Auf dem Sprung? Bei Douglas Costa deutet sich eine Wende an. Juventus scheint jedenfalls aus dem Rennen.
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Auf dem Sprung? Bei Douglas Costa deutet sich eine Wende an. Juventus scheint jedenfalls aus dem Rennen.

Ansage vom Boss

Rummenigge nimmt Costa in die Pflicht: Kein „Larifari oder Zirkus“

  • Andreas Werner
    vonAndreas Werner
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Er schlug ein wie eine Rakete - doch schon bald stagnierten die Leistungen von Douglas Costa im Trikot des FC Bayern. Wie geht es nun also weiter? Es scheint, als würde der Brasilianer bleiben.

München – Als Douglas Costa einst als kleiner Bub in der Kleinstadt Sapucaia do Sul zu kicken begann, kristallisierte sich bald heraus, dass er die (Fußball-)Welt erobern könnte. Mit zwölf Jahren holte ihn der brasilianische Traditionsklub Gremio Porto Alegre. Er durchlief alle Juniorenteams, und im Sommer 2010 ging es für ihn endgültig hinaus, über das große Wasser ins gelobte Fußball-Reich Europa. Allerdings zunächst ins zugige Donezk. Der große Traum, die Welt zu erobern, nahm so erst verspätet Konturen an, nämlich als ihn 2015 der FC Bayern verpflichtete. Nur blieb die Vision schemenhaft. Zuletzt standen die Zeichen auf Trennung. Doch nun deutet Vieles darauf hin, dass Costa nicht erneut weiterzieht.

„Wir sind uns längst noch nicht sicher, ob Costa nicht vielleicht doch besser bleibt“, erklärt Karl-Heinz Rummenigge unserer Zeitung. Zwar hatte man zuletzt signalisiert, dass der 26-Jährige bei einem Angebot um die 40 Millionen Euro gehen dürfe, doch nachdem ein Transfer zu Juventus Turin zu platzen droht, erwägen die Münchner, Costa zu halten. „Ich fand ihn immer einen interessanten Spieler“, sagt der Vorstandschef, „er muss nur wieder das Niveau zeigen, das er in seiner ersten Saison bei uns gehabt hat.“

Rummenigge: Wer zu einer WM will, macht keinen Zirkus

Tatsächlich ließ der Flügelflitzer vor allem in den ersten sechs Monaten mit seinem Tempo und seinen Tricks aufhorchen. Seine Leistungskurve fiel später aber ab, und der Wunschspieler von Pep Guardiolas kam unter dem neuen Chefcoach Carlo Ancelotti dann sogar noch schwerer voran. Im Verlauf der letzten Saison gab er einige irritierende Interviews oder ließ über seinen Berater Wechselgelüste lancieren – sie drifteten auseinander, die Bayern und der Spieler, der nur mehr wenig gemeinsam hatte mit dem Spieler, der zum Besten der Hinrunde 2015/16 gewählt worden war. Die Anfrage von Juve kam gelegen. Nur machen die italienischen Statuten bei dem Deal nun einen Strich durch die Rechnung.

In der Serie A darf jeder Verein pro Transferfenster lediglich zwei Profis aus einem Nicht-EU-Land verpflichten. Der italienische Meister holte schon den 20-jährigen Uruguayer Rodrigo Bentancur von den Boca Juniors aus Argentinien, zudem gilt der Zukauf von Real Madrids Danilo, Landsmann von Costa, als Ersatz für Dani Alves auf der rechten Abwehrseite als fix. Damit wäre kein Platz mehr für den Münchner frei.

Auch die Personalie Serge Gnabry hängt wohl von Costa ab

„Ich bin da entspannt“, sagt Rummenigge auf die Frage, ob es ein Problem sei, wenn Costa nun doch bleiben würde. „Der große Vorteil des FC Bayern ist, dass am Ende der Saison eine WM stattfindet. Und für die wollen sich alle Spieler qualifizieren.“ Sich hängen lassen ist nicht drin, und Costa möchte unbedingt mit der Selecao nach Russland. „In so einer Situation macht kein Spieler Larifari oder Zirkus“, so der Bayern-Boss. Man ist sich sicher, dass sich Costa voll engagiert.

Bleibt der Brasilianer, würde ein Verleihen von Serge Gnabry wahrscheinlicher. Hoffenheim und Schalke haben Interesse. Der U-21-Europameister möchte sich auch für die WM empfehlen. Für ihn wäre ein Klub, bei dem er regelmäßig spielt, eine gute Option. Vorausgesetzt, Costa setzt seine Reise fern von Sapucaia do Sul nicht doch noch an einem neuen Ort fort.

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