Gute Nachricht am Tag nach der Finalpleite: Ribery verkündet, dass er Münchner bleibt – sehr zur Freude von Rummenigge (l.) und van Gaal. FOTO: dpa

„Isch ’abe gemacht fünf Jahre mehr“

München - Es war die Nachricht bei der großen Saison-Abschlussfeier auf dem Marienplatz. Franck Ribery bleibt dem FC Bayern erhalten - Rummenigge sieht in Vertragsverlängerung ein Zeichen für große Ziele.

Ein letztes Mal nach einer langen Saison mit dem FC Bayern setzte Franck Ribery zum Sprint an. Der Franzose ließ die Reporter locker stehen, auch die etwas zu spät gekommenen Autogrammjäger. Nur an Holger Badstuber wäre Ribery beinahe gescheitert. Bei seinem Sprint quer durch den Hinterhof des Münchner Rathauses hatte der Bayern-Star seinen Teamkollegen übersehen, lediglich eine flinke Körperdrehung verhinderte im allerletzten Moment einen Zusammenprall. Dann war er weg.

Es gab Zeiten, da hätte man in diese Begebenheit viel hineininterpretiert. Der Begriff „Flucht“ hätte sich da aufgedrängt, denn dass Franck Ribery lieber heute als morgen das Weite suchen würde, pfiffen die Spatzen eine Weile lang von Münchens Dächern. Diesmal aber bestand kein Verdacht. Ribery hatte es eilig, weil er zur französischen Nationalelf musste. Er hat die WM-Vorbereitung der Equipe Tricolore extra für das Finale der Champions League unterbrochen, obwohl er bekanntlich gesperrt war - und um seinen Vertrag bis 2015 zu verlängern. Wenige Stunden vor dem Endspiel von Madrid unterschrieb er im Mannschaftshotel des FC Bayern. „Das hat keine zehn Sekunden gedauert“, erzählte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und bestritt, es habe sich um einen langen Poker gehandelt: „Die Verhandlungen waren stets fair. Und jetzt sind wir froh, dass diese wichtige Personalie geklärt ist.“

„Isch ’abe gemacht fünf Jahre mehr“, hatte Ribery in drolligem Deutsch-Französisch den Fans am Marienplatz zugerufen, nachdem sie ihren Star intensiver als alle anderen Bayern gefeiert hatten. Sein Umdenken erklärte er damit, dass er in den vergangenen Wochen zu schätzen gelernt habe, wie viel der FC Bayern für ihn leistet. Ein Rekordvertrag (man munkelt von rund zehn Millionen Euro Jahressalär) und die Tatsache, dass das Interesse ausländischer Top-Klubs ein wenig verflacht ist, dürften die Entscheidung zudem erleichtert haben. „Isch gehöre einfach zum FC Bayern“, rief Ribery der Menge am Ende seiner kurzen Rede zu, die Rummenigge mit der Bekanntgabe der Einigung („unser Freund Franck hat einen neuen Vertrag bei uns unterschrieben“) eingeleitet hatte. Zur Schnulze „Champs Elysees“ verwandelte sich die Masse auf dem Marienplatz in ein Meer von Fahnenschwenkern. Ribery versprach artig, seinem verkorksten Jahr ein starkes folgen zu lassen: „Ich hatte viele Probleme mit dem Knie, diese Saison war schwer, aber ich komme zurück.“

Ein starker Ribery habe im Finale „an allen Ecken und Enden gefehlt“, sagte Franz Beckenbauer nach der Niederlage gegen Inter Mailand, „mit ihm hätten wir nicht verloren“. So weit wollte Louis van Gaal nicht gehen („das ist nicht respektvoll gegenüber den anderen Spielern“), sagte aber auch: „Natürlich braucht man in so einem Spiel kreative Spieler - und Franck ist ein kreativer Spieler.“

Rummenigge sieht in der Vertragsverlängerung ein Zeichen, dass es dem FC Bayern ernst ist mit seinen großen Zielen: „Franck ist einer der fünf Besten der Welt, und wer bald wieder in ein Finale der Champions League will, muss dafür die Besten aufbieten.“

Die Zeiten, dass die Besten davonlaufen, sind vorbei.

von Andreas Werner

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