Bayern München - FC Schalke 04
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Robert Lewandowski will noch einige Male jubeln, am liebsten in allen drei Wettbewerben.

Bayern-Stürmer will Titel

Langweilige Bayern-Dominanz? Lewandowski hat dazu eine klare Meinung

  • Andreas Knobloch
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Robert Lewandowski ist der beste Stürmer der Bundesliga, vielleicht sogar der Welt. In einem Interview hat er sich nun über die bevorstehende Spiele geäußert.

München - Jetzt wird es Ernst. Der FC Bayern München muss erstmals in diesem Jahr in der Champions League ran. Ein Mann, der die wichtigen Spiele unter Umständen zugunsten des FCB entscheidet, ist Robert Lewandowski. In einem Interview mit dem Sportmagazin kicker, hat er sich über die bevorstehenden Matches, die Bundesliga, seine Torgefährlichkeit und natürlich die Champions League geäußert. 

Lewandowski, dem die Doppelbelastung offenbar nicht so viel ausmacht, spielt gerne Englische Wochen, da es bisher 2018 nur Bundesliga und DFB-Pokal gab. „Wir freuen uns auf die Champions League. Die wichtige Phase beginnt jetzt.“ Im Achtelfinale der Champions League treffen die Bayern bekanntlich auf Besiktas Istanbul. „Wir müssen schon im Hinspiel zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind.“ Vor dem Rückspiel hat der Pole Respekt, da er gehört habe, dass die Stimmung in der Türkei unglaublich sei. 

Für den 29-Jährigen ist es kein Nachteil, zuerst daheim zu spielen, da man so den Gegner besser einschätzen könne. Er hat auch ein Minimalziel für das Heimspiel ausgegeben: „Wir sollten zumindest ein Tor schießen und keines bekommen.“ Und für die Tore ist er selbst verantwortlich. „Tore sind mein Job, und es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich den gut gemacht habe.“

Tore in der Bundesliga? „30 Treffer sind eine große Leistung“

Seinen Torinstinkt beschreibt als er „gesunden Egoismus“, da er natürlich gerne den Abschluss suche, aber auch seine Mitspieler nicht übersehe. Dass der Pole am Fließband trifft, ist überall bekannt. „Ich habe hier den Hunger entwickelt, weil ich weiß, dass ich der Mannschaft helfe, wenn ich noch mehr Tore schieße.“ 

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Die Torjägerkrone in der Bundesliga hat er schon fast sicher, da Pierre-Emerick Aubameyang nicht mehr in den Wettkampf eingreift und Augsburgs Alfred Finnbogasson (steht aktuell bei elf Toren) verletzt ist. „Ich weiß, dass 30 Treffer eine große Leistung sind. Es wäre also toll, wenn mir das jetzt ein drittes Mal in Folge gelingen würde“, sagt der Pole. Den Rekord von 40 Toren hält er für nicht machbar: „Im modernen Fußball ist es fast unmöglich, 40 Tore in der Bundesliga zu erzielen.“ 

Ronaldo und Messi? „Keine klassischen Neuner“

Oft wird Lewandowski in einem Atemzug mit Cristiano Ronaldo und Lionel Messi genannt. „Das sind grandiose Spieler, aber keine klassischen Neuner. Für einen Mittelstürmer ist es manchmal schwieriger, weil man oft mit dem Rücken zum Tor steht“, sagt der Pole über die Angreifer aus der Primera Division. Der Stürmer sieht noch Potenzial bei sich selbst, wenn es um Auswärtsspiele bei der Champions League geht. 

Unter Jupp Heynckes spielen die Münchner gern im 4-3-3-System. Lewandowski erklärt, wie das seine Spielweise beeinflusst: „Das kommt drauf an, wer die drei Positionen im Mittelfeld besetzt. Sind des es drei defensive Spieler, bleiben nur drei, die nach vorne spielen. Gegen eine Fünferkette klappt das nur, wenn einer dieser Defensiven nach vorne geht.“ Weiter führt er aus: „Sind Thomas Müller oder James dort positioniert, suchen sie den freien Raum und die gegnerische Defensive muss zusätzlich aufpassen, das macht es für mich leichter.“ Bedeutet also, dass der Angreifer bei einer offensiven Aufstellung besser zum Torerfolg kommt.   

Sind die Bayern zu alt? „Wir können jetzt unsere beste Leistung abrufen“

„Im Fußball ist das Alter zwischen 29 und 33 die perfekte Zeit für einen Spieler. Wir haben viele in diesem Alter und können jetzt unsere beste Leistung abrufen“, antwortet der Pole auf die Frage, ob den Münchnern nicht mehr viel Zeit bleibt, weil viele Spieler schon um die 30 sind. Auch zu dem Champions-League-Aus im letzten Jahr hat der Stürmer eine klare Meinung: „Ich weiß nicht was passiert wäre, hätte ich beide Spiele gegen Real voll machen können.“ Lewandowski war im Viertelfinale der vergangenen Saison im Hinspiel verletzt und im Rückspiel nicht bei 100 Prozent. 

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Im Hinspiel damals verschoss Arturo Vidal einen Elfmeter, Arjen Robben nun auch in Wolfsburg. In beiden Matches war der Pole zu dem Zeitpunkt nicht auf dem Feld. Lewy glänzte am vergangenen Spieltag nach seiner Einwechslung gegen Wolfsburg aus elf Metern. „Es kommt auf den Kopf an, wenn du den Ball auf den Punkt legst. Der Schütze ist der große Verlierer, wenn er verschießt, der Torwart kann nur gewinnen“, so der Torjäger über seine Sicherheit beim Elfmeter. „Wenn du beim Elfmeter den kleinsten Fehler machst, kann es schon danebengehen. Deshalb darfst du dir nie zu sicher sein, dass der nächste Elfmeter garantiert wieder drin ist.“

Mehrmals ist der Pole schon um Haaresbreite am Titel der Königsklasse vorbeigeschrammt. „Wenn man stark genug ist, kommt irgendwann schon der Zeitpunkt, dass du ihn gewinnst“, sagt der Offensivmann. Er geht also geduldig an die Sache, auch wenn er mit 29 Jahren nicht mehr so lange Zeit hat, wie beispielsweise Joshua Kimmich oder Kingsley Coman. 

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Im Achtelfinale ist aktuell nur eine deutsche Mannschaft, für den Fußball sieht auch Lewandowski eine Gefahr: „Die Bundesliga muss aufpassen, dass Sie ihre vier Startplätze behält. Dafür wäre es gut, wenn neben Bayern und Dortmund noch eine dritte Mannschaft konstant vertreten wäre.“ Als Favoriten auf den den diesjährigen Titel sieht er Paris, Manchester City, Real Madrid, Barcelona und die Münchner. Über einen möglichen Wechsel zu Real macht er sich keine Gedanken. „Ich bin Spieler des FC Bayern und will hier alles geben. Das steht für mich an erster Stelle.“

Vorsprung in der Meisterschaft? „Titel ist Titel“

Die Münchner könnten noch im März Deutscher Meister werden. Für die Nummer 9 des Rekordmeisters ist es egal, wie spannend die Liga ist. „Ich frage mich nicht, ob das langweilig ist. Titel ist Titel. Manche Spieler spielen ein ganzes Leben, um einen Titel zu gewinnen.“ Neben der Meisterschaft, dem DFB-Pokal und der Königsklasse könnte auch ein vierter Titel dazu kommen: Weltmeister 2018. „Wenn ich Weltmeister mit Polen werde, muss ich gar nichts mehr machen.“

AnK

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