Bei Bayern im Visier: Nagelsmann.
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Bei Bayern im Visier: Nagelsmann.

Hoffenheim am Ende

Begehrter Serientäter

  • Andreas Werner
    vonAndreas Werner
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Hoffenheim ist trotz des Endes der Serie ohne Niederlage ein Team, auf das der FC Bayern achten muss. Zumal Julian Nagelsmann eine sinnvolle Option für das Erbe von Carlo Ancelotti ist. Eine entsprechende Wette läuft bereits.

Wenn man das Wort „Serie“ im Internet in eine Suchmaschine eingibt, spielt der Fußball oder auch der Sport ganz allgemein zunächst gar keine Rolle. Die ersten Treffer führen vielmehr in die TV-Landschaft, ganz oben gelistet werden die derzeit beliebtesten Fortsetzungen, bei denen gerne recht blutig gemordet wird, etwa bei „Game of Thrones“ oder „Vikings“. Schön, dass es im Sport weniger brutal zugeht – und das Wort „Serie“ spielt in der Branche bis auf Weiteres nun ja auch keine Rolle mehr. Hoffenheim ist – ganz unblutig – am Ende. Die TSG war bis zum Samstag europaweit (!) das einzige ungeschlagene Team in der laufenden Saison. Für das Spiel um den Thron im deutschen Fußball ist der Riss der Serie trotzdem belebend, so bleiben wenigstens die Leipziger den Bayern auf den Fersen.

Wie bei den aktuellen TV-Serien fasziniert auch im Fußball der Blick hinter die Kulissen immer mehr. Hoffenheims Serie ist etwa in München sehr wohl registriert worden, das im deutschen Fußball ziemlich gleichbedeutend mit Hollywood ist, und zwar nicht, weil der FC Bayern früher den Beinamen „FC Hollywood“ führte. Sondern weil an der Säbener Straße verlässlich die größten Straßenfeger produziert werden. Hoffenheim rückte in den vergangenen Monaten in den Fokus der Münchner Macher. Vor allem: Regisseur Julian Nagelsmann.

Die Bayern-Bosse sind sich wohl bewusst, dass ihre Protagonisten bald nicht mehr für Hauptrollen taugen, und wenn einmal der Vorhang für den Grandseigneur Carlo Ancelotti fällt, sollte der Weg in die Moderne am Besten von einem jungen Mann bewältigt werden. Niklas Süle und Sebastian Rudy sind schon für das Münchner Ensemble verpflichtet worden, sie gelten als Charaktere, die Nagelsmann sehr gerne mit Schlüsselrollen beauftragt.

So offen wie zurzeit wurde schon lange nicht mehr geflirtet – mit Witz obendrein. Nagelsmann schlug vor der Saison bei einer Wette mit einem Journalisten ein, dass er spätestens 2019 Bayern-Coach sei. Sollte es so kommen, muss er einen Kasten Weißbier zahlen. „Das kann ich mir ja dann als Bayern-Trainer leisten“, scherzte er. Bisher hat er eine starke Bewerbung abgeliefert. Denn die Rolle des „Serientäters“ spielen die Bayern selber am liebsten.

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