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Thomas Kraft wechselt nach Berlin

Jonker macht Kraft Mut: "Er kann viel erreichen"

München - FC-Bayern-Coach Andries Jonker verabschiedet sich von Thomas Kraft, der zu Hertha BSC wechselt. Er prophezeit ihm eine große Zukunft, hat die Fehler des Torwarts aber nicht vergessen.

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Nachdem der Deal über die Bühne war, gestatteten sich die Hertha-Chefs gemeinsam mit der neuen Berliner Nummer 1 noch entspannt ein Abendessen. Dass in der neuen Erstliga-Saison Ex-Bayern-Keeper Thomas Kraft das Tor der “alten Dame“ hüten wird, darf durchaus als Signal verstanden werden. “Er ist ein sehr großes Talent; er kann sehr viel erreichen in seiner Karriere“, urteilte Bayerns derzeitiger Coach Andries Jonker. Die Vision von Trainer Markus Babbel und Manager Michael Preetz haben Kraft davon überzeugt, dass er in Berlin seinen Karriereplan am besten vorantreiben kann.

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Nachdem die Mission sofortiger Wiederaufstieg erfüllt ist, basteln Babbel und Preetz mit Akribie an einer konkurrenzfähigen Mannschaft für die 1. Liga. Zwar betonen beide immer wieder, dass sie das Aufstiegsteam nach dem bestandenen Nerven- und Charaktertest in der 2. Liga auch für erstliga-tauglich halten. Doch die Nachbesserungs-Details sind erkannt. Der Niederländer Maikel Aerts (34) hat als Torwart-Typ die Mannschaft wie erhofft gepusht, in 23 Spielen auch nur zwei Niederlagen kassiert. Doch die Ungewissheit nach einigen Wacklern und vor allem durch seine Kreuzbandverletzung blieb.

So schlug Hertha zu, als sich die Tür für eine ablösefreie Verpflichtung Krafts auftat, der beim FC Bayern einer der Hauptdarsteller in der ablaufenden Spielzeit war. Ex-Coach Louis van Gaal hatte in der Winterpause das Talent statt Routinier Jörg Butt zur Nummer eins befördert. In zwölf Bundesligaspielen (7 Siege, 2 Remis, 3 Niederlagen) und vor allem viermal in der Champions League (2-2-0) wies Kraft seine Veranlagung nach. “Er hat es sehr ordentlich gemacht - und zwei Patzer gemacht“, sagte der ehemalige Van-Gaal-Assistent Jonker. Der zweite Patzer beim 1:1 in Nürnberg kostete Kraft-Förderer van Gaal den Job.

Dass Nachfolger Jonker den 22-jährigen Kraft im Saisonendspurt wieder in die zweite Reihe verbannte, hatte auch dem Wunsch der Bayern-Chefs um Präsident Uli Hoeneß entsprochen. Unfreiwillig war Kraft ins Zentrum der internen Machtkämpfe geraten, mit dem Torwartwechsel habe “die ganze Scheiße“ angefangen, polterte Hoeneß. Das und der anstehende Wechsel des Nationalkeepers Manuel Neuer nach München trieben Kraft zum Abschied. “Thomas Krafts Ziel ist es, die Nummer eins zu sein. Das konnten wir ihm nicht garantieren“, hatte Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger erklärt.

Bei Hertha hat Kraft offenbar diese Zusicherung bekommen. Die Konzepte und die neue Euphorie um die Hertha nannte er als Grund, “hier für vier Jahre zu unterschreiben“. Im Gegenzug setzte Hertha mit dem Kraft-Akt - auch andere Vereine buhlten um den seit 2004 für Bayern spielenden Torhüter - ein Zeichen: Mit ganz gezielten, bezahlbaren Neuzugängen soll das Aufstiegsteam verstärkt werden. “Die Mannschaft ist jung und hat noch viel Potenzial“, betonte Preetz. Kraft passt wie der neue Offensivmann Tunay Torun (21/kommt vom Hamburger SV) genau in diese Ausrichtung.

dpa

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