Hier sollen die Stars von morgen ausgebildet werden: Der FC Bayern hat sich den Campus 70 Millionen Euro kosten lassen.
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Hier sollen die Stars von morgen ausgebildet werden: Der FC Bayern hat sich den Campus 70 Millionen Euro kosten lassen.

Wie den Scheichklubs die Stirn bieten?

Kommentar zu Bayerns Zukunftsstrategie: Talente alleine richten es nicht

  • Jonas Austermann
    vonJonas Austermann
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Um mit den Scheichklubs mithalten zu können, wollen die Roten künftig vor allem in den eigenen Nachwuchs investieren. Ob dieser Weg der richtige ist? Das muss zumindest bezweifelt werden.

München - In Paris und Manchester schmeißen die Scheichs derzeit mit den Millionen nur so um sich, in München nehmen Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge diesen Transfer-Wahnsinn vergleichsweise gelassen zur Kenntnis. Der deutsche Rekordmeister ist in der langen und erfolgreichen Historie mit Ideenreichtum zu der Ausnahmestellung gekommen, die der Klub aktuell im nationalen Vergleich inne hat. Und für den ganz großen Wurf in Europa muss wieder eine clevere Strategie her, denn bei den Wucherpreisen kann und will selbst der FCB nicht mehr mithalten.

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Hoeneß und Rummenigge sind sich einig: die rote Antwort auf 222-Millionen-Einkäufe à la Neymar soll der Nachwuchs liefern. Dafür haben die Bayern-Bosse schließlich einen Campus errichten lassen - für satte 70 Millionen. Die romantische Vorstellung: Dort, weit draußen an der Ingolstädter Straße, werden die Thomas Müllers und David Alabas für die (nahe) Zukunft herangezüchtet.

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Andere Bundesligisten als mahnendes Beispiel

Diese Gedanken sind zu begrüßen, den deutschen Fußball zeichnet mittlerweile ja gerade die gezielte Nachwuchsförderung aus. Aber den FCB-Campus als Antwort auf den Transfer-Wahnsinn herzunehmen, ist mehr als fahrlässig. Bereits Jahre vor den Münchnern intensivierten andere Bundesligaklubs die Bemühungen im Nachwuchsbereich, trotzdem steht der deutsche Vereinsfußball vor einer der schwächsten Spielzeiten in den internationalen Wettbewerben. Das macht klar: Nur mit Talenten wird es nicht gelingen, die Vormachtstellung anderer Klubs anzugreifen.

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Die Trainer und Verantwortlichen auf dem FCB-Campus haben die Ansage von Hoeneß und Rummenigge wohlwollend zur Kenntnis genommen. Sie sehen die Tür zu den Profis so weit offenstehen wie lange nicht mehr. Es wird spannend, zu sehen, wann der erste Spieler hindurch geht.

Sieht die aktuelle Strategie des FC Bayern kritisch: tz-Reporter Jonas Austermann.

Jonas Austermann

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