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Sie bringen jeden Gegner zu Fall: Schweinsteiger, Vizechef der scheinbar unbezwingbaren Bayern, mit VfB-Profi Okazaki.

Rekordmeister schlägt zweimal eiskalt zu

Molinaro patzt – Bayern siegt

Stuttgart - Lange hält der VfB Stuttgart im Heimspiel gegen den FC Bayern gut mit, dann jedoch schlägt der Rekordmeister zweimal eiskalt zu. Gegen Ende erlahmte der VfB-Widerstand endgültig.

Bruno Labbadia hat beim kritischen Stuttgarter Publikum nicht allzu viel Kredit, doch am Sonntag wurde der VfB-Trainer ausgiebig gefeiert. Eine Viertelstunde vor Schluss des Spiels gegen den FC Bayern skandierten Tausende seinen Namen – allerdings im Gästeblock. Der Münchner Anhang konnte zu diesem Zeitpunkt das Gastspiel bereits als Erfolg abhaken und sich dem Gegner zuwenden. 2:0 siegten die Bayern nach Toren von Mario Mandzukic (50.) und Thomas Müller (72.) in einer Partie, die nur vor der Pause zäh und ausgeglichen war, danach aber schnell ihr Schreckenspotenzial verlor.

Es gehört bei vielen Fußballern längst zur Routine, auch bei Temperaturen am Gefrierpunkt das kurzärmelige Trikot überzustreifen. Das vermittelt einen Eindruck von Härte und Entschlossenheit, sommerliche Gefühle kommen auf diese Weise dagegen nicht auf. Da halfen auch die quietschgelben Schuhe nicht, die Dante am sonntag zum Kurzarm angezogen hatte. Der Brasilianer war dennoch eine der auffälligsten Erscheinungen in der Anfangsphase, und sollte Luiz Felipe Scolari in der Heimat vor dem Fernseher zugeschaut haben, wird ihm sein neuester Nationalmannschaftskandidat rasch ins Auge gestochen haben. In einer unspektakulären ersten Halbzeit war er an zwei der wenigen Aufreger beteiligt. Ein Kopfball Dantes flog nach elf Minuten knapp am Kreuzeck des VfB-Tores vorbei, eine Minute später fischte Schlussmann Ulreich nach der nächsten Ecke dem Innenverteidiger die Kugel vom Kopf.

Bilder & Einzelkritik vom Bayern-Sieg: Viermal Note 2, einmal Note 5

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Das war es auch fast schon an Münchner Torchancen vor der Pause (abgesehen von einem Mandzukic-Drehschuss/39.). Der Tabellenführer tat sich schwer gegen einen VfB, der sich tief in der eigenen Hälfte postierte und die Räume verdichtete, bei Ballbesitz jedoch zu einigen sehr ansehnlichen Offensivaktionen kam. Einen ersten Schreckschuss feuerte Okazaki nach 27 Minuten vom rechten Strafraumeck ab, sein Versuch flog nicht weit am Ziel vorbei. Richtig brenzlig wurde es dann acht Minuten später: Die lange Flanke des wuseligen Traoré landete fast an der Torauslinie bei Harnik, dem nicht viel Platz für seinen Kopfball blieb. Manuel Neuer spekulierte und ließ das kurze Eck einen Spalt weit offen. Durch eben diesen Spalt wäre um ein Haar die Kugel geflogen, doch vom Pfosten prallte sie ab und gelangte doch noch beim Schlussmann (35.).

Für die Zuschauer war das ein Signal, von nun an ebenfalls mutiger zu agieren, und so schallte es kurz vor der Pause von den Rängen „Hier regiert der VfB“. Da hatten sie die Rechnung aber ohne Cristian Molinaro gemacht, ihren Linksverteidiger. Nach 50 Minuten entschloss sich der Italiener zu einem Rückpass auf Ulreich, um das Spiel zu beruhigen. Dabei übersah er aber Mandzukic, der das Präsent dankend und clever annahm. Der Kroate umkurvte Ulreich und platzierte den Ball wenige Zentimeter links von jenem Pfosten, der eine halbe Stunde zuvor Harniks Versuch gestoppt hatte (50.). Molinaro blieb sich damit treu – beim letzten Liga-Heimspiel gegen die Bayern hatte er Rot gesehen. Und es sollte noch dicker für ihn kommen.

Einblicke in den Bayern-Mannschaftsbus - und wer neben wem sitzt

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Das Tor gab den Bayern Sicherheit, vor allem aber mehr Räume. Und hätte Schiedsrichter Meyer Niedermeiers Störaktion gegen Kroos mit einem Elfmeter geahndet, wäre die Vorentscheidung in Reichweite gewesen. Statt dessen zeigte der Referee dem protestierenden Kroos Gelb (58.). Lange mussten die Gäste in der Abendkälte aber nicht zittern. Als aus dem Mittelfeld ein langer Ball bei Mandzukic landete, hatte der Kroate mit Molinaro ebenso wenig Mühe wie Müller beim Torabschluss mit Tasci (72.). Nach Harniks Platzverweis (81.) erlahmte der VfB-Widerstand dann endgültig.

Von Marc Beyer

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