. In den sogenannten „National Finals“ wählt dann ein Repräsentant des FC Bayern die jeweils zehn besten Spieler eines Landes aus. Diese Auswahlmannschaft reist dann zum „FC Bayern Youth Cup World Final“ nach München. Das Turnier findet alljährlich am Folgetag des letzten Bundesliga-Heimspiels der Bayern-Profis in der Allianz Arena statt.

Die Talente reisen bereits einige Tage vorher an die Isar und absolvieren ein fünftägiges Trainingslager, dürften die Stadt erkunden und den einen oder anderen Star der Profis kennenlernen. 

Die ersten Früchte der internationalen Kooperationen

Bereits Anfang 2018 gab der FC Bayern München die Kooperation mit dem amerikanischen Erstligaclub FC Dallas bekannt. Rudolf Vidal, US-Geschäftsführer des FC Bayern, sagte damals: „Die Zusammenarbeit mit Dallas ist ein wichtiger Baustein, um unsere Ziele in den USA weiter zu verfolgen.“ Der Proficlub aus Texas zählt als der Verein mit der besten Jugendausbildung in der Major-League Soccer. Bisher schafften bereits 20 Spieler den Sprung von der Vereinsakademie in den Profikader und 28 Spieler laufen für die Nationalmannschaften der USA, Kanadas und Mexiko auf.

Mit Chris Richards ist ein Talent seit 2019 in München unter Vertrag. Der erst 18-Jährige wechselte am 24. Januar 2019 für 1,1 Millionen Euro in die U19 der Bayern. Zuvor lernte Bayern-Coach Sebastian Hoeneß den Amerikaner über sechs Monaten hinweg kennen. Richards war von Anfang Juli 2018 bis 31. Dezember 2018 an die A-Jugend des Rekordmeisters ausgeliehen.

Neben Richards ist auch Bayerns-Top-Talent Wooyeoung Jeong das Ergebnis, der ausgedehnten Nachwuchsarbeit des Rekordmeisters. Im Januar 2018 kam der koreanische U19-Nationalspieler von Incheon United für 700.000 Euro zu den A-Junioren des FC Bayern. Efl Monate später debütierte der Südkoreaner bereits für die Bayern-Profis im Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon. Laut Bayern-Boss Karl-Heinz Rumenigge sind einige deutsche Top-Clubs an dem 19-Jährigen interessiert. Wie es mit Jeong weitergehen soll, wird im Sommer entschieden. Klar ist jedoch, dass der FC Bayern mit den internationalen Kooperationen einen großen Schritt gemacht hat. Der Plan, langfristig Talente aus der eigenen und internationalen Nachwuchsarbeit zu entwickeln, trägt langsam erste Früchte. 

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