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Meisterlöwe Petar „Radi“ Radenkovic

1860-Legende im Interview

„Die Mannschaft kommt über den Kampf“: Radenkovic über Roter Stern Belgrad 

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Petar Radenkovic kennt die Mannschaft Roter Stern Belgrad aus eigener Erfahrung. Im Interview spricht er darüber, was die Bayern in Belgrad erwartet.

  • 1860-Legende Radenkovic hat einst für Roter Stern Belgrad gekickt.
  • Das Fußballgeschehen verfolgt Radenkovic intensiv.
  • Im tz-Interview spricht er darüber, was die Bayern in Belgrad erwarten könnte.

München - Petar „Radi“ Radenkovic (85) wurde mit dem TSV 1860 1966 deutscher Meister und verbrachte Teile seiner Karriere in Belgrad, wo er immer noch lebt. Am Dienstag trifft sein einstiger Erzrivale vom FCB auf seinen früheren Klub Roter Stern. Was er sich vom Duell erwartet, lesen Sie im tz-Interview mit dem einstigen Weltklasse-Torwart.

Herr Radenkovic, die Bayern spielen vor Ihrer Haustür gegen Roter Stern! Schauen Sie vorbei?

Radenkovic: Das werde ich mir natürlich schon ansehen. Meine Freunde und ich haben uns sehr darüber gefreut, dass die Bayern wieder einmal nach Belgrad kommen. Seit dem letzten Duell sind mittlerweile über zehn Jahre vergangen. Ich gehe nach wie vor sehr oft ins Stadion und verfolge das Fußballgeschehen in Europa sehr intensiv.

Was erwartet die Bayern im Hexenkessel von Belgrad?

Radenkovic: Nichts, was sie nicht schon einmal erlebt hätten. Die Bayern sind eine Weltklasse-Mannschaft und haben schon in viel größeren Hexenkesseln gespielt – hier passen ja nur 53.000 Fans ins Stadion. Die Stimmung dürfte also nichts Neues für die Bayern sein. Zwischen beiden Mannschaften liegen ebenfalls Welten, aber der Fußball schreibt ja gerne mal seine ganz eigenen Geschichten…

Wie ist das Gefühl bei den Anhängern von Roter Stern?

Radenkovic: Sie sind guter Dinge und glauben daran, dass sie gerade in Belgrad ein gutes Ergebnis erzielen können.

Die Hoffnungen dürften auch auf dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Marko Marin ruhen.

Radenkovic: So ist es. Die Mannschaft kommt vor allem über den Willen und den Kampf, durch Marin haben sie aber noch eine gehörige Portion an Qualität dazubekommen. Er ist einer der besten Spieler der gesamten Liga und dürfte natürlich gegen die Bayern zusätzlich motiviert sein.

Radenkovic im Interview: Das erwartet die Bayern in Belgrad

Und wem drücken Sie als Meis­terlöwe und gebürtiger Belgrader die Daumen?

Radenkovic (lacht): Den Bayern zuzusehen, ist schon ein Genuss. Sie haben eine tolle Mannschaft. Dass ich zu Roter Stern halte, dürfte sich jedoch von selbst verstehen (hier gibt‘s das Duell im Live-Ticker).

Sie kickten Anfang der Fünfziger für Roter Stern. Haben Sie die Zeit damals noch in Erinnerung?

Radenkovic: Ich habe nicht lange dort gespielt. Erst in der Jugend und der zweiten Mannschaft, in der ersten habe ich aber nur einige Freundschaftsspiele und ein einziges Ligaspiel absolviert.

Daraufhin wechselten Sie zum Stadtrivalen und heutigen Drittligisten OFK. Als Sie sich Ende der Fünfziger um eine Rückkehr zu Roter Stern bemühten, wurde der Wechsel aber verhindert. Warum?

Radenkovic: Beide Mannschaften waren sehr verfeindet, deswegen taten die Beteiligten alles, um meinen Wechsel zu Roter Stern zu verhindern. Es gelang ihnen, worauf ich die schnelle Entscheidung traf, nach Deutschland zu gehen, und durchstartete bei Wormatia Worms.

Ohne diesen geplatzten Wechsel wären Sie womöglich nie bei Sechzig gelandet.

Radenkovic: Gut möglich, ja! Ich wäre wohl in Belgrad geblieben und hätte meine Laufbahn hier fortgesetzt. 

Interview: José Carlos Menzel López

Video: Bayern im Belgrader Hexenkessel auf Rekordjagd

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