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Mario Mandzukic ist schwer zu deuten.

Jux mit den Fotografen

Mandzukic-Mimik gibt Rätsel auf

Stuttgart - Mario Mandzukic durfte gegen den VfB nach einer Stunde aufs Feld, für die Tore sorgten aber am Ende andere. Der Mann ist sehr schwer zu deuten.

Er spricht nicht, zumindest nicht öffentlich, und so bleibt bis heute eine Anekdote mit und von Mario Mandzukic vom Trainingslager im Sommer 2012 am Gardasee haften. An diesem Tag musste er einmal reden. Er war neu beim FC Bayern, da gehört es sich, zwischendurch mal zu erzählen, wie es so läuft mit dem Einstieg. Mandzukic sagte nicht viel, das Kurioseste war, dass sein Hund „Rocky“ heiße, auf die Frage aber, ob das Herrchen gerne Gassi gehe, sagte der Stürmer, nein, er liege lieber auf der Couch. „Ich bin langweilig“, meinte er. Langweilig ist er in letzter Zeit allerdings nicht gewesen, wenn es um Schlagzeilen ging.

Man kann ihn schwer deuten, das ist noch immer so. Und so fragte sich das Publikum gestern in Stuttgart, was die Gesten heißen sollten, als der Kroate zum Anpfiff zwischen Claudio Pizarro und Diego Contento auf der Bank aufreizend mit den Fotografen feixte. Sprach da Trotz aus der Mimik? Gar Hohn für Pep Guardiola, der den Stürmer zum Rückrundenauftakt wegen angeblich mangelnder Trainingsbereitschaft aus dem Kader verbannt hatte? Gegen den VfB Stuttgart wurde Mandzukic nun begnadigt, allerdings durfte er erst nach einer guten Stunde aufs Feld. Da stand es 0:1, die Bayern hatten sich bis dahin vorne nicht gerade als besonders gefährlich präsentiert. Guardiolas Auftrag an den Mann, mit dem er sich in seiner Münchner Zeit bisher am liebsten gerieben hat, lautete schlicht und einfach: Dreh’ dieses Spiel! Für dich, für die Mannschaft – und auch für mich!

Mandzukic blieb zunächst einmal blass, war aber am 1:1 beteiligt, weil der Freistoß vor Pizarros Tor nach einem Foul von Boka an dem Kroaten verhängt worden war. Später narrte er einmal gleich mehrere Verteidiger mit einem feinen Absatztrick im 16er des VfB, hatte aber im Abschluss kein Glück. In der Schlussphase wurden die Vorteile seines Mitwirkens dann ersichtlicher; Mandzukic beschäftigte die Stuttgarter Defensive, die zunehmend die Übersicht verlor. In der Nachspielzeit rächte sich das, als Thiago letztlich noch den Siegtreffer markieren durfte.

Die Debatte, ob der FC Bayern einen echten Neuner braucht (Mario Götze hatte gestern als falscher Neuner nicht gerade überzeugt) – und ob dieser Neuner Mandzukic heißen muss, wird den Triple-Sieger in den kommenden Tagen begleiten. Gestern stahl Pizarro seinem Rivalen an vorderster Front die Show, auch das ist eine Randnotiz wert: Mit 35 Jahren zählt der Peruaner noch immer zu der Kategorie Spieler, die einem FC Bayern helfen können. Eines ist klar, egal, wie Guardiola die Personalsituation in Zukunft händelt: langweilig wird es nicht. Nur zwischendurch, zuhause bei Mandzukic auf der Couch.  

hls

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