Karl-Heinz Rummenigge
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Karl-Heinz Rummenigge hat in Sachen Sinan Kurt Klartext gesprochen.

Klartext vom Bayern-Boss

Rummenigge: "Dann kommt Kurt halt kostenlos"

München - Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge spricht im Kampf um Sinan Kurt Klartext und kündigt neue Finanz-Offensive im Nachwuchsbereich an.

Es gibt Rituale im Fußball, die sind in jedem Verein gleich. Als Sinan Kurt im Januar zum ersten Mal mit den Profis von Borussia Mönchengladbach ins Trainingslager reisen durfte, musste sich der Debütant stellen. Er stieg auf einen Stuhl und sang das Lied, das er für den Einstand im großen Fußballgeschäft am treffendsten fand: „Ein Stern, der deinen Namen trägt.“ A cappella.

Damals in Belek gab es Applaus von allen Seiten – und Kurt war sich genau wie die Gladbacher Verantwortlichen sicher, dass dieser Stern, der seinen Namen trägt, im Laufe dieses Jahres bei der Borussia aufgeht. Seitdem aber ist viel passiert. Um genau zu sein: Ein Angebot des FC Bayern, das im Streit der Bosse beider Klubs gipfelte. Weniger als eine Woche vor dem Ende der Transferperiode ist immer noch keine Lösung in Sicht. Für den 18-jährigen Kurt, der einen Profivertrag in Gladbach ablehnte und mit der U 23 trainiert, mag es ärgerlich sein, aber: Der FC Bayern ist in diesem Fall sehr entspannt.

„Max Eberl will mehr Geld, als ihm Matthias Sammer und Michael Reschke geboten haben. Das ist ganz normal. Aber: Der Spieler hat nur noch einen Vertrag bis 2015. Das würde ich bei Gladbach nicht ganz unberücksichtigt lassen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge unserer Zeitung. Ein Angebot der Bayern, das sich dem Vernehmen nach wohl auf rund zwei Millionen Euro weniger als die von Gladbach fünf geforderten belaufen soll, liege vor. „Und wenn man es nicht hinkriegt, kommt der Spieler eben 2015 – dann kostenlos.“

Man baut in München nach dem öffentlichen Disput nun auf das gute Verhältnis des neuen Technischen Direktors Reschke zu Gladbachs Manager Eberl. Kurt soll verpflichtet werden, weil der Linksaußen eines der hoffnungsvollsten Talente Deutschlands ist. Aber auch, weil er ein erstes Zeichen in der Neuausrichtung der Jugendarbeit sein soll. „Der Kampf um junge Talente in der Bundesliga ist entfacht – und wir müssen nun Vollgas geben“, sagte Rummenigge. Man sei bereit, „in Zukunft mehr finanzielles Volumen für diese Sparte aufzubringen“.

Kurt kann nur abwarten. Sein Stern soll in München aufgehen, da ist er sich sicher. Ob er aber in diesem Jahr noch vor den Bayern-Profis singen wird, ist ungewiss.

Andreas Werner/Hanna Schmalenbach

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