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Exklusiv: Eberl soll im Sommer zum FC Bayern kommen

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Von: Andreas Werner, Hanna Raif

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Manchester City - Borussia Mönchengladbach
Stammplatz in der Champions League: Max Eberl soll die sportliche Leitung des FC verstärken. © dpa

München - Max Eberl hat eine Ausstiegsklausel für den FC Bayern München - und der Meister will den Sportchef von Borussia Mönchengladbach für den Sommer holen.

Max Eberl hat am Samstag versucht, sich charmant aus der Affäre zu ziehen. Als ihn Sky-Reporter Ulli Potofski zu locken versuchte, pendelte der Gladbacher Sportdirektor die Sache aus. Er habe eine Klausel für die BBC, wenn der Sender ihm ein Angebot macht, sagte Potofski zu Eberl, der witzelte, dann habe der Reporter wohl cleverere Verträge ausgehandelt als er. Bei der Nachfrage, ob denn Eberl kein Arrangement im Falle einer Anfrage vom FC Bayern München habe, lächelte der tapfer. Und sagte nein.

Was hätte er auch machen sollen? Manchmal muss man sich durchlavieren in dieser Branche. Wie der „Münchner Merkur“ erfuhr, liegen die Dinge anders. Max Eberl hat nämlich – wie einst Matthias Sammer beim DFB übrigens auch – sehr wohl eine Ausstiegsklausel, die für den FC Bayern gilt. Und die Münchner, das wurde ebenfalls bestätigt, wollen ihn im Sommer holen.

Max Eberl zum FC Bayern München: Es geht nur noch um den Zeitpunkt der Bekanntgabe

Eberl ist frei für den Meister – wenn sich alle Parteien geeinigt haben, geht es lediglich noch um den elegantesten Zeitpunkt der Bekanntgabe. Der 43-Jährige steht schon lange auf dem Zettel der Bayern-Bosse, jetzt machen sie ernst. Das eingesparte Salär aus dem hinfälligen Vertragsjahr von Lahm (er soll rund acht Millionen Euro verdient haben) ist ja nun frei für mögliche Ablösemodalitäten. Gladbachs Urgestein Hans Meyer, Mitglied im Borussen-Präsidium, meinte am Sonntag im „Doppelpass“ von „Sport1“ vielsagend: „Wenn Max Eberl es hundertprozentig will und die Bayern es hundertprozentig wollen, wird es auf irgendeine Art und Weise einen Weg geben, dass man das macht.“

Darum genießt Max Eberl beim FC Bayern München hohes Ansehen

Max Eberl genießt an der Säbener Straße hohes Ansehen. Geboren im niederbayerischen Bogen durchlief er alle Juniorenteams des FC Bayern und wurde 1989 mit den Münchner B-Junioren Meister. Für die zweite Mannschaft absolvierte er 48 Spiele, bei den Profis reichte es aber nur zu einem einzigen Auftritt – der gründlich missriet. Beim 2:3 gegen den VfB Stuttgart verschuldete er ein Tor, damals wollte ihn Hermann Gerland durchboxen, doch Eberl war zwar schnell und aggressiv, aber insgesamt langte es nicht zum Bayern-Format. Über Bochum und Fürth empfahl er sich schließlich für Gladbach, wo er sein sportliches Glück fand. Nach seiner aktive Karriere startete er bei den Borussen die zweite Laufbahn als Sportchef. Bis heute sucht er dabei den Rat von Uli Hoeneß, auch deshalb blieb er immer im Visier seines Heimatvereins.

Eberl erfüllt sämtliche Kriterien, die den Bayern bei ihrem Anforderungsprofil wichtig sind. Er hat den vielzitierten Stallgeruch und gilt in der Branche längst als profilierter Strippenzieher mit Erfahrung und Netzwerk. Gleichzeitig ist er auch ein Mann, der in München im Gegensatz zu einem Philipp Lahm zum Beispiel nicht auf Anhieb Anspruch auf die vorderste Reihe hat. Er muss sich einreihen hinter Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, die einen Neuen gründlich prüfen, bevor sie ihm womöglich mal die Schlüssel in die Hand geben. Lahm hätte den Dienst ungleich mächtiger gestartet, schon aufgrund seiner Persönlichkeit und Verzahnung rund um den Klub. Er ist gewiss kein Erfüllungsgehilfe.

Eberl zu Bayern? Meyer öffnet im Doppelpass die Tür

Max Eberl als Sportdirektor: Diese Aufgabe bliebe Oliver Kahn beim FC Bayern München

Das wäre auch Oliver Kahn nicht, der zuletzt als Alternative ins Spiel gebracht wurde. Bei ihm steht aber eher eine Aufgabe bei den „Legenden“ zur Debatte, zuletzt wurden in diesem Bereich schon seine alten Weggefährten Giovane Elber, Hasan Salihamidzic und Bixente Lizarazu verpflichtet. Kahn wäre vor allem für den asiatischen Markt eine interessante Figur.

Hinter den Kulissen steht zudem noch immer fest, dass Lahm eines Tages sicher den Weg zum FC Bayern finden wird. Im Aufsichtsrat hatte sich die Meinung etabliert, es sei gut, wenn er nach seiner aktiven Karriere noch weitere Erfahrung sammelt, was die Führung von wirtschaftlichen Betrieben angeht. Man habe die Position vertreten, dass es heute nicht mehr wie einst im Falle von Hoeneß gehe, direkt von den kurzen Hosen als Fußballer in den Anzug umzusteigen, heißt es. Früher sei der FC Bayern ein Verein mit einer Handvoll Mitarbeiter gewesen, heute ist er ein Unternehmen mit einem Umsatz von 650 Millionen Euro.

Das Verhältnis zu den Bossen sei weiterhin „super“, sagte der Kapitän nach dem Spiel der Münchner am Samstag in Ingolstadt. Dem widersprach auch Rummenigge nicht. Und zu der Suche nach einem neuen Sportchef nach Lahms Absage meinte der Vorstand: „Es ist alles unter Kontrolle des FC Bayern.“

Video: snacktv

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