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Vor dem Liga-Finale: Das ist bei den möglichen Meistern los

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Vor dem großen Finale in der Fußball-Bundesliga eine letzte Umschau bei den Vereinen, die Meister werden könnten: Hoeneß geht in die Kirche, Wolfsburg steht vor Umwälzungen.

Das (fast) ideale Bundesliga-Finale: Drei Klubs können Deutscher Meister werden – und der Vierte, Hertha BSC Berlin , sich noch auf einen Platz für die Champions League vorschieben. Letzte Notizen.

FC Bayern

Den Münchnern ist diese Saison einiges in die Quere gekommen – am Donnerstag war es, „ungelogen“, wie Trainer Jupp Heynckes versichert, ein leibhaftiges Wildschwein. Hamit Altintop war im Perlacher Forst, um unter Anleitung von Physiotherapeut Fredi Binder die Haltbarkeit seiner kürzlich von einem Muskelfaserriss heimgesuchten Wade auszutesten, als er „beim leichten Bergablauf beinahe mit einem Wildschwein kollidiert wäre“. Das kam von der Seite, „Hamit hat geschickt ausweichen können“. Darum hat Heynckes Hoffnung, dass er den Türken wird einsetzen können im Endspiel um mindestens Platz zwei gegen Stuttgart.

Willy Sagnol wird auch im Stadion sein. Im Januar, als der dauerverletzte Franzose seinen Rücktritt vom Leistungssport erklärt hatte, hatte man ihm die große Verabschiedung im Rahmen der Meisterfeier versprochen, das wird zumindest schwierig: Meister kann der FC Bayern noch werden, doch die Blumenzeremonie ist vor dem Spiel – und in das geht man als Zweiter. Je ein dekoratives Gebinde wird weiterhin gehen an den als Trainer eingesprungenen Jupp Heynckes , an den heim nach Köln kehrenden Lukas Podolski sowie an Massimo Oddo , die Vertragsverlängerungs-Option auf den italienischen Weltmeister hat der FC Bayern erwartungsgemäß nicht gezogen.

Vielleicht gehen noch andere, aber das hängt auch von diesem Spiel ab. Wie so vieles: Qualifizieren sich die Bayern direkt für die Champions League, dann wird demnächst das „Konjunkturpaket II“ freigegeben, nach 2007 die nächste große Investitionswelle. Wird man nur Dritter und muss dadurch in die Qualifikation oder landet man als Vierter gar nur im UEFA -Cup-Nachfolgewettbewerb Europa League, kommt ein Sparpaket zum Tragen.

Manager Uli Hoeneß war am Mittwoch „Prediger“ in einer Kirche. In der Basilika St. Lorenz erzählte er im Rahmen der Reihe „Der besondere Gast“ aus seinem Leben, und dabei ging es um Fußball-Aktualitäten. Hoeneß verriet den Kirchgängern, dass die Stars Ribéry („Seine Berater wollen an einem Wechsel verdienen“) und Toni bei Champions League-Nichtqualifikation den FC Bayern zu verlassen beabsichtigen.

Von Philipp Lahm hört man das auch. Ab nach Barcelona? Lahm weicht aus: „Nur eines spielt für mich eine Rolle: gegen Stuttgart zu gewinnen. Was danach kommt, wird man sehen. Hundertprozentig ist im Leben gar nichts.“

VfL Wolfsburg

Felix Magath ist am Samstag noch die zentrale Figur, doch ab dem Sonntag werden andere Namen die Nachrichtenlage bestimmen. Man wird dann öfter was von Stephan Grühsem hören, dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden des mutmaßlichen Meisterklubs. Er ist auch Chef der VW -Konzernkommunikation, er kann reden, und er tut das. Ja, die Firma werde weiter in Fußball investieren: „Für Qualität ist auch Geld da. Wir flippen nicht aus, bauen keine Luftschlösser, es wird punktuelle Verstärkungen geben. Und die Verpflichtung des neuen Trainers ist in trockenen Tüchern.“

Am Sonntag, wenn die Feiern in Wolfsburg ausgeklungen sein werden (eine große Fete soll steigen, auch wenn es nur Rang zwei wird – denn man spielt nächstes Jahr sowieso in der Champions League), gibt es die Präsentation des Magath-Nachfolgers als Trainer. Es ist mindestens dreivierteloffiziell, dass dies der Ex-Stuttgarter Armin Veh sein wird. Die Management-Aufgaben, die Magath zusätzlich inne hatte, werden nicht mehr dem Trainer zufallen, die Machtfülle der Jahre 2007 bis 09 bleibt eine Einmaligkeit in Wolfsburg .

Veh und der neue Manager (der Stuttgarter Horst Heldt, ein Veh-Weggefährte?) werden gleich mal zu tun haben, dass die tolle VfL-Truppe nicht zerfällt: Zvjezdan Misimovic, der Spielmacher, ist angeblich wechselwillig, mit Werder Bremen soll er sich einig sein.

Wolfsburg spielt gegen Bremen – es wird jetzt noch brisanter.

VfB Stuttgart

Gut möglich, dass der VfB Meister wird (nötige Konstellation: Er gewinnt in München , derweil Wolfsburg Bremen unterliegt) und die beiden Vereinsoberen das nicht live miterleben. Denn die VfB-Bosse Erwin Staudt und Dieter Hundt , sind in Berlin , Bundespräsident(in) wählen. Staudt wurde als SPD -Wahlmann nominiert, Hundt nimmt für die CDU an der Bundesversammlung teil. „Das ist eine große Ehre“, sagt Präsident (VfB, nicht Deutschland) Staudt, „als ich vor Monaten zugesagt habe, war nicht absehbar, dass das letzte Bundesligaspiel solch eine Bedeutung bekommen würde.“ Gibt es in Berlin drei Wahlgänge, „wird es knapp“. Staudt und Hundt könnten nicht mal fernsehen, sie wären dann auf SMS-Benachrichtigung aus der Münchner Allianz Arena angewiesen.

Die Original-Meisterschale ist am Samstag in Wolfsburg , in München nur eine Kopie.

von Günther Klein

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