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Anpassungsfähig: Müller bei der Akklimatisierung nach der Rückkehr aus Katar. 

Ärger um Müller

Am Gefrierpunkt - wie die Bayern auf Müllers Sperre reagieren

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Der FC Bayern muss gegen Liverpool wohl in beiden Spielen ohne Thomas Müller auskommen - Chelsea erwägt eine Anzeige bei der FIFA wegen Callum Hudson-Odoi

München – Knietief im Schnee – doch Thomas Müller strahlt trotzdem. So einem Parade-Bayern fällt es leicht, sich in der Winterlandschaft zu akklimatisieren, auch wenn der Temperatursturz nach dem Trainingslager in Katar kaum frappierender hätte ausfallen können. Müllers Laune sank im Verlauf des Freitags allerdings dann doch gegen innerlichen Gefrierpunkt; am Morgen war er auf „Instagram“ der Strahlemann von Winterwunderland, mittags vermeldete die UEFA, dass der Bayern-Star für beide Champions League-Duelle mit Liverpool gesperrt wird. Die Münchner wollen Berufung einlegen.

Der 29-Jährige hatte im abschließenden Gruppenspiel beim 3:3 gegen Ajax Amsterdam in der 75. Minute die Rote Karte gesehen. Sein Club möchte die Sperre anfechten, weil das Foul zwar „hart, aber unbeabsichtigt“ gewesen wäre, so die Begründung. Müller hatte Nicolas Tagliafico nicht gesehen, als er ihn unglücklich im Stile eines Kickboxers getroffen hatte. Gleich nach Abpfiff bemühte er sich um eine Entschuldigung. Tagliafico konnte in der Schlussphase sogar ein Tor erzielen.

Für Bayerns Offensive wäre eine Vollsperre des Nationalspielers hart. Sechs Pflichtspiele hat Niko Kovac noch bis Liverpool, um eine schlagkräftige Angriffsformation in Position zu bringen; und Müller sorgt längst nicht für das größte Kopfzerbrechen. Für ihn rückt als erste Alternative auf der „10“ James in den Fokus, der in Katar nach seiner Verletzungspause wieder in Schwung gekommen ist. Zudem könnte Kovac auch Thiago nach vorne ziehen. In Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Renato Sanches und Javi Martinez hätte er im defensiven Mittelfeld weitere Optionen. Wesentlich kniffliger ist das Problem auf den Flügeln. Franck Ribery, zuletzt stark in Form, fällt mit einem Muskelfaserriss mindestens zwei Wochen aus. Arjen Robben hat seit über zwei Monaten nicht mehr mit der Mannschaft trainiert und war auch in Doha nicht in der Lage, den Anschluss zu schaffen. Serge Gnabrys Körper benötigt viele Auszeiten, und Kingsley Coman konnte sich zwar schnell wieder an seine Kollegen heranarbeiten, aber die Erfahrung lehrt, dass der Franzose auch schnell wieder lahm liegen kann; er hat sich eben erst von einem Syndesmosebandriss erholt.

Sollten sich Gnabry und Coman nicht stabilisieren, hat Kovac derzeit nur noch den unerfahrenen 18-jährigen Alphonso Davies zur Verfügung. Der Kanadier soll aber behutsam aufgebaut werden. Unter diesen Umständen befindet sich Hasan Salihamidzic etwas unter Druck, möglichst doch noch eine sofortige Lösung des Engpasses zu bewerkstelligen. Der Sportdirektor hat da Callum Hudson-Odoi (Chelsea) im Visier, aber weil die Briten rund 40 Millionen Euro für ein Talent fordern, das auf die übersichtliche Profi-Erfahrung von einem Premier League-Einsatz verweisen kann, ist nun auch Adrien Rabiot ins Spiel gekommen. Der 23-Jährige wird seinen im Juni auslaufenden Vertrag bei Paris St. Germain nicht verlängern und wäre eine reizvolle Variante.

Chelsea erwägt eine Anzeige gegen Bayern bei der FIFA, weil Salihamidzic gesagt hatte, man wolle Hudson-Odoi unbedingt verpflichten. Maurizio Sarri meinte, solche Absichtserklärungen seien bei einem Spieler, der noch unter Vertrag steht, respektlos. Er würde den 18-Jährigen gerne behalten, so der Chelsea-Coach. Eiszeit zwischen Bayern und Chelsea. Knietief.

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