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Zwei Welten: Nicole Rolser stürmt für den FC Bayern, und wenn sie nicht kickt, sorgt sie bei der SpVgg Unterhaching dafür, dass der Laden läuft. Im Sportpark zeigt sie die zwei Trikots, die ihr Leben prägen.

Das Doppelleben der Nicole Rolser

Am Ball für die Bayern, im Büro für Haching

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Nicole Rolser führt ein Doppelleben: Kicken für den FC Bayern, Organisieren für die SpVgg Unterhaching - „Das Herz schlägt für beide Klubs“

Unterhaching – Es gibt ab und an kuriose Situationen. Neulich zum Beispiel, als das Auswärtsspiel der SpVgg Unterhaching beim FC Bayern anstand, klingelte Nicole Rolser wie immer bei solchen Anlässen beim Gegner durch, um die Rahmenbedingungen der Partie abzustecken. „Sagen Sie mal – spielen Sie nicht bei uns?“, fragte ihr Pendant an der Säbener Straße plötzlich während des Gesprächs. „Die hatten das nicht auf dem Schirm, dass ich bei Haching arbeite, woher auch“, erzählt Nicole Rolser. Seitdem müssen sie schmunzeln, wenn sie sich in der Kantine am Trainingsgelände des Rekordmeisters über den Weg laufen.

Am Ball für die Bayern, im Büro für Unterhaching – die 25-jährige Nicole Rolser führt seit letztem Sommer ein Doppelleben. Sie stürmt für die „Roten“ und sorgt bei den „Rot-Blauen“ dafür, dass der Laden läuft. Als Teammanagerin ist sie für die Abfolgen rund um die Spiele der Regionalligamannschaft zuständig, und auch bei der Lizenzierung half sie mit. „Das ist alles sehr spannend und macht unglaublich Spaß“, erzählt sie.

Nachdem sie ihr Fernstudium beendet hatte, konzentrierte sie sich ein halbes Jahr ausschließlich aufs Kicken, dann merkte sie: „Mir fällt die Decke auf den Kopf, ich brauche Ausgleich.“ Sie schrieb ein paar Initiativbewerbungen, auch an Haching. Ganz ohne Vitamin B, „ich kannte hier niemanden“. Schon beim ersten Treffen taugte ihr die familiäre Atmosphäre. „Das ist einfach ein sehr sympathischer Verein“, sagt sie, „und ja: Das Herz schlägt jetzt für beide, Haching und Bayern.“

Als Kind zweier Welten ist sie inzwischen sogar zu einem verbindenden Element geworden. Uli Taffertshofer und ein paar anderen Hachingern besorgte sie bereits Tickets für Spiele der Bayern-Frauen, im Gegenzug saßen einige ihrer Teamkolleginnen schon im Sportpark auf der Tribüne. Für die Relegationsspiele haben sich schon ein paar angekündigt, da ist eine kleine ungewöhnliche Fan-Freundschaft gerade am Entstehen.

Sie selber versucht, wann immer es geht, auch bei den Spielen dabei zu sein – sofern es der Kalender der Bayern zulässt. Bei sieben Mal die Woche Training richtet sie es so ein, dass sie drei von sieben Tagen im Sportpark am Schreibtisch sitzt. „Die Jungs hier sind alle sehr nett und fragen immer, wie es bei uns so läuft – davor hatten sie sich eher weniger mit Frauenfußball beschäftigt, was ja irgendwo auch verständlich ist“, erzählt sie.

Früher arbeitete Nicole Rolser bereits beim badenwürttembergischen Fußballverband, auch beim FC Liverpool, bei dem sie zwei Jahre kickte, schnupperte sie auf der Geschäftsstelle rein. „Aber hier in Haching ist es spannender, man bekommt mehr Verantwortung.“ Bei Bayern verlängerte sie ihren Vertrag gerade bis 2019, und auch bei der SpVgg würde sie gerne bleiben. „Die Dritte Liga wäre da schon ein Traum“, meint sie, was auch etwas komisch ist: Nicole Rolser kann es in dieser Saison schaffen, sich für die Champions League zu qualifizieren und gleichzeitig in die Dritte Liga aufzusteigen. Wäre wohl einzigartig.

An der Säbener Straße würden sie es ihr nicht verübeln, wenn Haching aufsteigt – obwohl es mit Bayern II eine direkte Konkurrenz gab. „Mir hat jedenfalls noch keiner gesagt, ich solle da einen schlechteren Job machen“, sagt sie und grinst mit einem Augenzwinkern: „Naja, und so groß ist mein Einfluss ja auch wieder nicht.“

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