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Kahn verteidigt Bayerns Katar-Partnerschaft: „Bewegt sich einiges“

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Von: Alexander Kaindl

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Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München: Oliver Kahn.
Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München: Oliver Kahn. © MIS / Imago

Das Thema Katar sorgt beim FC Bayern München weiterhin für Diskussionen. Nun gab es den versprochenen Runden Tisch mit kritischen Fans.

München - Der 21. November rückt immer näher. An diesem Tag beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Die WM 2022 ist seit Jahren extrem umstritten, nie wurde vor einem großen Turnier so viel öffentliche Kritik am Gastgeberland geübt. Hauptgegenstand der lauten Stimmen: die Menschenrechtsverletzungen im Emirat, die Ausbeutung von unzähligen Arbeitern, die unwürdige Behandlung von Hilfskräften, die aus armen Ländern kommen, um die Fußballstadien der Reichen zu bauen.

Doch es geht noch viel schlimmer: Tausende haben Katar mit ihrem Leben bezahlt. Nach Recherchen des Guardian sind seit der Vergabe der WM im Dezember 2010 mindestens 6500 Gastarbeiter aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka gestorben. Viele Experten rechnen mit einer noch höheren Zahl.

Bayern-Bosse verteidigen Katar: „Diesem Land eine Chance geben“

Der Wüstenstaat ist deshalb für etliche Beteiligte ein rotes Tuch. Das weiß man mittlerweile auch beim FC Bayern München. Das Katar-Sponsoring ist seit Jahren ein Thema, bei der letzten Jahreshauptversammlung kam es deshalb sogar zu einem Eklat. Die Bosse wollten in der Folge mit ihren Fans in den Dialog gehen. Ein Versprechen, das sie nun eingelöst haben: Am 4. Juli kam es zu einem Runden Tisch mit Anhängern, Menschenrechtlern und Vertretern aus dem Emirat.

Dabei haben die Bayern ihr Engagement in Katar erneut und mit Vehemenz verteidigt. „Nur durch Hinschauen und Dialog werden Verbesserungen angestoßen“, sagte Präsident Herbert Hainer. Und weiter: „Ich bin der festen Überzeugung, dass man diesem Land eine Chance geben muss!“

Runder Tisch zum Thema Katar: Hainer und Kahn sprechen mit Fans und Menschenrechtlern

Vorstandschef Oliver Kahn ergänzte im Rahmen der zweistündigen, teilweise hitzigen Diskussion, die Reformen in Sachen Menschenrechte würden „so ein bisschen abschätzig“ betrachtet. Es sei „sehr, sehr viel passiert. Ich glaube, dass der Sport sehr, sehr viel bewegen kann.“ Man dürfe nicht zu viel erwarten, aber „der Fußball kann ein sehr, sehr wichtiger Mosaikstein“ sein.

„Seitdem der Fußball in Katar angekommen ist, bewegt sich einiges“, betonte Kahn: „Natürlich ist es noch nicht so, wie wir uns das alle vorstellen. Aber am Dialog geht kein Weg vorbei. Dann bin ich zutiefst überzeugt, dass sich Dinge verändern.“

Katar-Sponsoring beim FC Bayern: Ott und Feinauer halten dagegen

Die Bayern-Mitglieder Michael Ott und Robin Feinauer hielten dagegen. „Die Frage stellt sich, wie viele Menschen sterben müssen, bis das Ende des Reformprozesses erreicht ist“, sagte Feinauer mit Blick auf die Arbeitsbedingungen. Ott zählte Missstände auf und meinte: „Wenn da keine rote Linie erreicht ist für eine Werbepartnerschaft, wo gibt es dann überhaupt noch eine rote Linie für den FC Bayern?“

An der Gesprächsrunde in der Allianz Arena nahmen zehn Diskutanten teil, darunter der frühere Außenminister Sigmar Gabriel. Er „staune“ über die Kritik, sagte er, „wir sollten uns nicht auf ein hohes moralisches Podest stellen“, sondern Katar im Reformprozess unterstützen.

WM 2022 „gekauft“?: OK-Chef nennt Berichte eine „Verschwörung“

WM-OK-Chef Hassan Al-Thawadi sagte „mit Stolz, dass wir das Menschenmögliche gemacht und uns dem Fortschritt verpflichtet haben“. Der katarische Botschafter Abdulla bin Mohammed Al-Thani behauptete, es gebe „keine Probleme mit Frauenrechten“ und nannte Berichte, das Land habe die WM „gekauft“ eine „Verschwörung“.

Zuletzt gab es schon Aufregung um Lothar Matthäus: Der deutsche Rekordnationalspieler ist Botschafter der WM und wurde deshalb von Fans kritisiert. Auch im Bundestag wird über die Weltmeisterschaft diskutiert. (akl/sid)

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