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Kimmich noch nicht geimpft: Rummenigge-Aussage lässt aufhorchen - „Ich bin überzeugt, dass ...“

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Joshua Kimmich vom FC Bayern ist nicht gegen das Coronavirus geimpft. Der Spieler wehrt sich, auch Manuel Neuer und Karl Lauterbach reagieren.

Update vom 24. Oktober, 22.37 Uhr: Stefan Effenberg nimmt in seiner Sport1-Kolumne Stellung zu Joshua Kimmichs Bedenken vor einer Covid-19-Impfung. Zwar sagt der Ex-Profi, die Entscheidung sei „sein gutes Recht, es ist seine freie Entscheidung“, allerdings geht er davon aus, „dass er kurzfristig die Impfung machen wird. Es wäre fatal für Kimmich, wenn er nämlich mal ausfallen würde für die Bayern. Das sollte sich Kimmich gut überlegen.“

Weiter verweist Effenberg auf die „große Vorbildfunktion“ des Bayern-Stars und nimmt auch den Verein in die Pflicht: „Ich hoffe, dass die Bayern-Bosse jetzt auf Kimmich Einfluss nehmen können. Kimmich muss überlegen, dass er ja auch in die Kabine geht, wenn er sagt, er übe seinen Job an der frischen Luft aus.“ Zumindest erwartet der einstige Spielmacher, „dass er sich nun intensiv Gedanken macht“.

Update vom 24. Oktober, 18.29 Uhr: Während beim FC Bayern neben Joshua Kimmich mehrere Profis ungeimpft sein sollen, sieht die Lage bei Bayer Leverkusen anders aus. Das verdeutlichte Sportdirektor Simon Rolfes am Rande des Ligaspiels beim 1. FC Köln (2:2) im Interview mit DAZN: „Bei uns sind alle geimpft oder genesen, 2G in der Mannschaft und im Staff. So behandeln wir das auch bei den Fans.“ Für den Ex-Profi geht es dabei auch um die Vorbildfunktion: „Es ist wichtig für die Solidarität in der Gesellschaft, dass Spieler vorangehen, deshalb haben wir viel mit den Spielern gesprochen und sie überzeugen können.“

Update vom 24. Oktober, 17.32 Uhr: Das Geständnis von Joshua Kimmich, sich noch nicht geimpft zu haben, ruft auch Experten auf den Plan. „Es ist wichtig zu sehen, was in Kimmich vorgeht. Es ist gut, dass er überhaupt darüber nachdenkt“, betonte etwa der Physiker Dirk Brockmann vom Institut für Biologie der Humboldt-Universität Berlin. Damit spielte er auf die Erklärung des Bayern-Profis an, er sei sich wegen fehlender Langzeitstudien unsicher.

Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, beruhigt jedoch: „Nebenwirkungen einer Impfung treten immer innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auf. Dass ich heute geimpft werde und nächstes Jahr eine Nebenwirkung auftritt, das gibt es nicht, hat es noch nie gegeben und wird auch bei der Covid-19-Impfung nicht auftreten.“ Brockmann gibt zu bedenken, dass relativ gut untersucht sei, was nach einer Impfung geschehe. Dagegen sei bezüglich der Langzeitwirkungen nach einer Infektion noch vieles unverstanden.

Lauterbach würde sich für persönliches Gespräch mit Kimmich bereiterklären

Update vom 24. Oktober 2021, 14.43 Uhr: Corona-Experte Karl Lauterbach hat sich zum Fall Kimmich geäußert (siehe Update von 11.21 Uhr) und bietet Kimmich bei Merkur.de sogar ein persönliches Gespräch an: „Wenn er das möchte, würde ich ihm direkt ein solches anbieten. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es mehr Grund zur Sorge vor Langzeitschäden bei einer Infektion mit Corona als durch eine Impfung. Ich denke, ich kenne mich mit Langfristwirkungen beim Impfen gut aus. Ich bin selbst Impfarzt und habe viele dieser Gespräche geführt. Auch mit Sportlern. Von mir aus also jederzeit.“

Update vom 24. Oktober 2021, 12.16 Uhr: Hofft Joshua Kimmich auf einen bestimmten Impfstoff? Laut dem Bild-Format „Insider“ ist dies der Fall. Demnach hegt der DFB-Star die Hoffnung, sich bald mit einem Totimpfstoff impfen zu lassen. Im Gegensatz zu den bekannten mRNA-Impfstoffen wie Moderna und Biontech oder Vektor-Impfstoffen wie Johnson & Johnson und Astrazeneca sind bei Totimpfstoffen die enthaltenen Krankheitserreger bereits abgetötet. Nebenwirkungen sollen seltener sein.

Kimmichs Problem: Die Zulassung, beispielsweise bei der österreich-französischen Firma Valneva, soll erst im Frühjahr 2022 erfolgen.

Lauterbach über Kimmich: „Er engagiert sich für Corona - beeindruckend“

Update vom 24. Oktober 2021, 11.21 Uhr: Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich im „Stahlwerk Doppelpass“ bei Sport1 zu Joshua Kimmich: „Ich schätze ihn sehr, obwohl ich kein Bayern-Fan bin.“ Die Diskussion um Kimmich habe ihm von daher „ein bisschen leid getan.“ Lauterbach sprach von einem „unglücklichen Verlauf.“

Lauterbach: „Er engagiert sich für Corona, auch mit persönlichem Vermögen. Beeindruckend. Von daher war es überraschend für mich, dass er nicht geimpft ist. Wir sind alle davon ausgegangen. Nun will er Langzeitstudien abwarten. Das ist natürlich schwierig.“

Lauterbach weiter: „Die Topspieler sind Vorbilder für junge Leute. Am besten wäre, dass die Impfung noch käme, und dass man keinen großen Druck aufbaut. Wir haben keine Impfpflicht, also ist es seine Entscheidung. Es wäre aber eine enorme Symbolwirkung.“

Zu einer möglichen Impfpflicht sagte Lauterbach: „Ein großer Teil der Menschen, die sich noch nicht impfen haben lassen, lehnen diese kategorisch ab. Wir wollen keinen großen Widerstand ins Leben rufen, daher macht eine Impfpflicht keinen Sinn.“

„Ich bin überzeugt, dass ...“: Rummenigge-Aussage zu ungeimpftem Kimmich lässt aufhorchen

Update vom 24. Oktober 2021, 10.28 Uhr: Seit dem Eingeständnis von FC-Bayern-Star Joshua Kimmich, sich nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen, gibt es eine große Diskussion, ob das vertretbar ist. Nun hat sich Ex-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge zum Fall Kimmich geäußert.

„Natürlich kam das überraschend, dass er nicht geimpft ist“, sagte Rummenigge bei Bild live.

Rummenigge über Kimmich: „Bin überzeugt, dass er sich möglicherweise zeitnah impfen lässt“

Rummenigge weiter: „Er ist vielleicht DER Spieler der Bundesliga, der in vielen Dingen eine Vorbildfunktion hat. Ich kenne ihn als tollen Menschen, das zeigt auch seine ‚We kick Corona‘-Initiative. Das hat jetzt zu einer Diskussion geführt. Ich habe im Februar dieses Jahres angeregt, dass es klug wäre, Fußballer früh zu impfen – als Vorbild für alle anderen. Ich bin fürchterlich kritisiert worden. Jetzt hat es sich etwas gedreht.“

Für Rummenigge handele Kimmich „sehr verantwortungsvoll. Er möchte für sich erstmal Dinge wie die Langzeitwirkung abwarten und er wird jeden zweiten Tag getestet“.

Trotzdem gibt Rummenigge eine klare Empfehlung ab: „Als Vorbild wäre es trotzdem besser, er wäre geimpft.“

Der Ex-Stürmer denkt auch, dass dies bald geschehen könnte: „Ich bin überzeugt, dass er sich möglicherweise zeitnah impfen lässt. Er ist ein total verantwortungsbewusster Mensch und Spieler. Wir können sehr froh sein, dass er Teil dieser beiden Mannschaften in unserem Land (FC Bayern und Deutsche Nationalmannschaft, d. Red.) ist.“

Impfpflicht für Bundesliga-Profis? Rummenigge ist skeptisch

Über eine mögliche Impfpflicht für Bundesligaspieler sagt Rummenigge: „Die Impflicht liegt ja nicht beim Fußball, sondern bei der Politik. Durch den Fakt, dass bei Bayern der ein oder andere nicht geimpft ist, haben wir jetzt eine Diskussion. Das sollte aber nicht über den Fußball eingeführt werden.“

Kann der FC Bayern vielleicht eingreifen und Spieler wie Kimmich zur Impfung verpflichten? Rummenigge ist auch hier skeptisch: „Ich glaube grundsätzlich, dass der FC Bayern darauf aufmerksam gemacht hat. Aber es nützt ja nichts, wenn Spieler Bedenken haben. Da drehen wir uns im Kreis. Ich habe mich zweimal impfen lassen, weil ich auch ins Restaurant oder ins Stadion möchte, ohne mich testen zu lassen.“ (cg)

Ausgerechnet Kimmich ungeimpft: Bayern-Star erklärt seine Gründe

Erstmeldung vom 23. Oktober 2021, 20:13 Uhr: München - Bereits vor dem Spiel des FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic, dass sich Joshua Kimmich zu dem brisanten Thema äußern werde. Nach der Corona-Infektion von Trainer Julian Nagelsmann war vor der Partie durchgesickert, dass fünf Bayern-Profis noch nicht geimpft sind - darunter auch Kimmich. Der Mittelfeldstratege der Bayern und der deutschen Nationalmannschaft wollte die Sache im TV bei Sky klarstellen.

Joshua Kimmich nicht gegen Corona geimpft - Bayern-Star rechtfertigt sich

„Ja, das stimmt. Weil ich einfach für mich persönlich ein paar Bedenken habe, was fehlende Langzeitstudien angeht. Trotzdem bin ich mir meiner Verantwortung bewusst, beachte die Hygieneregeln“, sagte der Schwabe bei Sky und erzählte: „Die ungeimpften Spieler werden bei uns alle zwei, drei Tage getestet.“ Mit sehr deutlichen Worten wandte sich der 26-Jährige gegen all jene, die Ungeimpfte kritisieren.

„Trotzdem ist es nicht so, dass ich ein Corona-Leugner oder ein Impfgegner bin. Es ist schade: Nicht-Geimpft heißt gleich, man wäre ein Corona-Leugner oder Impfgegner. Es gibt Leute, die Bedenken haben. Das sollte man respektieren. Solange man sich an die Maßnahmen hält“, meinte Kimmich und sah im TV-Interview sehr nachdenklich aus.

Ich bin kein Corona-Leugner oder Impfgegner.

Joshua Kimmich vom FC Bayern

Joshua Kimmich: Star des FC Bayern nicht gegen Corona geimpft

Der Mittelfeldspieler wurde wiederholt von Sky-Mann Patrick Wasserziehr nach seinen Beweggründen befragt. Daraufhin bekräftigte er, was ihn offenbar nachdenklich macht. „Oftmals habe ich bei unserer Gesellschaft den Eindruck, dass man als Nicht-Geimpfter abgestempelt und unter Druck gesetzt wird“, sagte Kimmich erneut und mit viel Nachdruck in der Stimme: „Ich sage nicht kategorisch, dass ich mich überhaupt nicht impfen lasse. Ich habe nur Bedenken.“ Wann es denn soweit sein sollte, wollte Kimmich zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten.

Gemeinsam mit Teamkollege Leon Goretzka hat Kimmich die Initiative „We kick Corona“ gegründet. Diese spendet unter anderem Geld für Impfkampagnen sowie soziale und karitative Projekte. Jeder solle den Zugang zu einer Impfung haben, jedoch betonte Kimmich auch: „Jeder sollte die Entscheidung selbst treffen.“

FC Bayern: Kimmich ist nicht geimpft - Reaktion von Kapitän Neuer und FCB-Vorstand Salihamidzic

Kimmichs Kapitän Manuel Neuer bezeichnete es bei Sky erst einmal als „Privatsache“. Er habe sich impfen lassen. „Und ich denke, dass es für uns alle auch unabdingbar ist, dass wir heute so viele Zuschauer in der Arena gehabt haben. Aber das ist die Sache von jedem selbst.“

Zuvor hatte Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic bei Sky gesagt: „Der FC Bayern empfiehlt, sich impfen zu lassen, genau so wie ich persönlich, um unter anderem vielleicht allen ein normaleres Leben zu ermöglichen.“ Aber weil es in Deutschland keine Impfpflicht gebe, habe der Verein „die Empfehlung ausgesprochen und jeder darf das selber entscheiden.“

Joshua Kimmich vom FC Bayern ist nicht gegen das Coronavirus geimpft.
Joshua Kimmich vom FC Bayern ist nicht gegen das Coronavirus geimpft. © Imago

Kimmich ungeimpft - Müller reagiert gespalten

Auch Thomas Müller äußerte sich am Nachmittag noch zu Kimmich. Am Sky-Mikrofon erklärte er seine gemischten Gefühle: „Als Freund ist das eine absolut akzeptable Entscheidung. Es soll jeder für sich selbst entscheiden“, so Müller. „Als Teamkollege und wenn man darauf schaut, was für alle drumherum besser wäre, ist die wissenschaftliche Meinung und meine Meinung, dass das Impfen besser wäre.“

Es sei ein schmaler Grat, eine ethische und moralische Diskussion, so Müller. „Ich hoffe, dass die Spieler, die noch ungeimpft sind, sich das anders überlegen.“ Es sei „menschlich nachvollziehbar“, wenn sie es nicht täten. „Aber natürlich will man auch schauen, dass wir aus dieser Corona-Phase herauskommen. Von meinem Wissensstand ist die Impfung die beste Möglichkeit“, sagte Müller.

FC Bayern: Nagelsmann-Vertreter Toppmöller kommentiert Kimmichs Impf-Weigerung

Co-Trainer Dino Toppmöller, der wie schon beim 4:0 in der Champions League bei Benfica Lissabon den an Corona erkrankten Chefcoach Julian Nagelsmann vertrat, sagte: „Ich habe mich impfen lassen und bin der Überzeugung, dass es besser ist, das zu tun. Aber am Ende des Tages ist es eine Entscheidung von Joshua, und die akzeptiere ich auch, und das sollten wir alle tun.“

Alle Profis beim deutschen Rekordmeister hätten die Möglichkeit gehabt, sich beim Internisten über Risiken aufklären zu lassen, sagte der Co-Trainer. Kimmich habe entschieden, dass „erstmal nicht zu machen“. Ob die Corona-Infektion von Nagelsmann an Kimmichs Meinung etwas ändert, werden die nächsten Wochen zeigen. Kimmich dürfte mit dem Thema weiterhin konfrontiert werden. (ck)

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