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Udo Lattek

Lattek: Heynckes-Stuhl könnte wackeln

München - Udo Lattek sieht den Job von Jupp Heynckes in Gefahr. Er glaubt auch nicht, dass die Männer-Freundschaft des Bayern-Trainers mit Uli Hoeneß den Posten festigt.

Den Bayern droht das Aus in der Champions League, auch in der Meisterschaft schwimmen den Roten die Felle davon. Die Kritik an Trainer Jupp Heynckes, der vor wenigen Wochen noch als unangreifbar galt, nimmt zu. "Uli Hoeneß hat ihn ja schon mal entlassen", erinnert nun Udo Lattek via Sport1. "Nächstenliebe und Freundschaft gibt es im Fußball nicht."

Diese Erfolge feierte Jupp Heynckes mit den Bayern

Diese Erfolge feierte Jupp Heynckes mit den Bayern

Diese Erfolge feierte Jupp Heynckes mit den Bayern

Für die jüngsten Misserfolge müsse jedenfalls auch Heynckes die Verantwortung übernehmen. "Wenn es in der Mannschaft nicht läuft, ist automatisch der Trainer gefragt, und dann muss der Trainer sich stellen", findet Lattek. Und erinnert daran, dass er als einziger Bayern-Trainer freiwillig gegangen sei. "Darauf bin ich stolz."

Der 77-Jährige ist der Meinung, dass ein Schlussstrich sinnvoll wäre, sollte es mit der Mannschaft nicht laufen. Doch bis auf weiteres bleibt es beim Konjunktiv - so schnell werden sich die Bayern nicht von Heynckes trennen. Denn das große Problem, so Lattek bei Sport1: "Woher soll man jetzt einen guten Mann holen?"

Die Lattek-Äußerungen im Wortlaut

Udo Lattek bei Sport1 über …

… das 0:1 der Bayern in Basel: „Die Leistung stimmt mich bedenklich. Da war zu wenig Biss drin! Man muss sich fragen: Woran liegt das, gibt es Streit oder Missgunst in der Mannschaft? Meine Erfahrung sagt mir, dass irgendetwas da ist, das die Mannschaft daran hindert, so zu spielen, wie sie kann. Die Bayern sind keine verschlossene Einheit, und das Feuer hat gefehlt, das Spiel zu gewinnen.“

… Jupp Heynckes: „Uli Hoeneß hat ihn ja schon mal entlassen. Nächstenliebe und Freundschaft gibt es im Fußball nicht! Das war bei mir in Barcelona genauso, als ich mit Maradona Theater hatte. […] Ich bin bei Bayern der einzige Trainer, der freiwillig gegangen ist – und darauf bin ich stolz! […] Wenn es in der Mannschaft nicht läuft, ist automatisch der Trainer gefragt, und dann muss der Trainer sich stellen. Wenn irgendwas nicht funktioniert mit der Mannschaft, muss man einen Bruch ziehen und sagen: Das war’s, es war eine schöne Zeit, jetzt müssen wir wieder was Neues tun. Wenn die Bayern das rechtzeitig erkennen, müssen sie auch rechtzeitig einen Schnitt machen. Aber woher soll man jetzt einen guten Mann holen? Ich stehe nicht mehr zur Verfügung – und Otto ist schon vergeben …“ (lacht)

… Borussia Dortmund: „Sie spielen teilweise sehr gut. Es ist eine Freude, ihnen zuzusehen! Wenn sie nicht gut spielen, gewinnen sie so wie Bayern früher. Sie haben die gewisse Sicherheit und die Leichtigkeit, die Bayern jetzt fehlt.“

… Borussia Mönchengladbach: „Es ist für mich ein kleines Wunder, wie diese Mannschaft nach oben gekommen ist. Es ist optisch schön anzusehen, es macht richtig Spaß, ihnen zuzugucken. Man sieht, dass sich die Spieler untereinander gut verstehen, da scheinen echte Freundschaften vorhanden zu sein. Ob die Freundschaften bleiben, wird sich immer erst entscheiden, wenn die Verträge verlängert werden.“

… seinen Meisterschafts-Favoriten: „Ich sage immer noch Bayern, weil es so, wie es im Moment läuft, nicht weiterlaufen kann.“

… Otto Rehhagel: „Er kann nicht viel verlieren. Ich drücke ihm die Daumen und würde mich freuen, wenn er es packt.“

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