Andreas Werner.

Merkur-Kommentar

Der "Mensch Pep" zeigte sich nach dem Pokalfinale

München/Berlin - Das letzte Bild, das Pep Guardiola am Samstagabend im Berliner Olympiastadion abgab, wirkte skurril, findet unser Autor Andreas Werner.

Doch das Bild passte in die Geschichten all derer, die noch immer aufrechterhalten wollen, der Katalane verlasse den FC Bayern in einem Klima kühler Geschäftsmäßigkeit. Seine Spieler feierten in den Kabine, der Coach kam verspätet, zahllose Interviews hatten ihn aufgehalten. Er hatte den Pokal dabei. Auf der Treppe runter in den Bauch des Stadions hielt er inne und reckte den Cup noch einmal hoch, in Richtung Ränge, dorthin, wo die Fans, die Seele des Spiels sitzen. Dort gähnte aber bereits Leere.

Eine Pose nur um der Pose willen? Pep Guardiola weiß ganz sicher um die Macht der Bilder, aber in diesem Moment steckte einfach noch einmal purer, kindlicher Genuss, ohne Hintergedanken. Auch er darf mal spielen, er, der drei Jahre lang in München immer nur dafür gearbeitet hat, dass andere schön spielen konnten.

Die wahren Bilder hatte er geliefert, als das Stadion prall gefüllt war. Die Tränen, sie waren echt. Je näher der Abschied rückte, heißt es an der Säbener Straße, desto mehr bröckelte die geschäftliche Fassade. Viele würden gern das Bild kreieren: Du gingst als Freund und gehst als Fremder. Doch das transportiert nicht die Realität. Am Ende trat hervor, was dieser Guardiola ist: Ein außergewöhnlicher Trainer. Und, auch das: ein Mensch.

Sehen Sie Peps bewegende Rede bei der Double-Feier auf dem Marienplatz bei uns im Video.

Sie erreichen den Autor unter:

Auch interessant

Kommentare