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Richtet den Blick nach vorne: Bayern-Trainer Ancelotti erwartet eine Reaktion.

Ancelotti und die Bayern bleiben positiv

„Gute Saison“: Dem Supercup sei Dank

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Bayern-Trainer Carlo Ancelotti zieht schon jetzt ein positives Saisonfazit und gibt sich für den Endspurt positiv. Nach dem Aus gegen Real sei das Vertrauen in sein Team „groß wie nie“ - was gegen Mainz zu beweisen wäre.

München – Nach der Bewertung einer Saison gefragt zu werden, während an anderer Stelle gerade die Halbfinals der Champions League ausgelost werden, ist sicher nicht das, was sich Carlo Ancelotti vor der Spielzeit gewünscht hat. Liebend gerne hätte der Bayern-Coach am Freitag das kommende Los kommentiert, über Stärken und Schwächen von Atletico Madrid, Juventus Turin oder des AS Monaco philosophiert. Aber man muss sagen: Er machte seine Sache trotzdem sehr gut. Denn als er darauf angesprochen wurde, ob ein mögliches Double für den FC Bayern genug sei, konterte er prompt: „Wir haben im August auch noch den Supercup gewonnen. Am Ende wird es eine gute Saison sein.“

Der Supercup, richtig, da war ja was. Bayern gegen Dortmund, 2:0, der erste Titel der Saison. Und es war durchaus clever von Ancelotti, noch mal an seine Premiere auf der Trainerbank des FC Bayern zu erinnern. „Bis jetzt“, sagte er, „haben wir unser Bestes gegeben“, man sei auf dem Weg zu drei Titeln. Kann denn dann alles wirklich so schlecht sein?

Ancelotti war selbst gespannt, wie er seine Mannschaft am Freitag, also zwei nach dem bitten Aus in der Königsklasse und einen Tag vor dem Spiel gegen Mainz 05 am heutigen Samstag (15.30 Uhr), vorfinden werde. Dem Mechanismus der Branche, dass man als FC Bayern halt grundsätzlich an den Leistungen in der Champions League gemessen wird – und auch eine Saisonbilanz von diesen abhängt – kann er sich nicht entziehen. „Aber“, sagte der 56-Jährige, „es ist vorbei für uns.“ Darüber, dass das „Glück“ und die „kleinen Details“ nicht auf Bayern-Seite waren, seien alle „noch ein bisschen traurig“. Und trotzdem werde man nun: „Eine Reaktion zeigen.“

Das erste Training mit allen Protagonisten hat ihn in seiner Hoffnung bestärkt, dass die beiden Titel, die es nun noch zu holen gibt, an den FC Bayern gehen werden. „Der Geist war gut“, berichtete Ancelotti von der Einheit am Freitag, denn aus der Leistung im Bernabeu-Stadion, wo seine Spieler über 120 Minuten alles aus sich herausgeholt hatten, „haben wir großes Selbstvertrauen gezogen“. Auch sein Vertrauen ins Team sei nach dem Kraftakt, der letztlich ohne Lohn blieb, „noch größer als vorher“. Schon in der Kabine in Madrid habe er seinen Profis gesagt: „Ich bin stolz, euer Trainer zu sein.“

Ohne Boateng und Martinez gegen Mainz

Mainz ist nicht Real Madrid, das ist klar. Und genauso klar ist es, dass die erste Partie „danach“ keine leichte sein wird. Die Gäste aus Rheinhessen brauchen Punkte im Abstiegskampf, sie sind zudem das letzte Team, das Bayern in der Bundesliga in der Allianz Arena schlagen konnte (im März 2016). An Ancelottis Plan, „die Meisterschaft so schnell wie möglich klar zu machen“, ändert das aber nichts. Personell will der Bayern-Trainer nur das ändern, was notwendig ist. Heißt: Die muskulär angeschlagenen Jerome Boateng und Javi Martinez für das Pokal-Halbfinale am Mittwoch gegen Dortmund schonen und Manuel Neuer (Fußbruch) durch Sven Ulreich ersetzen („er hat unser vollstes Vertrauen“). Der lädierte Fuß von Mats Hummels sei trotz des Kampfes von Madrid „okay“, auch allen anderen geht es gut. Ancelotti wird „das beste Team“ aufbieten.

Meister können die Bayern frühestens am kommenden Samstag beim VfL Wolfsburg werden. Um auf Double-Kurs zu bleiben – also wenigstens die Trostpreise zu gewinnen – steht eine wichtige Woche an. „Lasst uns noch mal alles geben, damit die Saison positiv verläuft“, forderte Klubboss Karl-Heinz Rummenigge.

In Ancelottis Augen ist sie das schon. Dem Supercup sei Dank.

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