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Ein Abend mit Folgen: Bei der letzten Jahreshauptversammlung wurde Uli Hoeneß ausgepfiffen. 

Planungen für Post-Hoeneß-Ära auf Hochtouren

Der neue FC Bayern – Hoeneß-Rückzug läutet für den Rekordmeister einen großen Umbruch ein

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Nach dem Hoeneß-Beben: Das ändert sich in der Zukunft beim FCB, wenn der Patron seine wichtigen Ämter niederlegt.

Kansas City/München – Der Bayern-Tross in Kansas City war ziemlich überrascht, als via Bild die Nachricht über den großen Teich schwappte, dassUli Hoeneß (67) im November nicht mehr als Präsident des FC Bayern kandidieren möchte.

Uli Hoeneß nahm sich eine Auszeit zur Entscheidungsfindung

Im Klub wusste niemand Bescheid. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sagte gestern nach der Ankunft in München: „Ich weiß nicht, ob es eine Tatsache ist. Es ist eine exklusive Sache von Uli Hoeneß. Wir werden jetzt abwarten.“ Dabei gab es in der Tat erste Anzeichen, dass Hoeneß seine Rolle beim Rekordmeister intensiver hinterfragt, als von vielen angenommen. Wie unsere Zeitung erfuhr, war die Entscheidung über seine Zukunft im Verein der Hauptgrund, weshalb der Bayern-Patron die Reise in die USA nicht mit antrat. Hoeneß wollte die Zeit bewusst nutzen, um mit seiner Familie in Ruhe darüber zu beratschlagen – fernab vom alltäglichen FCB-Wahnsinn.

Ergebnis: Hoeneß’ Zeit als Bayern-Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender ist allem Anschein nach abgelaufen. Bestätigen wollte der Noch-Präsident das aber nicht. „Am 29. August werde ich dem Aufsichtsrat meine Entscheidung mitteilen, vorher gibt es von mir keine offizielle Erklärung“, sagte er dem „Kicker“.

Gab die Kritik bei Jahreshauptversammlung den Anstoß für Hoeneß‘ Rückzug?

Wie aus dem Umfeld des Bayern-Präsidenten zu hören ist, begann sich Hoeneß nach der Jahreshauptversammlung im November 2018 mit seinem Rückzug zu beschäftigen. Die massive Kritik habe ihn demnach damals genauso schwer getroffen, wie die mangelnde Unterstützung aus dem Verein danach.

Hinter den Kulissen laufen die Planungen für die Post-Hoeneß-Ära auf Hochtouren: Ex-Adidas-Chef Herbert Hainer steht als Nachfolger parat – auch als Aufsichtsratsvorsitzender. Denn: Der Verein ist mit 75 Prozent Hauptanteilseigner der FC Bayern München AG, darum stellt er normalerweise in Person des Präsidenten den Vorsitz des Aufsichtsrats. Allerdings muss der frühere Wirtschaftsboss erst gewählt werden. Hoeneß soll weiter einen Platz als einfaches Mitglied im Kontrollgremium Aufsichtsrat erhalten. Wenn Hoeneß seine einflussreichen Ämter beim FCB niedergelegt hat, wird es auch innerhalb des Klubs eine krasse Machtverschiebung geben. Denn: Hainer wird sich nicht ins operative Geschäft der AG einmischen und auch nicht bei sportlichen Entscheidungen wie der Trainerfrage in dem Umfang mitbestimmen, wie es Hoeneß stets tat. Heißt im Klartext: Wenn Uli weg ist, hat vor allem der FCB-Vorstandschef noch mehr Macht.

Die Köpfe des neuen FC Bayern stehen fest

Das dürfte ganz nach dem Geschmack des aktuellen Vorstandsbosses Karl-Heinz Rummenigge (63) sein. Allerdings läuft dessen Vertrag auch nur noch bis Ende 2021, danach übergibt Rummenigge das Zepter an Torwartlegende Oliver Kahn (50). Diesen Deal hat Hoeneß federführend eingefädelt. Mögliches Szenario nach der Kahn-Inthronisierung: Damit Kahn in sportlichen Fragen nicht zum Alleinherrscher im Vorstand wird, könnte der Posten des Sportvorstandes beibehalten werden. Die Führungsetage an der Säbener Straße ist unabhängig von den neuesten Entwicklungen beim FCB davon überzeugt, dass Sportdirektor Hasan Salihamidzic das Zeug für diese Position hat. Galt Salihamidzic anfangs vor allem als Hoeneß-Mann, hat er sich mittlerweile durch seinen Fleiß und seine Umtriebigkeit auch den Respekt von Rummenigge erarbeitet. Trotz regelmäßiger Meinungsverschiedenheiten ist sich das Duo Rummenigge/Hoeneß in einer Sache einig: Sie wollen den Umbruch in München auch auf Management-Ebene gemeinsam erfolgreich einleiten. Die Köpfe des neuen FC Bayern sind nun jedenfalls bekannt.

VON MANUEL BONKE, JONAS AUSTERMANN U. DANIEL MÜKSCH

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Hoeneß-Aus beim FC Bayern: Ausgerechnet ER überschüttet ihn jetzt mit Lob. Auch Rummenigge und Kovac reagieren - Ein Detail überrascht.

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