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Trotz seines Tores gab  sich Ivica Olic sehr kritisch

Olic' Appell: "Wir müssen es mehr wollen"

Hamburg - Katerstimmung bei den Bayern: Nach einem eigentlich nicht schlechtem Spiel aber schwacher Ausbeute beim HSV warnt nun Torschütze Ivica Olic.

Erst ging der Daumen hoch, dann zeigte er nach unten – und zwar in doppelter Ausführung. Ivica Olic deutete nach seinem erlösenden 1:1 immer wieder auf die Rückennummer und seine vier Buchstaben. Keinem der 57 000 Zuschauer in Hamburg sollte entgehen, wer dieser Torschütze war. Dabei kannten ihn die Anhänger beider Mannschaften ohnehin ganz gut. Von 2007 bis 2009 stürmte der Kroate für den HSV, seit fast drei Jahren nun für den FC Bayern. Und so war dieser Treffer etwas ganz Besonderes.

„Mein erstes Saisontor war gegen Hamburg in München. Und jetzt das, so ist das Leben!“, lachte Olic anschließend auf dem Weg in die Hamburg-Kabine, wo er alte Weggefährten traf. „Ich habe hier zweieinhalb sehr schöne Jahre gehabt. Und nicht nur ich, auch meine Familie. Das vergesse ich nie! Dieses Stadion, diese Atmosphäre, diese Unterstützung, die ich hier hatte. Aber ich bin heute bei Bayern München und ich gebe immer Gas für die Mannschaft, bei der ich bin. Und ich bin froh, dass ich ein bisschen helfen konnte und wir wenigstens einen Punkt geholt haben.“

Publikumsliebling Olic, dessen Sohn Luka nach wie vor Hamburg-Fan ist, war hin- und hergerissen nach dem Schlusspfiff. Erst gestand er, dass ihm die Leistungen seines Ex-Vereins zuletzt „etwas Sorgen bereiteten“, dann geriet er plötzlich ins Schwärmen. „So wie Hamburg gespielt hat, das hat mir gefallen! Sie haben um jeden Ball gekämpft – und das müssen wir auch. Wir müssen spielen wie eine Mannschaft, und dann setzt sich unsere Qualität durch.“ Bei aller Freude über seinen Treffer vergaß der Stürmer aber nicht, dass es insgesamt nicht genug war für den FC Bayern. Olic: „Es ist schön für mich, dass ich das Tor gemacht habe. Aber ich denke auch, dass wir enttäuscht sein müssen, denn wir haben heute nicht gewonnen. Wenn wir Meister werden wollen, müssen wir eine Serie starten. Da müssen wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Und hier haben wir nicht so gut gespielt. Am Ende müssen wir sogar zufrieden sein.“

Kämpfer Olic, in schlechten Zeiten geht er voran! Nach dem 2:0 gegen Wolfsburg, das er sich noch mit Arjen Robben hatte teilen müssen, steuerte er nun einen ganz wichtigen Treffer bei. Mit seiner Einwechslung wurde auch im HSV-Strafraum wieder mehr gewühlt, das Tor praktisch erzwungen. Es war auch ein Produkt des Willens von Olic. Und so gab er nach der Partie auf Spitzenreiter Dortmund angesprochen auch die passende Antwort ab: „Wir müssen auf uns schauen, uns verbessern, auf höheres Niveau kommen. Und das in jedem Training und jedem Spiel. Und wir müssen es wieder mehr wollen!“

Olic appelliert an die Einstellung des Teams – der Kroate geht voran. Bei Heynckes’ Spielsystem allerdings wohl auch erst mal wieder auf die Bank. An Gomez kommt er (noch) nicht vorbei.

mic

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