Organisiert bis ins kleinste Detail

- Dubai - Die drei Scheichs haben gespannte Gesichter und einen Fotoapparat. Vom Spielfeldrand aus starren sie auf den Rasen, mal ehrfürchtig, mal grinsend, aber immer wild gestikulierend. Vor ihnen, auf dem Platz des Dubai Police Officers Club, trainiert der FC Bayern. Besser gesagt, er versucht zu trainieren. Sechs Stunden Flug durch die Nacht, kaum eine Minute Schlaf, nur Trainer Ottmar Hitzfeld hat die Augen zugemacht: "Ich habe drei Stunden geschlafen, aber die Spieler eher weniger." Doch es hilft nichts, das Programm im "härtesten Trainingslager aller Zeiten" (Uli Hoeneß) ist dicht.

<P>Raus aus dem Flieger, rein in die Trainingsklamotten, aber dann streikt am Samstag der Körper. Denn was der Dubai-Scheich einen Winter nennt, ist für die Spieler erst einmal eine Qual: 30 Grad um zehn Uhr vormittags, die Sonne brennt, und die innere Uhr pendelt noch irgendwo halbnachts bei 7 Uhr herum. Hitzfeld: "Es war wichtig, dass wir uns jetzt bewegt haben. </P><P>Wenn wir geschlafen hätten, wäre es schwer geworden, den Rhythmus zu finden." Spätestens das Hotel dürfte die müden Bayern wieder munter gemacht haben. Eine noble Adresse, direkt am weißen Sandstrand vor Dubai: Der Jumeirah Beach Club ist klein, die Spieler wohnen in Bungalows zwischen Wasserfällen und Blumengärten. Und schwärmen. Oliver Kahn: "Es ist kein riesengroßer Klotz, wo man sich dauernd aus dem Weg geht. Hier können wir uns überall treffen, es ist sehr gemütlich und angenehm."</P><P><BR>Am zweiten Tag macht der Scheich von Dubai (mit ganzem Namen: Sheikh Rakadh Bin Salem Bin Rakadn), der Besitzer des Mannschaftshotels, höchstpersönlich seine Aufwartung. Regisseur Michael Ballack überreicht dem Fußballfan ein Trikot, schüttelt ihm die Hand, der Scheich grinst und verschwindet wieder. Ballack muss noch bleiben (im immerhin klimatisierten Konferenzzimmer) und darf vor arabischen Journalisten loben: "Ich bin zum ersten Mal in Dubai, wie die meisten von uns. Aber das Hotel ist toll, der Platz gut, die Bedingungen sind optimal."</P><P>So funktioniert das, wenn die Bayern quasi zum Nulltarif und auf Einladung reisen. Nur das mit dem Platz sehen Robert Kovac und Claudio Pizarro wohl anders. Sie sind die ersten Opfer im Trainingslager. Beide gestolpert - Kapseldehnung im Sprunggelenk. Teamarzt Wolfgang Peter muss trotz aller Lobeshymnen folgende Erklärung abliefern: "Der Rasen ist ein bisschen stumpf und holprig gewesen."<BR><BR>Ansonsten gilt es, festzustellen: Alle sind sehr freundlich in Dubai, die Straßen sind ständig verstopft, Kamele haben die Spieler noch keine gesehen, und das Essen ist eine Spur zu scharf gewürzt. Deswegen ist Starkoch Alfons Schuhbeck dabei, und steht in Kochjacke und kurzer Hose im Restaurant: "Ich passe ein bisschen auf, aber nicht weil die schlecht kochen, im Gegenteil. </P><P>Sondern weil ich weiß, was die Spieler wollen." Am ersten Abend zum Beispiel ein riesiges Buffet am Strand, dessen Ausgang etwas ungewöhnlich war. Schuhbeck: "Wir haben die Zehen ins Wasser gehalten und festgestellt, dass es gar nicht so kalt ist." Schade, dass da gerade kein Scheich mit Fotoapparat in der Nähe gewesen ist.<BR></P>

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